28.
Oktober 2005:
Eklat im
Beschwerdeausschuß
Die Sitzung des
Beschwerdeausschusses am 27. Oktober führte zu einem Eklat, bei dem es um die
Trennung der Konrad-Adenauer-Hauptschule und des Montessori-Gymnasiums ging, die
derzeit im Schulzentrum Pesch zusammengefaßt sind. Noch vor Eintritt in die
Beratung erklärte der grüne Ausschuß-Vorsitzende Horst Thelen, er werde den
pro-Köln-Vertreter Manfred Rouhs sofort von der Beratung ausschließen, falls der
den multikulturellen Hintergrund eines Teils der Hauptschüler, von denen
Belästigungen zum Nachteil der Gymnasiasten ausgegangen sind, thematisieren
würde. Das in Pesch verbreitete pro-Köln-Flugblatt
„Elterliche Sorge um das
Schulzentrum Pesch“ sei „Volksverhetzung“. Rouhs dürfe zudem auf dieses Verdikt
des hohen Vorsitzenden auch nicht erwidern, meinte Thelen. Ihm pflichtete neben
der SPD-Fraktion insbesondere die CDU-Fraktion bei, deren neugewählter
Fraktionsvorsitzender Winrich Granitzka ausdrücklich dem demokratischen Dialog
mit pro Köln eine Absage erteilte.
Rouhs indessen zeigte
sich unbeeindruckt und trotzte dem Ausschußvorsitzenden nach mehrfacher
Unterbrechung seiner Stellungnahme zur Sache das Recht ab, eine persönliche
Erklärung abzugeben, in deren Rahmen er Thelens Verhalten als undemokratisch
bewertete und dem multi-kulti-begeisterten Grünen ideologische Verblendung
vorwarf. Während Rouhs sprach, verließen die stimmberechtigten
Ausschußmitglieder von CDU, SPD und FDP den Sitzungssaal. Vor der Tür warteten
sie einige Minuten, bis Rouhs, der seine Redezeit voll ausschöpfte, zu Ende
gesprochen hatte. Dann wurde ihnen mitgeteilt, daß die Sitzung weitergeht,
woraufhin sie wieder ihre Plätze einnahmen – wie im Kindergarten. Der
Bürgerantrag auf Ausgliederung des Gymnasiums aus dem Schulzentrum, den Eltern
aus Pesch gestellt hatten, wurde selbstverständlich abgelehnt.
Zu dem Vorgang erklärt
Rouhs: „Auch mehr als ein Jahr nach der Kommunalwahl haben sich die Altparteien
immer noch nicht daran gewöhnt, daß es in den Gremien der Kölner Kommunalpolitik
mit pro Köln eine ernst zu nehmende Opposition gibt, die sich nicht klüngelmäßig
vereinnahmen läßt. CDU, SPD, FDP und Grüne werden noch viel Lehrgeld bezahlen
müssen. Die Probleme mit der von ihnen politisch zu verantwortenden
multikulturellen Realität in Deutschland ließen sich nur so lange aus der
kommunalpolitischen Diskussion heraushalten, bis pro Köln in den Rat und die
Bezirksvertretungen eingezogen ist. Die Entscheidungsträger der alten
politischen Kräfte müssen sich darüber im klaren sein, daß für sie die
gemütlichen, ruhigen Jahre vorbei sind und auch nicht mehr zurück kommen werden.
Ihre Zeit läuft ab!“
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