„Zu
früh gefreut“
„Zu früh gefreut“
kommentiert die „Rheinische Post“ die teils schadenfrohen und hämischen Aussagen
insbesondere der Kölner Tageszeitungen und Lokalpolitiker über den Sieg des
linken Straßenterrors über Demokratie und Versammlungsfreiheit am Samstag in der
Domstadt. Ebenso wie die meisten anderen seriösen überregionalen Zeitungen
kritisiert die RP die Aushebelung des Rechtes auf Meinungs- und
Versammlungsfreiheit, das aggressive und gewalttätige Auftreten linksextremer
„Jagdkommandos“ und den – aus ihrer Sicht unerwünschten – PR-Erfolg für die
pro-Bewegung:
„Im ‚hillijen’ Köln
sollte man wissen, was es heißt, Märtyrer zu schaffen: Ausgerechnet dort aber
ist eine zweifelhafte Kundgebung einiger hundert Rechtspopulisten am Ende mit
dem zweifelhaften Argument verboten worden, selbst einige tausend Polizisten
seien nicht mehr in der Lage, für die Sicherheit in der Domstadt zu garantieren
… Man muss kein Sympathisant des Vereins ‚Pro Köln’ sein, um festzuhalten, dass
es Aufgabe der Polizei ist, auch dessen Recht auf Meinungs- und
Versammlungsfreiheit zu schützen. Hatten die Sicherheitskräfte etwa das
Gewaltpotenzial der linksautonomen Szene unterschätzt? Oder handelt es sich gar
um eine ‚rheinische Lösung’, sich des unerwünschten Auftritts zu entledigen?
Solche Fragen bleiben und damit ein schaler Nachgeschmack nicht nur bei
Staatsrechtlern. Der Verein ‚Pro Köln’ wird die Entscheidung juristisch
anfechten und das womöglich mit Aussicht auf Erfolg. Und er wird seine
populistischen Forderungen weiter verbreiten. Die Politiker, die gestern einen
‚Sieg der Zivilgesellschaft über die Rechtsextremisten’ bejubelten, haben sich
zu früh gefreut.“
Viele andere
Pressestimmen gehen ebenfalls sehr kritisch mit den von Schramma und Co.
bejubelten skandalösen Vorgängen und der Verkündung des „polizeilichen
Notstandes“ ins Gericht:
„Dass die Polizei den
Kongress nach einigen vergleichsweise harmlosen Rangeleien kurzerhand verbot,
hinterläßt ein zwiespältiges Gefühl … Womöglich eröffnet die Entscheidung Pro
Köln die nachträgliche Aussicht auf einen billigen juristischen Sieg.“
(General-Anzeiger)
„Aber ein Sieg für die
Demokratie sieht anders aus: Das Recht auf Meinungsfreiheit ist beschnitten
worden, weil einige Autonome Straftaten begingen und es der Polizei ‚zu heiß’
wurde.“ (Rheinpfalz am Sonntag)
„Viva Chaos-Colonia: Für
ein kritisches Nachdenken über ein religiöses Miteinander ohne Vorurteileile,
Hassprediger und steingewordene Machtbeweise war da kein Platz mehr.“ (Leipziger
Volkszeitung)
„Zwar war der
Anti-Islam-Kongress schneller vorbei, als die Pro-Köln-Funktionäre gehofft
hatten. Dennoch war es für sie ein Erfolg. Immerhin kennt jetzt ganz Europa die
kruden Ansichten der Vereinigung.“ (Süddeutsche Zeitung)
Die Rheinische Post faßt
die Reaktionen und das Medienecho wie folgt zusammen:
„Skepsis weit verbreitet
Er ist nicht der einzige,
der angesichts des Verbots Skepsis äußert. Auch das Meinungsbild in der
deutschen Presse ist durchwachsen. Viele Kommentare sind kritisch. Einige
beklagen, das Recht auf Meinungsfreiheit sei beschnitten, das Verbot habe der
Demokratie geschadet. Andere weiden sich lustvoll an der Demütigung der Rechten
durch die Demonstranten.“
Insbesondere die Kölner
Medien versuchen in der Tat, diese Niederlage des Rechtsstaates und der
Demokratie feixend in eine Niederlage von pro Köln umzudeuten. Der Souverän,
also die Bürger und Wähler, sehen das gänzlich anders. Tausende E-Mails und
Telefonanrufe mit Sympathiebekundungen und der Bitte „durchzuhalten“ gingen seit
dem Wochenende bei pro Köln und pro NRW ein. Wir bitten an dieser Stelle um
Verständnis, wenn sich deshalb derzeit die Beantwortung von Anfragen um einige
Tage verzögern kann.
Zudem gab es auf der
Internetseite der „Welt“ zwei bemerkenswerte Online-Umfragen, bei der jeweils
eine Mehrheit der Bürger die Durchführung des Anti-Islamisierungskongresses der
pro-Bewegung befürwortete und das polizeiliche Verbot in letzter Sekunde
verurteilte.
Viele normale Bürger
lassen sich eben nicht verhetzen und verblenden, egal was bestimmte Politiker
und Medien von sich geben. Das gleiche gilt übrigens auch für überraschend viele
seriöse Journalisten, die sich am Wochenende ein eigenes Bild von den
skandalösen Vorgängen machten. Viele konnten dabei die rabiaten
„SA-Kontrollpunkte“ aufgeputschter „Antifaschisten“ beobachten, die das
Gewaltmonopol des Staates aushebelten und Demonstrationsbesucher und neutrale
Anwohner gleichermaßen „kontrollierten“ und gegebenenfalls unter wüsten
Beschimpfungen, Bespucken und Treten aus der Innenstadt vertrieben – ohne daß
die Polizei ernsthaft dagegen eingeschritten sei. Journalisten der „Welt“ fiel
zum Beispiel folgendes auf:
„Diese Zeitung
beobachtete am Samstag zwei Situationen, in denen Personen von
Gegendemonstranten angepöbelt und geschlagen wurden. An der Bolzengasse in der
Kölner Altstadt schickte die Polizei einen in die Bredouille geratenen Mann
wieder weg. An der Augustinerstraße wurden eine ältere Frau und ein jüngerer
Mann traktiert. Die Frau rief: ‚Ich berufe mich auf meine Grundrechte.’
Polizisten führten die beiden zurück. Pro Köln beklagt zudem, dass die
Polizeiführung den Weg für Teilnehmer vom Flughafen Köln/Bonn zum Heumarkt
‚entgegen allen Absprachen’ nicht freigegeben habe.“
Beispielhaft wird die
hysterische und aggressive linke Pogromstimmung am Samstag auch in der
ganzseitigen Reportage „Die Ordnung der Dinge“ in der „Frankfurter Allgemeinen
Zeitung“ von gestern wiedergegeben:
„Der ältere Mann hatte
die braune Jacke aus dem Schrank geholt: die wasserabweisende mit dem
Reißverschluss, wie es sie im Versandhandel oder im Kaffeeladen um die Ecke zu
kaufen gibt. Dazu ein Lederetui für die Farbkopie mit der Großmoschee.
Eigentlich unauffällig, dachte er. Eigentlich schien nichts dabei zu sein, mit
der S-Bahn in die Stadt zu fahren und sich am Dom entlang bis zur Altstadt
vorzukämpfen. So machen es viele an diesem Samstag im September, auch ältere
Herren von seiner Statur.
Einhundert Meter vor dem
Heumarkt glauben sie ihn trotzdem zu erkennen. „Nicht durchlassen, nicht
durchlassen!“ brüllt eine Frau, deren Stimme vom Schreien schon ganz heiser
klingt. Sie steht in einer schmalen Gasse, inmitten eines Pulks aus aufgeregten
Menschen. Die Umstehenden greifen ihre Parole auf, hysterisch, laut uns wie ein
Mann: „Nicht durchlassen, nicht durchlassen!“, rufen sie. Dann löst sich ein
Kerl aus der Wegsperre, er ist groß und stark und bösen Blickes.
Der Mann trägt eine
grelle Ordnerweste, als käme er vom Saalschutz. Parteiabzeichen sind auf dem
Stoff genäht, er gibt sich reichlich offiziös. „Wer sind Sie, wo wollen Sie
hin?“ fragt er, und die Menschen hinter ihm wiederholen seine Worte im Chor.
Einige wollen einen Ausweis sehen. „Wer sind denn Sie, dass ich Ihnen das
verraten müsste. Lassen Sie mich durch!“, versucht der Eindringling sich zu
wehren. Doch man drängt ihn zurück – zu zweit, zu dritt, zu viert, voller
Drohgebärden und ganz ohne Polizei. Die steht behelmt und mit angestrengten
Gesichtern hinter der Wegsperre und weiß gar nicht, wohin sie schauen soll: zu
den Wahnsinnigen vor oder hinter der Blockade.
In Köln, an diesem
Samstag im September, singt man viel von Demokratie und Meinungsfreiheit und
kann sie – so schmerzhaft das ist – im Grunde nicht ertragen.
„Was haltet ihr denn
eigentlich von der Moschee in Köln, die bald gebaut wird?“ Am Buttermarkt, der
von Kneipen gesäumten Parallelstraße zum Rheinufer, steht ein Herr mit Brille
vor einer der Blockaden. Ein Lehrer offenbar. Er legt darauf Wert, gegen die
Gesinnung von „pro Köln“ zu demonstrieren. Doch er zögert plötzlich, sich zu den
Menschen hinter der Absperrung zu stellen. Was ihn stört, sind die alarmfarbenen
Orderwesten. Sie prägen auch hier das Bild. Sollen es auch. Denn ausgegeben hat
sie „Die Linke“, für zwölf Euro das Stück, wie es heißt. Beim Gewerkschaftsbund
soll es dunklere Westen kostenlos gegeben haben. „Na los, was haltet ihr
davon?“, wiederholt der Lehrer seine Frage. Die Westenträger schauen sich an,
kopfschüttelnd: „Du bis doch auch nur einer von denen“, sagt der eine, der mit
dem Spanferkelbrötchen im Mund. „Ich finde das nicht in Ordnung, wie das hier
abläuft“, sagt der Lehrer. „Wir müssen demonstrieren, klar. Denen da geht es ja
gar nicht um Köln. Aber“ –„Faschist!“, unterbricht ihn der Ordnungshüter. „ Ihr
seid doch genauso krank wie die Rechten, die ihr stark macht. Verfluchte DDR“,
ereifert sich der Lehrer. „Faschist! Mach bloß, dass du wegkommst!“, schleudert
man ihm ins Gesicht.
Prompt stimmt eine Gruppe
auf den Barrikaden die „Internationale“ an. Nicht etwa halb im Scherz, wie dies
früher bei Demonstranten einmal üblich war, zumal bei euphorisierten
Juso-Grüppchen. Sondern laut und aggressiv, durchmischt mit antikapitalistischen
Parolen, die nach einer Woche wie dieser so selbstverständlich skandiert werden
wie selten zuvor."
In einem haben Schramma
und Co. übrigens Recht:
Der 20. September 2008
wird in der Tat als Fanal in die Stadtgeschichte eingehen – aber nicht in dem
Sinne, wie es sich „politisch korrekte“ Politiker und Meinungsmacher wünschen.
Dieser Tag wird vielmehr für das Versagen des Rechtstaates, für eine Niederlage
von Demokratie und Meinungsfreiheit stehen. Jeder geschichtlich Interessierte
konnte am Wochenende in Köln mit eigenen Augen beobachteten, wie schnell es bei
einer hysterisierenden und aufhetzenden Medienberichterstattung der örtlichen
Presse gelingen kann, bei einfachen Gemütern die dunkelsten Charakterzüge
hervorzuholen. Wie schnell es auch gelingen kann, dass Polizeiführer bei
Straftaten wegschauen, dem gewalttätigen Mob die Herrschaft über die Straße
erlauben. Wie Politiker Steinwürfe, Nötigungen, Körperverletzungen und
Landfriedensbruch unter Verkehrung aller Werte als „Zivilcourage“ bejubeln. Wie
Gewalt und Rechtsbruch über Versammlungs- und Meinungsfreiheit siegen können.
Diese Botschaft wird von
nun an vom 20. September 2008 von Köln ausgehen. Die Rechte einer friedlichen
politischen Gruppierung und vieler islamkritischer Bürger und
Parlamentsabgeordneter aus halb Europa wurden unter dem Jubel verblendeter
Politiker und mancher Hetzer in den Redaktionsstuben beschnitten. Dieser Makel
wird an den Verantwortlichen im Rathaus, im Polizeipräsidium und in den
Chefredaktionen haften bleiben.
Die Quittung dafür wird
es bei den Kommunalwahlen am 7. Juni 2009 geben.