Mutiger Kommentar des „Westfalen-Blattes“
gegen die berufliche Diskriminierung von Thomas Borgartz, die an „die
Gesinnungsschnüffelei der DDR und die dort üblichen Berufsverbote“
erinnern würde.
Seit
gestern bekannt wurde, daß der pro-NRW-Bezirksvorsitzende in Ostwestfalen, der
48jährige Fachdozent Thomas Borgartz, von seinem Arbeitgeber aus
politischen
Gründen beurlaubt wurde, hagelt es Proteste und Solidaritätserklärungen.
Zahlreiche Faxe und E-Mails gingen bei pro NRW ein mit der Aufforderung an Herrn
Borgartz, gegen dieses undemokratische „Berufsverbot“ durch das Technologie- und
Berufsbildungszentrum (tbz) Paderborn vorzugehen. Gleichzeitig bekundeten auch
angesehene Mitglieder von Vereinen und Bürgervereinigungen aus Bielefeld, mit
pro NRW vor Ort ins Gespräch kommen zu wollen. Für das tbz Paderborn gab es von
allen Seiten heftige Kritik; viele wollen sich in den nächsten Tagen persönlich
mit Hauptgeschäftstelle der Lehreinrichtung in Verbindung setzen:
Technologie- und Berufsbildungszentrum Paderborn
Waldenburger Straße 19
33098 Paderborn Tel.: 0 52 51 /
700-0
Fax: 0 52 51 / 700-209
E-Mail:
info@tbz.de
Gleichzeitig gab es heute auch einen bemerkenswerten Kommentar der renommierten
Tageszeitung „Westfalen-Blatt“ zur „Causa Borgartz“, in dem das mangelhafte
Demokratieverständnis der Verantwortlichen kritisiert wird. Wörtlich heißt es im
„Westfalen-Blatt“:
„Demokratie
heißt auch, dass man Meinungen ertragen muss, die man nicht teilt. Eine
Binsenweisheit, sagen Sie? Die Nachrichten der vergangenen Tage geben eher
Anlass zu der Befürchtung, dass breite Schichten, auch in der Politik, nicht
bereit sind, weitgehend umstrittene Ansichten zuzulassen … Da hat das
Paderborner Technologie- und Berufsbildungszentrum (TBZ), eine
Weiterbildungseinrichtung, den Dozenten Thomas Borgartz beurlaubt, weil er in
der vergangenen Woche zum Bezirksvorsitzenden der »Bürgerbewegung pro NRW«
gewählt worden ist - einer Gruppierung, die bei der Kommunalwahl 2009 mit
eigenen Listen in NRW antreten will und die ihre Wähler nach eigenen Angaben
rechts von der CDU suchen will. Dabei hat Borgartz als Dozent beim TBZ nach
Angaben der Weiterbildungseinrichtung »niemanden indoktriniert«. Ihn trotzdem
kaltzustellen, erinnert an die Gesinnungsschnüffelei der DDR und die dort
üblichen Berufsverbote. Der Mann mag ja eine extreme Meinung vertreten, aber
darf er deshalb wie ein Straftäter behandelt werden? Man muss ja »Pro
Nordrhein-Westfalen« nicht wählen - aber man darf. Kritiker erreichen bei den
Anhängern der extremen Linken und der extremen Rechten nur das Gegenteil von
dem, was sie wollen, wenn sie mit Schaum vor dem Mund die Gutmensch-Keule
schwingen und blind zuschlagen. Das nährt nur den Widerstand, das treibt die
Protestwähler an die Urnen.“
Hierzu
erklärt der pro-NRW-Generalsekretär Markus Wiener, der selbst lange Jahre als
Journalist gearbeitet hat:
„Der
Kommentar in der Westfalen-Post ist für die heutige Zeit ein erstaunlich
objektives und mutiges Statement für die Meinungsfreiheit und die Freiheit des
Andersdenkenden. Denn diese Grundwerte unserer demokratischen Gesellschaft
werden seit einigen Jahren im sogenannten ‚Kampf gegen Rechts’ Stück für Stück
außer Kraft gesetzt – leider viel zu oft unter tatkräftiger Mitwirkung
linksgestrickter Journalisten. Um so wohltuender ist dieser mäßigende
Zwischenruf einer renommierten Tageszeitung. Wir können nur hoffen, daß auch die
Verantwortlichen des tbz Paderborns die Intoleranz und Rechtswidrigkeit ihrer
Kurzschlußhandlung erkennen und Herr Borgartz bald wieder an seiner
Wirkungsstätte lehren kann.“