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30.
September 2005:
Jetzt wird es konkret:
Merkenicher wollen ihren Protest auf die Straße tragen
Mehr als 150 Merkenicher Bürger diskutierten gestern zusammen mit
Vertretern von pro Köln über die verschiedenen Möglichkeiten, auf politischem
Wege die Schließung des
„Übergangsheimes“ Causemannstraße durchzusetzen. Dabei
wurde klar, daß der politische Druck auf die Kölner Stadtspitze noch weiter
erhöht werden muß.
Als denkbare Mittel
in dieser Auseinandersetzung wurden öffentliche Kundgebungen oder Protest-Umzüge
vorgeschlagen. Die Planungen dazu werden in den nächsten Wochen von pro Köln und
einem Kreis engagierter Merkenicher Bürger rasch vorangetrieben werden.
Die
Tagungsgaststätte war am gestrigen Abend vollkommen überfüllt - für die mehr als
150 Besucher waren bei weitem nicht genügend Sitzplätze vorhanden. Dieser enorme
Zuspruch für die Versammlung ist umso erfreulicher, weil damit die Störaktionen
einiger linksextremer Chaoten erkennbar ins Leere gelaufen sind. Im Gegenteil:
Viele Merkenicher Bürger äußerten anschließend ihren Unmut darüber, daß die von
weit her angereisten linken Autonomen nichts von der Situation in ihrem Dorf
wissen würden und trotzdem ganz normale Merkenicher als „Nazis“ beschimpft
hätten.
Der peinliche
Auftritt der linken Berufsrandalierer hinderte die Bürger also nicht an einer
konstruktiven, sachbezogen Debatte über die Zukunft des Heimes in der
Causemannstraße. Zuvor hatten mehrere Vertreter der Bürgerbewegung pro Köln
weitere Hintergrundinformationen zur offiziellen städtischen Politik in dieser
Frage geliefert. Dabei wies der pro-Köln-Vorsitzende, Rechtsanwalt Markus
Beisicht, unter anderem auf die Verharmlosung der Probleme von Seiten der
Stadtverwaltung hin. Beisichts Zitate aus einer völlig realitätsfremden
Verwaltungsmitteilung sorgten bei den betroffenen Merkenichern für große
Empörung. Denn genau diese Methode des Wegschauens und Schönredens hat in den
vergangenen Jahren für eine Eskalation der Probleme gesorgt.
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Etwa 20 linke
Demonstranten probten den schnellen Rückzug, als die T-Shirt-Träger kamen. |
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Der Versammlungssaal
war voll besetzt. Viele Merkenicher wollen, daß jetzt endlich Nägel mit
Köpfen gemacht werden. |
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Judith Wolter, die
Vorsitzende der pro-Köln-Ratsfraktion, eröffnete die Veranstaltung. Sie
sicherte den Merkenichern im Rat und in der Bezirksvertretung in der
politischen Auseinandersetzung um die Schließung des Heims Unterstützung zu.
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Rechtsanwalt Markus
Beisicht schilderte, wie in anderen Ländern mit Scheinasylanten verfahren
wird. Er forderte die schnelle und konsequente Abschiebung abgelehnter
Asylbewerber. |
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Bezirksvertreter
Martin Schöppe schilderte, wie nachhaltig sich die Altparteien im Chorweiler
Bezirksrathaus gegen die Schließung des
„Übergangsheims“
sperren. CDU, SPD, FDP und Grüne verschließen die Augen vor der Realität. |
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Manfred Rouhs ging
mit Lierenfeld, Bredehorst und insbesondere dem Herren Schleicher hart ins
Gericht. Sodann reichte er eine Liste herum, in die sich viele
aktionswillige Merkenicher eingetragen haben, mit denen jetzt das weitere
Vorgehen besprochen wird. |
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Auch vorne in der
Gastwirtschaft wurde die Debatte aufmerksam verfolgt. Immer mehr Merkenicher
erkennen, daß sie nur mit vereinten Kräften etwas bewegen können. |
Anschließend
kritisierte Martin Schöppe, der zusammen mit Dieter Hillgruber für pro Köln in
der Bezirksvertretung Chorweiler sitzt, die Haltung der übrigen Parteien vor
Ort. „Von der etablierten Politik wurden Sie schwer im Stich gelassen – vor
allem auch von der Chorweiler Bezirksvertretung.“ Besonders verwerflich: „Auch
der Vorsitzende des Merkenicher Bürgervereins, Alfred Becker, hat als
SPD-Bezirksvertreter die Probleme im eigenen Stadtteil immer klein geredet. Noch
Anfang des Jahres meinte Herr Becker in einer Sitzung, daß die Merkenicher
selbst mit Schuld an den Vorfällen wären, weil sie die Heimbewohner schief
anschauen würden.“
Manfred Rouhs kam
sodann auf die städtische „Informationsveranstaltung“ am Vortag zu sprechen.
Neben der Sozialdezernentin Bredehorst und dem Bezirksbürgermeister Lierenfeld
nahm Rouhs vor allem den
Leiter der Wohnversorgungsbetriebe der Stadt Köln, Herrn Schleicher, ins Visier,
der sexuelle Übergriffe im öffentlichen Raum als ein „allgemeines
gesellschaftliches Phänomen“ herunterzuspielen versucht hatte. „Wir werden
solche Zustände nicht akzeptieren“, versprach Rouhs.
In der
anschließenden Diskussion äußerten die Merkenicher Bürger ihre Verärgerung
darüber, daß sie mit ihren Problemen jahrelang allein gelassen wurden. Vertreter
der „T-Shirt-Träger“ kündigten an: „Will der Schramma uns nicht sehen, müssen
wir zum Rathaus gehen“.
Desweiteren betonten die Merkenicher, daß ihr Engagement für die Schließung des
„Übergangsheimes“ Causemannstraße gerade nicht ausländerfeindlich wäre. Denn
unter der von dort ausgehenden Kriminalität würden alle Merkenicher leiden –
Deutsche wie Ausländer. Außerdem wiesen die Anwesenden darauf hin, daß man
angesichts vieler wehrloser Opfer geradezu verpflichtet wäre, etwas zu
unternehmen – „besonders für unsere Kinder und die älteren Mitbürger“.
In
den nächsten Wochen werden deshalb engagierte Merkenicher Bürger zusammen mit
pro Köln konkrete Pläne erarbeiten, wie der Protest mit einer möglichst großen
Öffentlichkeitswirksamkeit fortgeführt werden kann. Dabei zeichnete sich schon
auf der Versammlung der Wille zu öffentlichen Kundgebungen und/oder
Protestumzügen ab – eventuell auch vor der nächsten Ratssitzung am 3. November,
bei der ein pro-Köln-Antrag zur Schließung des „Übergangsheimes“ behandelt
werden wird.
Die
gestrige Bürgerversammlung endete in großem Einvernehmen und mit dem lautstarken
Sprechchor „Das Heim muß weg!“. Und noch bis zu später Stunde diskutierten viele
Merkenicher Bürger mit den pro-Köln-Vertretern in privater Runde weiter.
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