Ein Jahr vor der
Kommunalwahl scheint sich der Kreisverband Köln der CDU teilweise in
Auflösung zu befinden. Nachdem die Union in Ehrenfeld ihren
stellvertretenden Bezirksbürgermeister Jörg Uckermann an pro Köln verloren
hat, ist ihr jetzt auch der Chorweiler Bezirksbürgermeister Hans-Heinrich
Lierenfeld abhanden gekommen. Er wurde am 19. Juni im Rahmen einer überaus
turbulent verlaufenen Bezirksvertretungssitzung abgewählt und durch Jürgen
Kirchner (SPD) abgelöst. Die CDU räumte kampflos das Feld. Ihre eigenen
Bezirksvertreter unterstützen den SPD-Mann, nachdem sie sich mit
Lierenfeld und dessen Frau, die in Chorweiler ein Mandat in der
Bezirksvertretung innehat, zerstritten haben.
Persönliche Ablehnung, wenn
nicht gar Haß prägte das Klima der Bezirksvertretungs-Sitzung, deren Ergebnisse
von Lierenfeld angefochten werden. Durch zahlreiche Anträge zur Geschäftsordnung
hatte der langjährige CDU-Kommunalpolitiker seine Abwahl verzögert. Im Verlauf
der Sitzung riefen dann Heinrich Lierenfeld und seine Frau Lidwina
Lierenfeld-Welter die Gründung einer eigenen Fraktion aus. Was aus dieser
Deklaration wird, erscheint derzeit ungewiß. Zunächst forderte Lierenfeld unter
Verweis auf die Fraktionsgründung seine Teilnahme an einer im Sitzungsverlauf
improvisierten Fraktionsvorsitzenden-Besprechung ein. Auf der Internetseite der
Stadt Köln wird seit dem 20. Juni zwar bereits Kirchner als Bezirksbürgermeister
geführt, die Lierenfelds werden aber immer noch der CDU-Fraktion zugerechnet.
Heinrich Lierenfeld ist
beruflich selbstständig und gilt hinsichtlich seines kommunalpolitischen
Engagements nicht als fleißig. Oft hat er die Teilnahme an Sitzungen versäumt.
Warum die CDU ihn in Chorweiler trotzdem an ihre Spitze stellte und ins Amt des
Bezirksbürgermeisters wählte, erschien deshalb zunächst rätselhaft. Die einfache
Antwort auf dieses Frage lautet offenbar: Die ehemalige Volkspartei hat in
Chorweiler schlicht keinen Besseren! Sie wählt lieber einen SPD-Vertreter ins
höchste Amt der Bezirksvertretung Chorweiler, als sich mit einem ihrer eigenen
Leute weiter zu blamieren, frei nach dem Motto: „Hurra, wir kapitulieren!“
Diese CDU ist für Kölner, die
Wert auf konservative Tugenden wie Zuverlässigkeit legen, längst unwählbar
geworden. Gut nur, daß es für ehemalige Unionswähler in der Domstadt eine
verläßliche Alternative zu allen Altparteien gibt: Bürgerbewegung pro Köln –
damit Sie sich nicht schwarz ärgern müssen!