„Skandalöse Niederlage des Rechtsstaates -
in Bayern undenkbar“
CSU-Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Uhl zu den
Ereignissen während des Anti-Islamisierungskongresses am 19. und 20. September
in Köln
Der CSU-Bundestagsabgeordnete und
innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Hans-Peter Uhl, der dem konservativem Flügel der
Union zuzuordnen ist, hat sich auf Anfrage einer Bürgerin auf der
Internetplattform
www.abgeordnetenwatch.de
öffentlich kritisch zu den Vorgängen während des Anti-Islamisierungskongresses
in Köln geäußert. Seine bemerkenswerten Aussagen gipfelten in der
Feststellung, dass es eine „skandalöse Niederlage des Rechtsstaates“ sei,
„wenn die Gewalt eines pöbelnden Haufens am Ende darüber entscheidet, wer wann
und wo sich versammeln darf“. Zudem hält Uhl es für „besonders problematisch …
wenn Träger öffentlicher Ämter und gewählte Volksvertreter ein solch
rechtswidrig herbeigeführtes Ergebnis – hier: die Versammlung von ‚Pro-Köln’
kann nicht stattfinden – loben oder gar bejubeln. In Bayern wäre es undenkbar,
dass die Polizei zurückweicht vor der Gewalt von (Gegen-) Demonstranten.“
Die wichtigsten Ausführungen des
CSU-Bundestagsabgeordneten hier im Wortlaut:
„Ja, ich kann Ihr Unbehagen darüber gut
verstehen und teile es auch, wenn das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit von
einer tatsächlich oder vermeintlich ‚guten’ Gesinnung abhängig gemacht wird
bzw. werden soll. Auch den Anschein, dass Politiker etablierter Parteien und
eine angeblich von friedlichen Demonstranten repräsentierte ‚Mehrheit der
Bürger’ sich effektiv verbünden mit gewalttätigen und teils
linksextremistischen Politchaoten, halte ich – auch wenn es nur ein Anschein
sein sollte – für inakzeptabel.
Zu den Ereignissen in Köln vom 19. und 20.
September 2008 kann ich im Folgenden nur ein paar allgemeine Gedanken
mitteilen. Zu umstrittenen Einzelheiten kann ich mich nicht äußern, da ich
meine Informationen ausschließlich aus Zeitungen habe ….
Wichtig ist mir jedoch, dass Grundrechte
unteilbar sind. Sie müssen vom staatlichen Gewaltmonopol durchgesetzt werden
auch wenn es schwierig und unbequem ist. Wenn die Gewalt eines pöbelnden
Haufens am Ende darüber entscheidet, wer wann und wo sich versammeln darf, ist
das eine skandalöse Niederlage des Rechtsstaats. Besonders problematisch wird
es, wenn Träger öffentlicher Ämter und gewählte Volksvertreter ein solch
rechtswidrig herbeigeführtes Ergebnis – hier: die Versammlung von "Pro-Köln"
kann nicht stattfinden – loben oder gar bejubeln. In Bayern wäre es undenkbar,
dass die Polizei zurückweicht vor der Gewalt von (Gegen-) Demonstranten.“
Dazu erklärt der pro-Köln und
pro-NRW-Vorsitzende Markus Beisicht:
„Hans-Peter Uhl hat meinen vollen Respekt
für seine mutigen Ausführungen, die ihm sicher nicht nur Lob in seiner eigenen
Partei einbringen werden. Politiker wie Uhl oder sein ehemaliger
Fraktionskollege Henry Nitzsche zeigen, daß es – im Gegensatz zur
zeitgeisthörigen NRW-CDU – in manchen Teilen der Union durchaus noch echte
Konservative gibt, die natürlich auch für uns akzeptable Gesprächspartner
wären. Ein Kölner CDU-Oberbürgermeister Fritz Schramma ist davon allerdings
soweit entfernt wie der Mond von der Erde. Die Äußerungen von Hans-Peter Uhl
bedeuten auch für Schramma persönlich eine schallende politische Ohrfeige.
Schramma ist nicht nur eine Schande für Köln, sondern auch eine Schande für
die ursprünglichen christdemokratischen Ideale, die er eigentlich vertreten
sollte. Das werden wir den Menschen in Köln bei der anstehenden
Oberbürgermeisterwahl 2009 verdeutlichen.“