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24. September 2008:
Nach
Kölner Polizeiskandal: Offener Brief an deutschen Botschafter in Wien
In Aufarbeitung der unglaublichen
Ereignisse von vergangenem Wochenende in Köln richtete gestern
FPÖ-Generalsekretär NRAbg. Harald Vilimsky in großer Sorge einen Offenen
Brief, der auch prompt für
medialen Wirbel
sorgt, an den deutschen Botschafter in Wien mit folgendem Wortlaut:
S. E. Botschafter Dr. Gerd Westdickenberg Deutsche Botschaft
Metternichgasse 3 1030 Wien Wien, den 23.09.2008
Sehr geehrter Herr Botschafter!
Als Abgeordneter zum Nationalrat der Republik Österreich sowie
Generalsekretär der Freiheitlichen Partei Österreich darf ich Ihnen meine
tiefe Sorge und mein Befremden über den Umgang der Stadtverwaltung sowie
der Polizeiführung in Köln mit gewählten Repräsentanten des
österreichischen Parlamentes mitteilen.
Als angekündigter Redner und Teilnehmer einer Veranstaltung von "pro Köln"
am vergangenen Wochenende zum Thema der Großmoschee in Köln verwahre ich
mich mit Nachdruck und Entschiedenheit dagegen, öffentlich vom Kölner
Oberbürgermeister Fritz Schramma als "brauner Biedermann", "Brandstifter",
"Rassist im bürgerlichen Zwirn", Teil einer "verfaulten Clique des
Eurofaschismus" bezeichnet zu werden. Diese Verächtlichmachung kann und
will ich nicht hinnehmen und es entspricht mit Sicherheit nicht jenem Ton,
wie er unter Repräsentanten benachbarter Staaten in Mitteleuropa üblich
ist und sein sollte. Ich teile in diesem Zusammenhang auch mit, dass ich
diese Äußerungen auf straf- und zivilrechtliche Relevanz nach deutschem
und österreichischem Recht prüfen lasse.
Als bemerkenswert und in Europa vermutlich einmaligen Vorgang ist auch die
Tatsache zu bewerten, dass vergangenen Freitag, im unmittelbaren Vorfeld
der Pressekonferenz zu dieser Veranstaltung, linke Gewalttäter unter
Beisein der Polizei ungehindert mit faustgroßen Steinen nach Mandataren
und Journalisten werfen konnten, während die anwesenden Polizeibeamten
diesem kriminellen Treiben völlig tatenlos zugesehen haben. Dies waren zum
Teil lebensbedrohende Attacken, die ich auch durch Bildmaterial
dokumentiert habe. Bis heute hat Oberbürgermeister Schramma zu diesen
skandalösen Ereignissen keine Worte der Verurteilung gefunden, im
Gegenteil, er hat im Nachfeld der - wegen massiver Sicherheitsgefährdung
in weiterer Folge untersagten - Veranstaltung öffentlich sogar begrüßt,
dass Köln den "rechtsradikalen Rattenfängern" eine Absage erteilt hat. Des
weiteren teile ich Ihnen mit, dass ich auch das österreichische
Außenministerium in Kenntnis setzen werde, da durch das Verhalten der
Polizei in Köln aus meiner Sicht mehrere zwischenstaatliche Abkommen über
die Behandlungen von Personen mit diplomatischem Status grob verletzt
wurden. So wurde mir trotz mehrfachem und unmissverständlichem Ersuchen
und unter Vorlage meiner Mandatarsausweise (im Originalbrief mit Nummer
und Ausstellungsdatum, Anm.) vom zuständigen Einsatzleiter der Kölner
Polizei, Herrn Michael Temme, selbst auf mehrmalige Nachfrage jeglicher
Schutz verweigert, obwohl die Gewaltexzesse durch linksmilitante Gruppen
in weiterer Folge sogar zur Verhängung des polizeilichen Notstandes über
Köln geführt haben.
Selbst das international renommierte Magazin "Der Spiegel" hat darüber
berichtet. Ich darf zitieren: "Auch die Polizei wollte nicht helfen. "Wie
kommen wir denn jetzt hier weg?", fragte der aufgebrachte
FPÖ-Generalsekretär Vilimsky den Einsatzleiter. "Also, wir halten Sie ja
nicht auf", antwortete dieser, ohne eine Miene zu verziehen, "Sie können
sich ja ein Taxi rufen"." Zitat "Der Spiegel" Ende. Auch meiner Kollegin
im österreichischen Nationalrat, Frau Abgeordnete Dr. Dagmar
Belakowitsch-Jenewein, Mutter eines Kleinkindes, wurde dieser Beistand von
Herrn Temme von der Kölner Polizei mit Häme verweigert. Dieser Vorfall
ereignete sich vergangenen Freitag um 17.00 Uhr bei der Schiffanlegestelle
Köln-Riehl. In gesonderten Schreiben werde ich darüber auch den Kölner
Polizeipräsidenten Klaus Steffenhagen, den Innenminister des Landes
Nordrhein-Westfalen Ingo Wolf sowie den deutschen Innenminister Wolfgang
Schäuble mit dem dringenden Ersuchen um Stellungnahme in Kenntnis setzen.
Als angekündigter Redner der Veranstaltung von "pro Köln" wurde ich durch
den obersten Repräsentanten der Stadt Köln, Oberbürgermeister Schramma, in
öffentlich wahrnehmbarer Weise als "unerwünschte Person" bezeichnet. Ich
darf Sie daher ferner um dringliche Stellungnahme ersuchen, ob dies der
allgemeinen Beurteilung durch die Bundesrepublik Deutschland entspricht
und wenn ja, ob mit mir auch andere österreichische
Nationalratsabgeordnete und Bürgerinnen und Bürger Österreichs
"unerwünschte Personen sind" und welche dies sind. Gerade vor dem
Hintergrund, dass uns in sicherheitstechnisch sehr gefährlichen
Situationen jeglicher Beistand der Polizei verweigert wurde und der Kölner
Oberbürgermeister pauschal auch Abgeordnete der Republik Österreich
öffentlich diffamiert hat, ist dies eine wichtige und vor allem auch
sicherheitsrelevante Information für die Ausübung eines österreichischen
Mandates in außenpolitischer Hinsicht. Relevant ist für mich auch Ihre
Beurteilung, inwieweit das Recht auf Meinungsfreiheit gemäß EMRK in Köln
noch Gültigkeit hat. Ich habe die Kölner und deutsche Art im Rahmen mehrer
Besuche als sehr freundlich und meinungsoffen kennenlernen dürfen und war
umso erstaunter, mit welcher Aggression der Kölner Oberbürgermeister aber
auch die Kölner Polizeispitze uns begegneten, nur weil wir uns im Rahmen
unserer Tätigkeit als gewählte österreichische Volksvertreter gegen den
Bau einer Moschee mit Minarett in Köln äußern wollten, die im übrigen
einer Diskussion entspricht, die in Österreich völlig sachlich und
nüchtern bereits seit längerem geführt wird.
Ich erachte es als meine Pflicht, im Interesse einer gedeihlichen
Fortentwicklung der deutsch-österreichischen Verbundenheit, diese
Angelegenheit einer raschen Klärung zuzuführen und ersuche höflich und
dringlich um Bewertung dieser Vorkommnisse, die nicht nur bei mir große
Besorgnis ausgelöst haben und auch um Bekanntgabe etwaiger Konsequenzen
dieser Angelegenheit.
Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung
Harald Vilimsky eh
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