23. November 2005
Anderes
"Grundhygieneverständnis"
In Deutschland gab es einmal Zeiten, wo in den Städten die Abwässer einfach auf
die Straßen entleert und der Müll achtlos aus dem Fenster geworfen wurde.
Rattenplagen, Seuchengefahr, hygienische Zustände der schlimmsten Art – diese
Zeiten sind inzwischen Gott sei Dank lange vorbei. Nicht aber so in vielen
Entwicklungs- oder Schwellenländern. Dort herrscht mancherorts immer noch ein
katastrophales „Grundhygieneverständnis“ vor, das alle Bereiche des öffentlichen
Lebens einschließt: Von der Umweltverschmutzung über die Müllbeseitigung bis hin
zu den Hygienestandarts in Restaurants oder lebensmittelverarbeitenden
Betrieben. Durch die Masseneinwanderung der letzten Jahrzehnte hat man sich nun
nicht nur Menschen aus aller Herren Länder nach Deutschland geholt, sondern
natürlich auch deren Sitten und Gebräuche.
Mit
einer Facette dieser „kulturellen Bereicherung“ wurden in den letzten Monaten
die Kontrolleure des Kölner Veterinäramtes konfrontiert. Bei Überprüfungen von
fleischverarbeitenden Betrieben wurden zahlreiche Mißstände aufgedeckt:
Mäusebefall, verdreckte Werkzeuge, verdorbenes Fleisch - die Palette umfasst so
ziemlich jedes unappetitliches Klischee. Besonders schlimm wären nach Aussage
des stellvertretenden Kölner Amtstierarztes, Egbert Lechtenböhmer, die Zustände
bei ausländischen Betrieben. Lechtenböhmer berichtete im zuständigen
Umweltausschuß von einem völlig anderen „Grundhygieneverständnis“ bei vielen
ausländischen Inhabern. Auch deswegen mußte eine befristete Kontrolleursstelle
im Veterinäramt für gutes Steuergeld weiter verlängert werden!
Die
Fraktion pro Köln begrüßt die Offenheit des stellvertretenden Amtstierarztes,
der endlich auch einmal diesen Aspekt der multikulturellen Gesellschaft zur
Sprache brachte. Pro Köln will es aber nicht nur bei Worten belassen und stellte
deshalb eine Anfrage an die Verwaltung, wie das „Grundhygieneverständnis“ in
vielen ausländischen Betrieben dem mitteleuropäischen Standart angepasst werden
könnte. In Frage kommen könnten hierfür Schulungen oder andere Maßnahmen, die
aber natürlich auch wieder das Geld der Kölner Steuerzahler kosten würden. Doch
man hat in Zeiten der Masseneinwanderung im Moment wohl nur die Wahl zwischen
Pest und Cholera, in diesem Fall zwischen teueren Förder- und Kontrollmaßnahmen
oder gesundheitsgefährdenden Zuständen. Mittelfristig müßte allerdings die
Zuwanderung an sich auf den Prüfstand ...
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