17. November 2005
Harald Schmidt soll Ehrenbürger werden
Die Fraktion pro Köln hat beantragt,
Harald Schmidt die Ehrenbürgerwürde der Domstadt zu verleihen. Der Rat wird
darüber in seiner Sitzung am 15. Dezember beraten und entscheiden. Pro Köln
verbindet mit dem Antrag erneute Kritik an der Ehrenbürgerschaft der Herren
Norbert Burger und Alfred Neven DuMont.
Zur Begründung führt die Fraktion aus:
Harald Schmidt hat sich mit
seiner Kreativitätsschmiede in Köln-Mülheim in einem höheren Maße um unsere
Stadt verdient gemacht als manch anderer, dem in den letzten Jahren die
Ehrenbürgerwürde verliehen worden ist. Wenn Norbert Burger, unter dessen
Oberbürgermeisterschaft der Begriff „Kölscher Klüngel“ bundesweit den Beiklang
von „XY ungelöst“ bekommen hat, die Würde eines Ehrenbürgers der Domstadt
zukommt, wie ist es dann möglich, daß dieselbe bislang einem Unschuldigen wie
Harald Schmidt vorenthalten worden ist? Alfred Neven DuMont ist unser aller
Ehrenbürger, dessen Haus mit der Stadt die vorzüglichsten Geschäfte machte, die
für den Steuerzahler noch jahrzehntelang eine schöne Bescherung sein werden. Wie
kann es dann sein, daß ein Harald Schmidt immer noch den Plebejern zugerechnet
wird; er, der reinen Herzens und für die Stadt sogar kostenlos als Botschafter
rheinischen Frohsinns Köln überall dort populär gemacht hat, wo ein Fernseher in
der guten Stube steht und noch deutsch gesprochen oder doch zumindest verstanden
wird?
Harald Schmidt muß Ehrenbürger
werden. Damit dort, wo die dümmsten Bauern die dicksten Kartoffeln ernten, der
intelligenteste deutsche Unterhaltungskünstler endlich für einen gewissen
Ausgleich im geistigen Niveau der Patrizier sorgen kann.
Keiner hat sich so nachhaltig wie er für das interkulturelle Verständnis der
Menschen aus 180 Nationen eingesetzt, die in unserer Vaterstadt leben. Stets
fand er ebenso einfühlsam wie lebensnah die richtigen Worte, wenn es darum ging,
dem deutschen Normalbürger klar zu machen, warum Toleranz so wichtig ist.
„Weltjugendtag – hier in Köln: Religiosität, Freude, ausgerichtet sein auf die
Zukunft, wohin man schaut. Köln ist so fröhlich, man spricht bereits vom
Istanbul des Nordens.“
„Köln, das doch in weiten Teilen mittlerweile muslimisch geprägt ist, wäre nicht
die tolerante und weltoffene Stadt, wenn es nicht der katholischen Minderheit
hier erlauben würde, mal richtig auf den Putz zu hauen.“
„Unsere Bundesregierung möchte Leopard-Panzer in die Türkei schicken, insgesamt
298. Sie wurden bereits hier in Köln Mülheim präpariert: Zwei Firmen haben heute
die Tachos zurückgedreht.“
„Der
Beitritt, das dauert, ich glaube 10 oder 15 Jahre. Aber dann wäre es möglich:
Unsere türkischen Freunde in einem vereinten Europa, ein phantastisches
Zusammenleben zwischen z.B. 100 Millionen Türken und 6 Millionen Deutschen.“
„In
Kreuzberg, in Berlin, gibt es eine Schule, da sind nur noch fünf deutsche
Schüler. Donnerwetter, das wär' in Köln eine gute Tendenz.“
Harald Schmidt weiß, was der
hiesigen Polit-Elite wichtig ist:
„Kölns Oberbürgermeister Schramma: ‚Dr. Westerwelle liebt Köln, weil ihn die
Farbe vom Kölsch an das Gelb der FDP-Plakate erinnert.’ – Das war selbst der FDP
peinlich.“
Und
seit neuestem ist Harald Schmidt
sogar politisch voll korrekt:
„Kerner hat gesagt, wenn ich zu ihm in die Show komme, moderiert er nackt. Aber
was macht er, wenn ich sage: ‚Ich finde, wir beide erheben uns jetzt gegen den
Rechtsradikalismus!’?“
Klarer Fall: Harald Schmidt muß
Ehrenbürger werden!
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