Es ging hoch her am
vergangenen Donnerstag, als die Fraktion pro Köln zur Bürgeranhörung in
Sachen Großmoschee ins Ehrenfelder Bezirksrathaus eingeladen hatte.
Organisierte Linksextremisten, die zum Teil vermummt auftraten, wurden von
Bezirksbürgermeister Josef Wirges ins Rathaus eingelassen, um den Zugang
zu der Versammlung versperren zu können. Die Polizei mußte zur
Durchsetzung der Versammlungsfreiheit massiv werden – gegen die linken
Störer.
Aber davon lesen Sie nichts in
der Zeitung, und auch die Fernsehberichte zu der Bürgeranhörung befassen sich
mit einem ganz anderen Thema. Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die
behauptet von Jörg Uckermann, dem Vorsitzenden der Ehrenfelder pro-Köln-Fraktion,
geschlagen worden zu sein.
Eine Verletzung konnte die junge
Dame mit Zuwanderungshintergrund bislang zwar nicht vorweisen, aber ihr könnte
trotzdem eine Medienkarriere bevorstehen. Und vielleicht wird sie ja auch bald
für den „Ehrenpreis des Bündnisses für Zivilcourage“ und den sächsischen bzw.
hier wohl eher den nordrhein-westfälischen Verdienstordnen vorgeschlagen. So wie
die 18jährige Ehrenpreisträgerin Rebecca K. aus dem sächsischen Mittweida, die
allerdings der jungen Kölnerin etwas Wichtiges voraus hatte: Sie konnte Presse
und Fernsehen furchterregende Narben als angebliche Folge „rechter Gewalt“
vorzeigen.
Damit machte sie in Mittweida
Medien-Karriere. Etwa fünf Zentimeter lang waren die Schnitte in Gestalt eines
Hakenkreuzes, die ihr von vier rechten Jugendlichen in die Hüfte geritzt worden
sein sollen. Sie sei einem sechsjährigen Aussiedlerkind zu Hilfe geeilt, das von
den vier „Neonazis“ angegriffen worden sei, hieß es in den Massenmedien. Das
Kind bestätigte selbstverständlich zunächst die dramatische Darstellung. Die
allgemeine Betroffenheit kannte keine Grenzen.
Die Geschichte hatte nur leider
einen Haken: Sie war frei erfunden. Die junge Frau wollte sich wichtig tun und
hatte sich die Schnittverletzungen selbst zugefügt. Deshalb hat die
Staatsanwaltschaft Chemnitz jetzt Anklage erhoben wegen des Verdachts der
Vortäuschung einer Straftat. Zuvor hatten Politiker noch die Bevölkerung in
Mittweida beschimpft, weil sich trotz aller einschlägigen Bemühungen für die
„Tat“ keine Zeugen finden lassen wollten … - Da hätte man vielleicht mit ein
paar tausend Euro Belohnung nachhelfen sollen?
Jörg Uckermann ist ein
gestandener Kommunalpolitiker, er war jahrelang stellvertretender
Bezirksbürgermeister von Ehrenfeld und Ortsverbandsvorsitzender der Ehrenfelder
CDU. Er hätte sich selbstverständlich niemals träumen lassen, unmittelbar nach
seinem Wechsel ins oppositionelle Lager in Gestalt der Bürgerbewegung pro Köln
mit fingierten Gewalt-Vorwürfen konfrontiert zu werden. Die gegen ihn gerichtete
Medienkampagne hat er mit Fassungslosigkeit zur Kenntnis genommen.
Ein Gutes haben die Vorwürfe:
Sie sind derart dick aufgetragen, daß man die Inszenierung geradezu mit Händen
greifen kann. Pro Köln soll ein Jahr vor der Kommunalwahl mit Dreck beworfen,
die Repräsentanten der Bürgerbewegung sollen öffentlich verächtlich gemacht
werden.
Was kommt als nächstes?
In Rußland ist der Vorwurf an
die Adresse von Oppositionellen sehr beliebt, sie hätten die Steuer hinterzogen.
Sie werden dann enteignet und eingesperrt. Gewiß ist es reiner Zufall, daß beim
Kölner Verleger Manfred Rouhs bereits mehrfach eine steuerliche Betriebsprüfung
stattgefunden hat. Die allerdings jeweils ergebnislos verlief. Aber man könnte
es ja einfach wieder einmal versuchen …
Gegen Markus Beisicht werden
seit Jahren in bestimmten Medien schwere Vorwürfe erhoben, weil er als
Strafverteidiger vor Gericht Kriminelle vertreten hat. Die Methode, einen in
oppositionellen Zusammenhängen tätigen Anwalt mit den Untaten seiner
Mandantschaft in Verbindung zu bringen, ist u.a. in einigen südamerikanischen
Staaten und in Weißrußland sehr beliebt. In einem funktionierenden
demokratischen Rechtsstaat dagegen werden Anwälte als unabhängige Organe der
Rechtspflege geachtet, und jedem Straftäter wird ein Recht auf professionelle
Verteidigung zugestanden. Journalisten sind indessen nicht zwingend
verpflichtet, die Legitimität solcher Rechtsprinzipien in ihrer
Berichterstattung zu berücksichtigen.
Wir dürfen uns also in den
kommenden zwölf Monaten auf Einiges gefaßt machen. Pro Köln setzt den alten
politischen Kräften derart erfolgreich zu, daß sie offenbar glauben, sich nur
noch mit Schmutzkampagnen gegen die Bürgerbewegung wehren zu können.
Wir werden darauf betont
sachlich und mit großer Gelassenheit reagieren. Und uns weder einschüchtern
lassen, noch die gegen uns gerichteten Verunglimpfungen unwidersprochen im Raum
stehen lassen.
Jörg Uckermann und auch alle
anderen pro-Köln-Mitglieder haben bei der Ehrenfelder Bürgeranhörung am
vergangenen Donnerstag weder eine Frau, noch sonst irgend jemanden geschlagen.
Wer etwas anderes behauptet, sagt die Unwahrheit.