17.
Oktober 2005:
Antrag auf Schließung des Übergangsheimes in Merkenich
Nach jahrelangem
Schweigen ist das Thema „Übergangsheim“ Merkenich endlich auf der politischen
Tagesordnung. Nach den Bürgerversammlungen im Pfarrheim und im Gasthaus „Zum
Treppchen“ gab es eine breit angelegte Medienberichterstattung über Merkenich
und in der nächsten Ratssitzung steht ein pro-Köln-Antrag auf Schließung der
Einrichtung zur Debatte. Wie zu erwarten war, vertreten im Vorfeld dieser
Ratssitzung der „Stadt-Anzeiger“ und die „Rundschau“ einseitig die Position der
Heimbewohner: Die Probleme werden immer noch beschönigt und die Merkenicher
Bürger zum Teil sogar an den Pranger gestellt. Im letzten „Stadt-Anzeiger“-Artikel
„Merkenich: Patt der Angst“ wurden die Tatsachen praktisch auf den Kopf gestellt
und die Heimbewohner zu Opfern gemacht! Gleichzeitig versucht der „Bürgerverein“
die Merkenicher in die Irre zu führen, indem er den Anwohnern verspricht, daß
das Heim bald geschlossen wird, wenn sie jetzt bloß Ruhe geben würden.
Der
Grund für die Angriffe der Kölner DuMont-Zeitungen „Stadt-Anzeiger“ und
„Rundschau“ ist klar:
Damit soll erreicht werden, daß nicht mehr über das eigentliche Problem, nämlich
die kriminellen Übergriffe von Seiten der Heimbewohner, diskutiert wird. Wenn
das Thema schon nicht mehr totgeschwiegen werden kann, so müssen eben die wach
gewordenen Merkenicher Bürger eingeschüchtert werden.
Diese Strategie läuft aber ins Leere, wenn die Merkenicher weiterhin gemeinsam,
ruhig und sachlich ihre Sicht der Dinge öffentlich äußern. Dies kann und sollte
sogar überparteilich gestaltet werden, d.h., daß zum Beispiel die Merkenicher
vor der nächsten Ratssitzung am 3. November ihre Meinung kundtun – so wie es
auch häufig andere Interessensgruppen machen. Derartige Proteste vor den
Ratssitzungen gab es erst vor kurzem wieder von Mitgliedern des Sportvereins ASV
Köln oder der Beschäftigten der Kölner Kinderhorte. Wichtig ist und bleibt aber,
daß der Protest gegen das „Übergangsheim“ aus der Mitte der Merkenicher
Bevölkerung kommt. Nur dann ist die Kölner Kommunalpolitik gezwungen, zu
reagieren. Nur dann kann sich die Situation vor Ort verbessern.
Genau das wissen auch die etablierten Parteien und der von ihnen gesteuerte
„Bürgerverein“, der vom SPD-Bezirksvertreter Alfred Becker geführt wird. Deshalb
versuchen jetzt diese Kräfte, den Merkenichern einzureden, daß das
„Übergangsheim“ bald wegkommen würde, wenn sie sich nur wieder ruhig verhalten
würden. Doch das genaue Gegenteil würde der Fall sein, weil das Thema wieder in
Vergessenheit geraten würde. Die wenigen Familien des Übergangsheimes, die
verlagert wurden, würden durch andere Problemfälle ersetzt werden. An der
Gesamtlage in Merkenich würde sich nicht viel ändern. Erinnert sei hier nur an
die leeren Versprechungen des „Bürgervereins“ aus dem Jahr 2004, die keine
Verbesserungen gebracht haben.
Wenn
es dem „Bürgerverein“ wirklich ernst wäre, dann sollte er die ihm nahestehenden
Altparteien dazu bringen, auf der nächsten Ratssitzung am 3. November dem
pro-Köln-Antrag zur Schließung des „Übergangsheimes“ zuzustimmen. Oder CDU, SPD
und Co. sollen einen eigenen Antrag einbringen, wenn sie schon nicht einem
Vorschlag der „bösen“ Rechten zustimmen wollen. Alles andere ist nur
Augenwischerei und eine reine Vertröstung der Merkenicher. Bei dieser
Ratssitzung müssen die politischen Freunde des „Bürgervereins“ Farbe bekennen:
Sind sie für die Schließung des Heimes oder sind sie dagegen?
Deshalb ist es jetzt so wichtig, am Ball zu bleiben. Besonders im Hinblick auf
besagte Ratssitzung am 3. November, auf der der Antrag zur Schließung des Heimes
in der Causemannstraße behandelt werden wird. Wichtig wäre es, daß die
Merkenicher selbst diese Sitzung in den Blickpunkt der öffentlichen Wahrnehmung
rücken, damit die etablierte Kölner Politik unter Zugzwang gerät.
Schon der bisherige Wirbel hat dafür gesorgt, daß zumindest eine offizielle
Bürgerversammlung einberufen worden ist und die Zahl der Heimbewohner leicht
reduziert wurde. Auch die Eintrittskarten zur nächsten Ratssitzung sind bereits
jetzt restlos vergriffen – ein absolutes Novum!
Dagegen hätte sich gar nichts bewegt, wenn nicht rund 1.000 Bürger die
pro-Köln-Petition für die Schließung des Heimes in der Causemannstraße
unterschrieben hätten. Diese Tatsache muß man sich stets vor Augen halten.
Wenn jetzt die Taktik
von „Zuckerbrot und Peitsche“ – einerseits Einschüchterung durch die Presse und
anderseits falsche Versprechungen von Seiten des „Bürgervereins“ - nicht
aufgeht, dann ist die Schließung des „Übergangsheimes“ weiterhin möglich. Das
Beispiel der Salmstraße in Poll hat bewiesen, daß der entschlossene Bürgerwille
zum Erfolg führt. Die Poller Bürger haben sich ihren Stadtteil zurückgeholt, die
Merkenicher können das auch schaffen!
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