Anlaufpunkt für Jugendgangs in
Weidenpesch
Die Bezirksvertretung Nippes hat auf
Antrag der SPD-Fraktion am 28. Februar beschlossen, in einem leerstehenden
Ladenlokal in der Jesuitengasse 61 in Weidenpesch einen städtischen
Jugendtreff einzurichten, der als Anlaufpunkt für Problemjugendliche aus dem
Stadtbezirk dienen soll. Dort machen rivalisierende deutsche und
türkische Jugendbanden den Anwohnern das Leben schwer. Da wäre es wohl
naheliegend, sich um eine verstärkte Polizeipräsenz im Viertel zu bemühen
und hart durchzugreifen, äußerte der Nippeser pro-Köln-Bezirksvertreter
Manfred Rouhs, der den SPD-Antrag selbstverständlich ablehnte. Die
Mandatsträger der Altparteien zeigten dafür keinerlei Verständnis.
Rouhs stellte klar, daß ein neuer
Anlaufpunkt in der Jesuitengasse auch bei funktionierender
verständnispädagogischer Betreuung aus der einschlägigen Klientel keine
angenehme Nachbarschaft machen wird. Und er setze sich kritisch mit der
Antragsbegründung der SPD-Fraktion auseinander, die attestierte, daß „es in
Weidenpesch immer wieder zu Spannungen zwischen rivalisierenden
Jugendlichen, bei denen sich häufig auch Anwohner und Passanten bedroht
fühlen“, kommen würde. Anwohner und Passanten hätten nicht nur das
subjektive Empfinden einer Bedrohung, sie seien bei derartigen Bandenkämpfen
tatsächlich Gefahren ausgesetzt, stellte Rouhs klar. Die SPD schreibt selbst
über die Pallenbergstraße in Weidenpesch, daß sich diese zu einem
„Krisenherd“ entwickeln würde. Der soll jetzt, so Rouhs, offenbar durch die
in der Jesuitengasse geplante Einrichtung institutionalisiert werden.
Die SPD-Bezirksvertreter verloren über
diese Lageeinschätzung völlig die Fassung und beschimpften Rouhs als
Interessenvertreter von Personen, die ihre Probleme mit dem Baseballschläger
lösen würden. Diese aus der Luft gegriffenen Unterstellungen wies Rouhs in
einer persönlichen Erklärung zurück. Die Mehrheitsfraktionen nahmen
daraufhin den SPD-Antrag gegen die Stimme von pro Köln an.
Da die Bezirksvertretung eine
Entscheidung über die Einrichtung eines sogenannten Jugendzentrums nicht
allein treffen kann, nimmt der Vorgang jetzt den Weg durch die
kommunalpolitischen Instanzen. Aber dabei bleibt es nicht. Pro Köln wird die
Bürger in Weidenpesch informieren, was ihnen die Kommunalpolitik hier
einzubrocken versucht. Das letzte Wort über den geplanten Anlaufpunkt für
Jugendgangs in Weidenpesch ist noch nicht gesprochen – und die Weidenpescher
werden dabei ein gewichtiges Wort mitzureden haben!