15. Juli
2005:
Multikulti und Kriminalität? - Bei uns in Lindenthal ist
doch alles in Ordnung!
In Lindenthal läßt
es sich gut leben. Man kann alle Angebote einer modernen Großtadt nutzen und hat
gleichzeitig eine hohe Wohnqualität in seiner unmittelbaren Umgebung: Viel Grün
im Stadtwald, relative Sicherheit auf den Straßen, zahlreiche
Einkaufsmöglichkeiten und auch den Flair und die Freizeitangebote des
Universitätsviertels. Große Probleme nimmt man hier nur am Rande wahr. Aber ist
deswegen alles in Ordnung?
Jeder politisch
halbwegs interessierte Kölner weiß natürlich, daß in seiner Heimatstadt nicht
alles in Ordnung ist. Es gibt vielmehr große, drängende Probleme, die die
Zukunft der ganzen Stadt und damit auch Lindenthals verdunkeln.
Besonders die demographische und ethnische Entwicklung in der Bundesrepublik
Deutschland geht auch an Köln nicht spurlos vorbei. Gerade die Großstädte
erleben als erste – sozusagen im Zeitraffer – die gravierenden Veränderungen in
der Wohnbevölkerung. Das deutsche Volk vergreist und hat eine viel zu geringe
Geburtenrate, während sich weiterhin eine große Zuwanderungswelle in das Land
ergießt. Dabei ist bereits jetzt die Integration der Einwanderer aus
außereuropäischen Kulturkreisen gescheitert. Kein seriöser Experte verneint mehr
die Existenz von Parallelgesellschaften. Die Bevölkerung in den Großstädten „entmischt“
sich: Jeder Deutsche, der es sich leisten kann, zieht ins Umland oder in
„bessere“ Stadtviertel – wie zum Beispiel Lindenthal. Die Zuwanderer und sozial
Schwache bleiben dagegen in anderen Stadtgebieten unter sich, wo sich schon
jetzt regelrechte „Ghettos“ entwickelt haben.
In
vielen Stadtvierteln ist die Bevölkerungszusammensetzung bereits „gekippt“, d.h.
die Deutschen sind in die Minderheit geraten. Diese Entwicklung führt aber
leider nicht zu einem freudig-fröhlichen multikulturellen Zusammenleben – im
Gegenteil. Die täglichen Auseinandersetzungen werden schärfer: In den Schulen
und auf den Straßen geraten als erstes die Jugendlichen der verschiedenen
ethnischen Gruppen aneinander. Und ab einem Migrantenanteil von über 25 Prozent
wird laut diverser wissenschaftlicher Untersuchungen der Schulbetrieb bereits
schwer behindert. Die Zukunft der betroffenen Kinder ist schon am Tag ihrer
Einschulung verspielt! Die Frage der „Integration“ stellt sich in vielen
Schulklassen inzwischen nicht mehr für die ausländischen, sondern für die
verbliebenen deutschen Kinder.
Aber
auch in der Erwachsenenwelt stoßen derart mangelhaft ausgebildeten Menschen später
auf massive Probleme – egal welcher Herkunft sie sind. Gesucht werden
qualifizierte Fachkräfte, allen anderen droht eine Zukunft im Millionenheer der
Arbeitslosen. Und die gesellschaftspolitischen Folgen von Arbeitslosigkeit und
sozialem Abstieg sind wohl jedem bekannt.
Unter anderem ist die hohe Kriminalität eine direkte Auswirkung dieser
Entwicklungen. Besonders die Straßenkriminalität nimmt in Köln beängstigende
Auswüchse an. Und das nicht nur in bestimmten Problemvierteln. Auch in der
Innenstadt gibt es zum Beispiel viele „Angsträume“. Ein Umstand, der zeigt, daß
diese Probleme die ganze Stadt Köln betreffen. Spätestens bei einem abendlichen
Ausflug wird auch der Lindenthaler Bürger dort wieder mit der Kölner Realität
konfrontiert.
Bedenken sollte man dabei, daß sich die beschriebenen Entwicklungen in der
Zukunft massiv verschärfen werden. Wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird,
werden immer mehr Stadtteile mit diesen Problemen konfrontiert werden.
Und
nicht zuletzt tragen alle Bürger eine Verantwortung für Köln als Ganzes. Schon
aus Gründen der Solidarität sollte man sich deshalb für Themen interessieren,
die einen selbst noch nicht unmittelbar berühren.
Nur so kann ein
Gemeinwesen auf Dauer gut funktionieren und nur so kann sich Köln auch in
Zukunft seine rheinische Lebensfreude erhalten!
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