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26. Oktober 2005:

Die braune Vergangenheit der DuMont-Dynastie

Voller Stolz berichtet heute der Express über die diesjährige Verleihung der Dr. Kurt Neven DuMont-Medaille der Westdeutschen Akademie für Kommunikation, einer Einrichtung, die u.a. von der Verlagsgruppe DuMont Schauberg getragen wird. Aus der Verleger-Dynastie erschienen dann auch gleich zwei führende Mitglieder zur Feier des Tages: Konstantin Neven DuMont, Mitherausgeber des Express, und Christian DuMont Schütte. Kein Wunder - schließlich legt man im Hause DuMont wert auf Familientradition und eine selbstbewusste Außendarstellung.

Und der Namensgeber der Medaille, Dr. Kurt Neven DuMont, war früher schließlich Herausgeber des Stadt-Anzeigers und der Kölnischen Zeitung - vor 1945. Seltsam nur, daß die DuMont-Zeitungen nie die Rolle von Dr. Kurt Neven DuMont während der Naziherrschaft kritisch beleuchtet haben, wo sie doch sonst immer die ersten sind bei der Vergangenheitsbewältigung und dem Kampf gegen rechts. Gibt es dafür etwa gute Gründe?

Fakt ist zumindest, daß der damalige Stadt-Anzeiger und die Kölnische Rundschau auch nach 1933 bestens im Geschäft waren - entgegen der späteren Selbstinszenierung als Opfer während der NS-Zeit. Dr. Kurt Neven DuMont konnte recht gut mit den braunen Machthabern, so wie die Verlegerfamilie DuMont schon immer seit 200 Jahren unverbrüchliche Treue gegenüber der Obrigkeit bewies. Kurt Neven DuMont trat folgerichtig 1937 in NSDAP ein und erhielt 1944 sogar das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern vom Goebbelschen Propagandaministerium verliehen. Aus diesem Grund wurde dem Verlagshaus 1945 von den allierten Siegermächten auch die Presselizenz verweigert. Erst seit 1949 gibt es wieder DuMont-Zeitungen in Köln, wobei die Verlegerdynastie seither ihre braune Vergangenheit durch herausragenden Eifer beim Kampf gegen rechts wettzumachen weiß.

Insofern könnte man wohl behaupten, daß in den letzten Jahrzehnten viele anständige, demokratische Patrioten in Köln unter der braunen Vergangenheit des Hauses DuMont zu leiden hatten. So wie zum Beispiel die Bürgerbewegung pro Köln, deren komplette Führungsmannschaft lange nach der Naziherrschaft geboren wurde und felsenfest auf dem Boden des Grundgesetzes steht. Deshalb drängt sich in diesem Fall ein bekanntes Bibelwort geradezu auf:

Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!

 
 
 

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