20.
September 2005:
Gereonsviertel soll
nicht verschandelt werden
Auf einer Diskussionsveranstaltung der
„Bürgerinitiative Gereonsviertel“ wurden die Bedenken gegen den
geplanten Axa-Neubau deutlich.
Durch das
neue Axa-Gebäude in der Gereonstraße, das eine maximale Höhe von
bis zu 30 Meter erreichen soll, würde auch ein Teil der
Cardinalstraße zugebaut werden.
Vertreter der „Bürgerinitiative Gereonsviertel“ und andere Diskussionsteilnehmer
äußerten sich deshalb kritisch gegenüber den Plänen, die einen neuen negativen
Präzedenzfall in der linksrheinischen Bebauung schaffen würden. Denn die
bisherige Bebauungshöhe rund um die denkmalgeschützte Kirche St. Gereon würde um
bis zu 10 Meter überschritten – eine klare Beeinträchtigung des gewachsenen
Stadtbildes.
Außerdem würde das Axa-Gebäude mit einer Gesamtlänge von rund 130 Meter einen
Fremdkörper bilden, durch den die dann privatisierte Cardinalstraße einfach
überbaut werden würde. Ganz nebenbei würde sich auch noch die Parkplatzsituation
verschärfen. Die auf dem Podium vertretenen Politiker von CDU und SPD zeigten
allerdings für diese Bedenken wenig Verständnis.
Der
pro-Köln-Stadtrat Bernd M. Schöppe, Mitglied des Stadtentwicklungsausschusses,
meint dagegen: „Die auf der Veranstaltung vorgetragenen Sorgen sind völlig
berechtigt. Innerhalb der Ringe darf es keine derartigen Hochbauten geben. Es
ist typisch für die Kölner Altparteien, einzelne Investoren-Interessen über das
Gemeinwohl zu stellen. Und dabei gibt es noch nicht einmal zwingende Gründe
dafür, das Gereonsviertel dermaßen zu verschandeln. Denn in Köln gibt es
genügend leerstehende Büroräumlichkeiten, mancherorts werden Büroflächen sogar
wieder in Wohnraum umgewandelt. Die Politik muß in Köln deshalb endlich ein
Höhenkonzept beschließen, daß das gewachsene Stadtbild auch in Zukunft schützt.
Festzuhalten bleibt im aktuellen Fall, daß die etablierten Parteien rechtlich
völlig frei sind in ihrer Entscheidung. Es liegt also nur am politischen Willen
der Altparteien, wie es nun im Gereonsviertel weiter geht.“
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