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28. Oktober 2005:

CDU bleibt sich treu:

Umstrittener Ex-Polizeidirektor wird neuer Fraktionschef

Lediglich mit 19 Ja-Stimmen und immerhin 10 Gegenstimmen wurde Winrich Granitzka zum neuen CDU-Fraktionschef gewählt. Damit bleibt sich die Kölner CDU treu: An der Spitze ihrer Stadtratsfraktion steht ein Mann, der sich erst vor wenigen Tagen von einem staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahren „freikaufte“ und der sich im Zusammenhang mit dem Weltjugendtag ein Millionengeschäft für seine Sicherheitsfirma „erklüngelte“.

Gegen Granitzka war wegen des „SEK-Skandals“ jahrelang ermittelt worden. Bei einem Einsatz der Kölner Elitepolizisten war 2001 eine selbstmordgefährdete Person unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen. Dem damaligen leitenden Polizeidirektor Granitzka wurde vom Landeskriminalamt „Strafvereitelung im Amt“ vorgeworfen, weil er angeblich interne Ermittlungen behinderte. Erst vor wenigen Tagen konnte Granitzka bei der Kölner Staatsanwaltschaft durch eine karitative Geldspende die Einstellung der Untersuchung erreichen.

Zusätzlich trübes Licht wirft eine Klüngel-Affäre auf den neuen CDU-Fraktionschef. Granitzka hatte nach seiner Beamtenlaufbahn eine eigene Sicherheitsfirma gegründet, die dann nach kürzester Zeit einen millionenschweren Auftrag von der Weltjugendtags gGmbH erhielt. Politische Beobachter gehen davon aus, daß sich Granitzka als absoluter Branchenneuling nur durch seine guten politischen Kontakte diesen Auftrag „erklüngeln“ konnte. Die Affäre wurde im August von pro Köln aufgegriffen, wobei die Kölner DuMont-Medien wie üblich ihre schützende Hand über den etablierten Politiker hielten. Allerdings berichtete die politische Monatszeitschrift „Die Aula“ über diesen Skandal.

Die Wahl Granitzkas kommentierte die pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Judith Wolter wie folgt:

„Diese Entscheidung der Kölner CDU bedeutet Kontinuität im schlechtesten Sinne. Damit rückt ein Mann an die Spitze der CDU-Stadtratsfraktion, der integraler Teil des Kölschen Klüngels ist. Winrich Granitzka und Oberbürgermeister Fritz Schramma dürften sich gut verstehen, haben sie doch Ähnliches erlebt: Beide sind verstrickt in Klüngel-Affären und beide kennen die Erfahrung eines staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsverfahrens. Der Kölner CDU stellen solche ‚Führungspersönlichkeiten‘ aber ein moralisches Armutszeugnis aus.“

 
 
 

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