Der in der
Auseinandersetzung um den Bau der Kölner Großmoschee in Ehrenfeld von
Islamisten mit dem Tode bedrohte Schriftsteller Ralph Giordano forderte
jetzt die Bundesregierung auf, die Zusammenarbeit mit islamischen
Verbänden zu beenden. „Die Integration der Muslime in Deutschland ist
gescheitert, weil es mit den islamischen Verbänden in Grundsatzfragen
keinen Konsens gibt“, erklärte der Schriftsteller unlängst auf der
„Kritischen Islamkonferenz“ in Köln.
Wie zum Beweis lieferte die
staatliche türkische Religionsbehörde Diyanet, die auch die Imame in dem
türkischen Moscheen Deutschlands entsendet, zwei für Muslime verbindliche
religiöse Leitfäden, die den kritischen Betrachter an die Anfänge der
islamischen Revolution im Iran und Afghanistan erinnern. So heißt es zum
staatlich geförderten Frauenbild in der Türkei, dass Frauen in der
Öffentlichkeit kein Parfüm benutzen und Kontakte mit fremden Männern vermeiden
sollten, weil der Prophet Mohammed solches Verhalten als „unmoralisch“
bezeichnet habe.
Unter dem Titel „sexuelles
Leben“ wird den Frauen empfohlen, sich sorgfältig zu verhüllen, um ihren Körper
nicht Fremden zu zeigen. Ehebruch sei bereits ein unziemliches Wort, ebenso ein
Blick, denn es gebe den „Ehebruch der Zunge, des Mundes, der Hand, des Fußes und
des Auges“.
Wenn eine Frau und ein Mann in
einem Raum allein sind, so heißt es im Text, dann ist der Dritte im Raum der
Teufel. Und das sei ein Problem, denn „Keuschheit und Ehre sind untrennbar“ und
es gäbe kein Mittel gegen „befleckte Ehre“. Ein besonders folgenschwerer Satz,
denn die „befleckte Ehre“ ist der Grund für jeden Ehrenmord.
Eine zweite Anregung der
staatlichen Religionsbehörde will die regierende islamistische AKP bereits in
einer Gesetzesinitiative umsetzen und den Kauf von Alkohol schwieriger machen.
Ein neues Gesetz soll die in der Türkei beliebte Bestellung von Alkoholika über
das Telefon oder Internet und deren anonyme Lieferung verbieten: Wer Bier, Wein
oder das Landesgetränk Raki trinken will, muss in einem Laden einkaufen, der
über die entsprechende Lizenz verfügt.
Die neuen Bestimmungen verbieten
auch Werbung für Alkohol, Alkoholhersteller dürfen nicht mehr als Sponsoren
auftreten, Geschäfte keine Reklamepreise mehr für Alkoholika ausschreiben und
Alkohol darf nicht als Preis bei Gewinnspielen vergeben werden.
Dass es der AKP dabei nicht nur
um gesundheitliche Fürsorge geht, beweist eine eigentümliche neue Bestimmung:
Alkohol darf auch nicht mehr in den traditionellen Silvester-Geschenkpaketen
enthalten sein.
Ebenfalls verboten wird auch das
offene Ausschenken von Wein oder sonstigem Alkohol im Glas, wie das in kleinen
Läden und Imbissstuben bisher erlaubt war.
Die erste Auswirkung der neuen
religiösen Verordnungen bekam ausgerechnet die türkischstämmige SPD-Abgeordnete
Dilek Kolat bei einem Besuch einer SPD-Deligation in Instanbul zu spüren. Mit
Hinweis auf ihre Herkunft wurde ihr im Hotel ein Glas Wein verwehrt, nicht aber
ihren Kolleginnen.
Hierzu erklärt der pro
Köln-Vorsitzende Rechtsanwalt Markus Beisicht: „Die Türkei befindet sich
offenbar tatsächlich auf dem Weg zum islamistischen Gottesstaat. Nur
multikulturelle Träumer können dies negieren. Die AKP ist und bleibt eine
gefährliche islamistische Vereinigung. Selbst der ‚Kölner Stadtanzeiger’ mußte
unlängst zugestehen, daß der Einfluß der türkischen Regierung auf die in der
türkisch-islamischen Union Ditib organisierten Moscheevereine in Deutschland
offenbar weit größer als bisher angenommen ist. Laut einem Bericht des ‚Kölner
Stadt-Anzeigers’ bestimmen Beamte der türkischen Religionsbehörde Diyanet den
Vorstand der in Köln ansässigen Ditib. Die Vereinssatzung der Ditib sehe vor,
daß sich nur solche Kandidaten zur Wahl stellen dürfen, die ein Beirat
vorschlagen hat. Vorsitzender dieses Beirats, dessen Aufgabe es unter anderem
auch ist, den Vorstand ‚in allen wichtigen Angelegenheiten’ zu beraten, ist der
Präsident der türkischen Religionsbehörde, Ali Bardakoglu. Jeder weitere
Moscheebau verfestigt daher die Parallelgesellschaft und stärkt letztendlich den
islamistischen Extremismus. Als engagierte Demokraten müssen wir die Werte
unseres Grundgesetzes gegenüber der islamistischen Herausforderung verteidigen.“