Geschichtslehrer wird neuer KVB-Chef
Die Freude bei den
Kölner Genossen kannte kaum Grenzen: SPD Mann Jürgen Fenske - aus Hamburg - wird
im vierköpfigen KVB-Vorstand neuer Vorsitzender. Von Beruf ist Fenske, wie
Schramma, Geschichtslehrer. Die Fahrgäste der Kölner Verkehrsbetriebe dürften ob
solcher brillianter fachlicher Verkehrskompetenzen auch weiterhin herrliche
Zeiten erwarten. Als Pädagoge wird er den Kölner Bürgerinnen und Bürgern
sicher erklären können, warum Bus und Bahn immer teuer werden, der Service
dagegen immer schlechter. Zur Not sind es mal wieder Globalisierung und der
Klimawandel, die Lieblingsargumente der GRÜNEN, die der KVB zu schaffen machen.
Vorab war mit den
Klüngelgenossen von der CDU, den GRÜNEN und der FDP ein satter Trost für die CDU-Funktionäre ausgehandelt worden:
deren Ex-Parteichef Walter Reinarz wird nun trotz großem öffentlichem
Widerspruch im Gegenzug für seinen politischen Rückzug mit einem weiteren
Luxus-Vertag bedacht, der ihm jährlich 330.000 € garantiert – als de facto
Frühstücksdirektor.
Kritik aus der CDU?
Mitnichten! Nachdem innerparteiliche Kritiker der Basis mit Ordnungsmaßnamen und
Parteiausschlüssen mundtot gemacht wurden, fühlen sich die Herren Granitzka,
Hollstein und Reinarz wieder sicher. Mein Gott Walter!
Unser besonderes Mitleid
gilt dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Börschel. Mit öligem Bedauern klagte
er gegenüber der „Bild“-Zeitung von vergangenem Samstag traurig sein Lied: Er,
Börschel, hätte im Aufsichtsrat der KVB der Vertragsverlängerung von Reinarz
leider, leider zustimmen müssen. Als wäre Genosse Börschel in seiner Funktion
als obererster SPD-Klüngler gar nicht an diesem anrüchigen Deal mit Reinarz
beteiligt gewesen. Er hält die Kölner Bürgerinnen und Bürger vielleicht
tatsächlich für sehr naiv, wenn er seine Zustimmung zum Luxusvertrag mit
Klüngelfreund Reinarz damit entschuldigt, daß in diesem Gremium nur mit „Ja“
hätte gestimmt werden können.
Nanu? Sind die
KVB-Gremien also ein Vorgriff auf den demokratischen Sozialismus, den die
SED-Nachfolgepartei gerne für ganz Deutschland wieder einführen
würde? Der armen Jungpolitiker Börschel (hauptberuflich im Düsseldorfer Landtag,
nebenbei im Rat der Stadt Köln) muß sich schließlich auch noch mit den
Aufsichtsräten von Stadtsparkasse, GEW, u.v.m. herumschlagen. Aber Hoffnung
naht, wenn sein Vorgänger Nobert Rüther seinen Strafprozess vor dem Kölner
Landgericht überstanden hat. Die Tipps des Ex-SPD-Granden sind sicher Gold wert.
Übrigens: Am Sonntag 7.
Juni 2009 sind in Köln Kommunalwahlen. Und hier werden die Bürgerinnen und
Bürger Kölns die Chance erhalten, den Kölner Klüngelsumpf mit einem „Nein“ für
die Altparteien endlich auszutrocknen!