Eine Stadt ruiniert sich selbst
Die Stadt Köln will in den kommenden
Jahren rund 1.000 neue Mitarbeiter einstellen. Im Finanzausschuß feierten
Vertreter der Altparteien einen entsprechenden Stellenplan der Verwaltung als
„Jobmotor“ für unsere Stadt. Manfred Rouhs, der für pro Köln an der Sitzung
teilnahm, blieb das Lachen darüber im Halse stecken. Denn die langfristigen
Auswirkungen der Einstellungswelle, die reihum alle Ämter bedient und den
Verwaltungsapparat erheblich aufbläht, werden verheerend sein.
Dabei hält sich der Nutzen für die Kölner
Bürger in Grenzen. Denn wo unten neues Personal seinen Weg in den städtischen
Dienst findet, wird nach oben befördert. Je höher ein Beamter befördert wird,
desto weniger unmittelbar wertschöpfende Arbeit muß er leisten. Er kommandiert
andere herum und betreibt unter Verweis auf deren Leistungen seine nächste
Beförderung, behaupten böse Zungen. Jedenfalls ist er aber zunehmend nicht mehr
für’s Arbeiten zuständig, sondern dafür, daß andere arbeiten. Brauchen wir
wirklich immer mehr Beamte, die andere Beamte und städtische Bedienstete zum
Arbeiten anhalten?
Rouhs hielt der versammelten
Verwaltungsspitze im Finanzausschuß vor, was sie anrichtet:
Durch die Einführung der doppelten
Buchführung im Rahmen des NKF gewinnt die Stadt für einen Moment jene
Kreditwürdigkeit zurück, die sie in den letzten Jahren verspielt hatte. Was
macht sie mit dieser Möglichkeit? Sie stellt neues Personal ein, das sie aus der
Substanz bezahlt. Zudem werden diverse Wünsche aus dem politischen Apparat
bedient. Personal, das die Stadt einmal eingestellt hat, wird sie so schnell
nicht wieder los. In überschaubarer Zeit stehen wir wieder da, wo wir vor der
Umstellung auf das NKF gestanden haben, die ja nur eine rechnerische, nicht aber
einen tatsächliche Veränderung unserer Situation mit sich brachte: kurz vor dem
Nothaushalt.
Diese unbequeme Wahrheit aber will im Rathaus
niemand hören. CDU, SPD und Grüne haben den ruinösen Stellenplan der Verwaltung
im Finanzausschuß glatt durchgewunken.
Unmittelbar vor dem Finanzausschuß, der am 9.
Juni ab 9.00 Uhr tagte, befaßte sich der Jugendhilfeausschuß mit dem
Doppelhaushalt 2008/2009. Die Sitzung im Ratssaal wurde bereits für 7.30 Uhr
anberaumt. Dabei ging es immerhin um Leistungsauschüttungen in Millionenhöhe zum
Wohl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen bis höchstens 27 Jahren in
unserer Stadt. Dafür wären nun bis zum Beginn der Sitzung des Finanzausschusses
eineinhalb Stunden Zeit gewesen. Trotzdem war die Sitzung schon nach 28 Minuten
beendet.
Denn SPD, Grüne und CDU hatten im
Hinterzimmer bereits alles Wesentliche ausgeklüngelt. Die kritische Frage von
Jörg Uckermann nach dem massenhaften Kindergeldbetrug türkischer Migranten in
Köln, die Kindergeld kassieren, obwohl deren Kinder in der Türkei bei den
Grosseltern aufwachsen und später nach Deutschland einreisen, waren da einfach
nur störend. Auch war die zunehmende Jugendkriminalität, die immer brutaler
wird, überhaupt kein Thema. Statt diesbezüglich für Abhilfe zu sorgen, werden
noch einmal 7,5 Millionen Euro in die Jugendhilfebürokratie gesteckt, z.B. zum
Teil für zusätzliche, rein türkischsprachige sogenannte Jugendprojekte in Kalk.
Wen kann noch wundern, daß aus Parallelgesellschaften immer mehr
Gegengesellschaften werden, wenn deren Verfestigung auch noch von der Stadt
bezahlt wird?
Im großen wie im kleinen gilt: Die Stadtspitze geht mit dem Geld
der Kölner Bürger unverantwortlich um. Die Fraktion pro Köln wird zur
Verabschiedung des Haushalts einen umfangreichen Änderungsantrag einreichen.
Jedem einzelnen Posten, der ausgabenrelevant ist, werden wir einen
Deckungsvorschlag zuordnen. Dem kann der Bürger entnehmen, was wir anders machen
würden, wenn wir die Mehrheit im Rat hätten. Eine andere, erfolgreiche
Haushaltspolitik für Köln wäre möglich, falls im Rathaus der Wille zu wirklichen
Veränderungen vorhanden wäre!