|
12. September 2005:
Wildwest-Methoden in
Chorweiler
Einen neuen Tiefpunkt hat die politische Auseinandersetzung der etablierten
Parteien mit pro Köln in der Bezirksvertretung Chorweiler erreicht: Der
Bezirksbürgermeister Hans Heinrich Lierenfeld (CDU) verweigerte ohne Angabe von
Gründen die Aufnahme eines pro-Köln-Antrages in die Tagesordnung der heutigen
Sitzung der Bezirksvertretung Chorweiler.
Pro Köln hatte –
selbstverständlich form- und fristgerecht – beantragt, die
Konrad-Adenauer-Hauptschule aus dem Schulzentrum Pesch auszugliedern. In der
Vergangenheit war es zwischen den Schülern der Hauptschule und des
Montessori-Gymnasiums immer wieder zu teils gewaltsamen Konflikten gekommen.
Deshalb fordern vor allem viele Eltern die räumliche Trennung der beiden
Schulen. Und weil die Hauptschule deutlich kleiner ist, sollte vernünftigerweise
diese Lehreinrichtung ausgegliedert werden.
Die
Fraktion pro Köln in der Bezirksvertretung Chorweiler hat deshalb einen
dementsprechenden Antrag für die heutige Sitzung eingereicht. Doch auf
Veranlassung des Bezirksbürgermeister Lierenfeld wurde der Antrag nicht
angenommen. Stattdessen steht beim entsprechenden Tagesordnungspunkt 8.3
lediglich: „Dieser TOP ist nicht belegt“.
Diese Vorgehensweise ist selbstverständlich eklatant rechtswidrig. Ein
Bezirksbürgermeister hat natürlich nicht die Befugnis, ihm unliebsame Anträge
einfach zu unterschlagen. Wenn Herr Lierenfeld Einwände gegen einen Antrag hat,
so muß seine CDU eben für eine politische Mehrheit gegen das Vorhaben sorgen.
Eine mündliche Nachfrage bei Hans Heinrich Lierenfeld brachte übrigens zu Tage,
daß dem Bezirksbürgermeister neben einem normalen Rechtsverständnis leider auch
jeglicher Sinn für mitteleuropäische Umgangsformen fehlt. „Mit Ihnen rede ich
gar nicht“ war die einzige erregte Antwort des CDU-Mannes, bevor er einfach
den Hörer auf die Gabel knallte.
Dazu
der pro-Köln-Geschäftsführer Manfred Rouhs:
„Da
Herr Lierenfeld sich jeder vernünftigen Regelung dieser skandalösen
Angelegenheit verweigert, wurde von Seiten der Fraktion pro Köln umgehend die
Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung Köln eingeschaltet. Pro Köln wird auf
dem Eilweg alle Rechtsmittel ausschöpfen, um noch heute Abend den entsprechenden
Antrag in der Bezirksvertretung Chorweiler beraten zu können. Außerdem werden
wir die Möglichkeiten für eine Strafanzeige gegen Bezirksbürgermeister
Lierenfeld prüfen.“
|