Schneller, höher,
weiter nicht nur bei Oylmpia, auch im Sportausschuss legt man auf
Schnelligkeit wert. Die Doppelsitzung am 3. Juni 2008 dauerte 43
Minuten. Wie ist das möglich? Bei 22 Tagesordnungspunkten? Ob man das noch
toppen kann?
Nun, interessant war die Sitzung
schon,1,5 Millionen Euro wurden verteilt, 600.000 € für ein privates
Vereinsheim im Großraum Lindenthal in unmittelbarer Nachbarschaft zum Wohnort
des Oberbürgermeisters. Ein Schelm, wer böses dabei denkt!
Auch der Vorsitzende des
begünstigten Vereins war in der Kölner Kommunalpolitik kein Unbekannter, und die
Freude war groß. Alle Parteien priesen die Sportverwaltung der Stadt Köln (wobei
es sich übrigens während der gesamten Sitzung um die einzigen Wortmeldungen aus
den Reihen von SPD, CDU und Grünen handelte). Der Stadtteil - ein hochwertiges
Neubaugebiet in der Nähe zum sogenannten Millionärshügel - braucht offenbar
dringend soziale Unterstützung.
Die restlichen Mittel, so schlug
die Verwaltung vor, sollten einem Maßnahmenkatalog zur Sanierung von städtischen
Sportstätten, 50 an der Zahl, zugute kommen! Also 900,000 €. Wie die
Schramma-Verwaltung nur immer auf solche schönen runden Zahlen kommt?
Aus der Vorlage ergibt sich, daß
145.000 € noch fehlen. Bei diesem Punkt blieben die Lobpreisungen aus den Reihen
der Altparteien aus.
Jörg Uckermann fragte für pro
Köln nach, wie es denn um den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit bestellt sei,
wenn ein Verein 600,000 € bekommt und die restlichen teils noch ungedeckten
900.000 € auf 50 (!) andere Sportstätten verteilt werden! Wobei diese dann auch
noch auf drei Jahre bis 2010 gestreckt werden.
Einen Änderungsantag der
Fraktion pro Köln mochten die Altparteien selbstverständlich nicht beschließen.
Man hatte ja auch wichtigeres zu tun, denn im Hansasaal des Historischen
Rathauses warteten schon ehemalige Profisportler auf die Eintragung ins goldene
Buch der Stadt Köln. Wer als erster die Kölchtränke ereichte, ist nicht bekannt.
Der Kampf ums Büffet wurde jedenfalls mit viel sportlichem Elan geführt. Endlich
kam Bewegung in den müden Haufen … es lebe der Sport!