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Kommt Dr. Hannibal Lecter nach
Köln?
In Köln wird, wenn es nach dem Willen der nordrhein-westfälischen
Landesregierung geht, eine forensische Klinik entstehen. Die Einrichtung sei sicher, alle
bestehenden Risiken seien kalkulierbar, lassen die verantwortlichen Politiker verlauten.
Aber haben nicht die gleichen Politiker behauptet, Deutschland sei BSE-frei? Sind nicht
genau denselben Beschwichtigern Schwerverbrecher wie Zurwehme und Schmökel auf der Nase
herumgetanzt? Wollen wir Kölner diesen Politikern wirklich Glauben schenken?
Was ist überhaupt eine forensische Klinik? Der "Große Brockhaus" definiert
den Begriff "forensische Psychologie" folgendermaßen:
"Teilbereich der angewandten Psychologie, der sich mit psychologischen Problemen,
die im Zusammenhang mit der Gerichtspraxis auftreten, befaßt. Die theoretischen
Grundlagen der forensischen Psychologie basieren besonders auf der Entwicklungs-, Sozial-,
Persönlichkeits- und klinischen Psychologie. Die wichtigsten Aufgaben der forensischen
Psychologie sind Zeugenbegutachtung (allgemeine Glaubwürdigkeit und Glaubwürdigkeit der
Aussage in der konkreten Situation), Feststellungen über die Verantwortlichkeit im
strafrechtlichen Sinn (Entwicklungszustand, Zurechnungsfähigkeit zur Tatzeit), Probleme
des Strafvollzugs (Resozialisierung, Psychotherapie, Entlassungsprognosen, Schulung des
Aufsichtspersonals) und die Untersuchung von Fragen nach den Ursachen des kriminellen
Verhaltens."
- Ohne Zweifel ein weites, spannendes Feld.
In der forensischen Klinik in Köln werden Menschen einsitzen, die mit dem Gesetz in
Konflikt geraten sind und die psychische Probleme haben. Darunter befinden sich nicht nur,
aber auch Mörder und Sexualverbrecher. Geschulte Psychologen befinden darüber, ob diese
Menschen Freigang bekommen oder nicht, wie lange ihnen gegebenenfalls Freigang gewährt
wird, ob dabei auf eine Aufsicht verzichtet werden kann, und so weiter. Keine leichte
Aufgabe.
Kennen Sie einen Menschen, der keine Fehler macht? Können Sie sich vorstellen, daß es
irgendwo auf der Welt einen Psychologen gibt, dem noch nie eine Fehlbeurteilung
unterlaufen ist? Wir können uns nicht vorstellen, daß es einen solchen Wunderdoktor
gibt, und deshalb haben wir ein Problem mit der Vorstellung, daß künftig die Freigänge
psychisch gestörter Straftäter ausgerechnet in der Millionenstadt Köln ihren Anfang und
- falls alles gutgeht und die Delinquenten zurückkommen - ihr Ende finden sollen! Wir
halten das Risiko für nicht kalkulierbar!
Dabei erlauben wir uns, Bezug zu nehmen auf Zahlen, die der Landesbeauftragte für den
Maßregelvollzug des Landes Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben hat. Er mußte
eingestehen:
"In den Jahren 1998 und 1999 sind insgesamt 484 Patienten aus sogenannten
Lockerungsmaßnahmen entwichen. (...) Im Jahr 2000 sind bis zum Stichtag 30.09.2000 134
Patienten aus Lockerungen entwichen. Lockerungsmaßnahmen werden Patienten gewährt, deren
Therapie weit fortgeschritten ist und bei denen daher nach eingehender prognostischer
Begutachtung davon ausgegangen werden kann, daß sie keine Gefahr für die Öffentlichkit
darstellen." Und daß sie nicht aus den Lockerungsmaßnahmen entweichen, wird
natürlich ebenfalls "prognostiziert", bevor die Lockerung gewährt wird. Was ja
wohl offensichtlich in den letzten drei Jahren in Nordrhein-Westfalen mehr als 618 Mal
falsch vorhergesagt worden ist ...
Von den im Jahr 2000 entwichenen Personen hatten 68 "im Zustand der zumindest
verminderten Schuldfähigkeit" ein Gewaltdelikt begangen, bei 10 dieser Personen war
das Ausgangsdelikt eine Sexualstraftat.
Die meisten psychisch gestörten Straftäter sind, salopp gesprochen, ganz arme
Schweine, von denen tatsächlich nach einem jahrelangen Aufenthalt unter dem Regime der
Psychologen wenig oder gar keine Gefahr für den Rest der Menschheit ausgeht. Aber leider
gibt es immer wieder Ausnahmen, die die Regel von der Harmlosigkeit der psychisch in
Mitleidenschaft Gezogenen bestätigen. Gelegentlich bringen Fehlprognosen von Psychologen
grauenhafte Ergebnisse mit sich.
Dr. Hannibal Lecter (Foto links) ist allgemein als fiktive Figur aus dem Buch "Das
Schweigen der Lämmer" bekannt, das unlängst unter dem Titel "Hannibal"
eine Fortsetzung gefunden hat. Kaum jemand weiß, daß es für Hannibal Lecter eine reale
Vorlage gab.
Der "echte" Hannibal Lecter heißt Robert Mawdsley (Foto rechts), ist 46
Jahre alt, Engländer, sieht völlig harmlos aus, hat anfangs alle Psychologen genarrt und
doch vier Menschen getötet. In der forensischen Klinik sagte er eines Tages einem
Wärter: "Morgen fehlen zwei Häftlinge beim Appell. Ich hab' sie eben in meiner
Mittagspause getötet." Der Wärter offenbarte der Presse, was geschen war: "Wir
gingen in die Zelle und fanden die Toten, beides Sex-Verbrecher. Der Kopf eines Mannes war
oben aufgeplatzt wie ein gekochtes Ei. Im Schädel steckte ein Löffel. Mawdsley hatte
sein Hirn gegessen."
Weitere Einzelheiten aus dem Innenleben der Forensik wollen wir Ihnen ersparen. Die
Bürgerbewegung pro Köln e.V. ist mit den Altparteien einer Meinung,
daß psychisch gestörte Kriminelle nicht nur der Strafe, sondern auch medizinischer Hilfe
bedürfen. Forensische Kliniken müssen sein. Aber, bitte: in einer ländlichen Gegend,
mit einer hohen Mauer rundherum und ohne unbeaufsichtigten Freigang. Wenn Angehörige ihre
in der Forensik einsitzende Verwandtschaft sehen wollen, sollen sie bitte die Klinik
aufsuchen und die betreffenden Personen hinter verschlossenen Türen treffen. Wenn in drei
Jahren mehr als 600 Freigänger der nordrhein-westfälischen Forensik entweichen, kann mit
den Kriterien, nach denen Freigang gewährt wird, irgend etwas nicht in Ordnung sein.
Nicht nur geisteskranke Kriminelle haben Rechte. Auch der steuerzahlende Normalbürger
darf seine Interessen wahrnehmen. Eine forensische Klinik in Köln liegt nicht im
Interesse der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Pro Köln sagt
deshalb klipp und klar:
Wir wollen diese Klinik nicht!
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