Die erste Initiative
zum Bau einer repräsentativen Groß-Moschee in Köln ging nicht von den
Kölner Moslems aus, sondern von weltfremden deutschen Polit-Funktionären.
Der Stadtrat faßte 1996, also vor nunmehr 12 Jahren, einen ersten
entsprechenden Beschluß. Alle Kölner Moslems sollten sich
zusammenschließen und die Domstadt um eine repräsentative Moschee mit
Kuppel und Minarett „bereichern“, lautete die von SPD, CDU, FDP und Grünen
ausgegebene Parole.
Dummerweise gibt es „die“
Moslems nicht. Das hat unsere hochbezahlte und allseits gebildete politische
„Elite“ leider übersehen. Die moslemischen Teilnehmer der entsprechenden
Gesprächskreise hatten sich wechselseitig nicht allzu viel zu sagen. Denn sie
sind zum einen anhand der Nationalität zu unterscheiden, und zwar nach Arabern,
Persern und den Angehörigen der Turkvölker. Die sind sich untereinander nicht
immer grün. Das konnte im Rathaus selbstverständlich niemand ahnen …
Und dann gibt es da auch noch
den kleinen aber feinen Unterschied zwischen Schiiten und Sunniten. Der ist zwar
auf der theologischen Ebene nicht der Rede wert, hat sich aber politisch
verselbständigt und beispielsweise im Irak seit dem Sturz Saddam Husseins
bereits einige zehntausend Todesopfer gefordert. Unsere städtische politische
Klasse ist international mit einer Unkenntnis, die sie hat glauben machen,
Schiiten und Sunniten könnten in ein- und derselben Kölner Groß-Moschee beten
und ihren Konflikt beilegen, in erstklassiger Gesellschaft. Der ehemalige
US-Diplomat Peter Galbraith hat kürzlich öffentlich gemacht, daß auch Georg Bush
wenige Monate vor dem Angriff seiner Truppen auf den Irak von diesem Unterschied
noch nichts gehört hatte.
Völlig unerwartet lief der von
oben, aus dem politischen Apparat heraus blind und dumm zusammengewürfelte
„Trägerverein Kölner Zentralmoschee“ auseinander. Statt dessen nahm die
türkisch-islamische Union DITIB dankbar den Ball an, den ihr die
Politfunktionäre aus dem Rathaus zugespielt haben. Sie plant nun den Bau einer
rein türkischen Moschee und die Herausbildung einer Infrastruktur, die aus
Ankara ferngesteuert wird. Das war zwar zunächst von den eigentlichen
Initiatoren des Großmoschee-Projektes so nicht beabsichtigt, wird aber
mittlerweile mangels Alternative nicht nur akzeptiert, sondern geradezu
hysterisch beklatscht.
An Peinlichkeit nicht zu
überbieten ist in diesem Zusammenhang eine
hier verlinke Internetveröffentlichung der Kölner FDP. Da haben sie nun 12
Jahre lang gegen den Willen der Mehrheitsbevölkerung und wider alle Vernunft den
Bau einer Groß-Moschee vorangetrieben und sind immer wieder gescheitert –
bislang ist noch nicht einmal der Bebauungsplan geändert worden, so daß der
Bauantrag der DITIB nicht genehmigungsfähig ist -, und dann schreiben sie Sätze
wie: „Die Ditib-Moschee in Ehrenfeld wird sicher zu einem Hingucker und zu einer
neuen Sehenswürdigkeit Kölns werden, auf die die Kölnerinnen und Kölner stolz
sein werden.“ Daß neben Fragen der Architektur vielleicht auch solche nach der
Islamisierung unserer Heimatstadt Köln von Bedeutung sein könnten, kommt jenen
Polit-Funktionären, die solche Äußerungen tun, offenbar überhaupt nicht in den
Sinn.
Unsere politische Klasse hat mit
dem Reich Gottes eines gemeinsam: Sie ist nicht von dieser Welt. Ihre Neigung,
sich eine Operetten-Realität zu schaffen, trägt Züge einer Realsatire. Dumm ist
nur, daß wir alle gemeinsam ausbaden müssen, was uns eine Handvoll Traumtänzer
eingebrockt haben!