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2. November 2005:

Belogen und betrogen von den Altparteien

Mehr als einhundert Merkenicher Bürger demonstrierten heute vor dem Rathaus für die Schließung des „Übergangsheimes“ Causemannstraße. Dabei offenbarten die etablierten Politiker ihre wahre Meinung bezüglich des umstrittenen Heimes: Unisono kündigten Bezirksvorsteher Hans Heinrich Lierenfeld (CDU), der Vorsitzende des Merkenicher Bürgervereins, Alfred Becker (SPD), die Sozialdezernentin Marlies Bredehorst und der SPD-Parteichef Jochen Ott an, daß das „Übergangsheim“ Causemannstraße selbstverständlich auch in Zukunft nicht geschlossen werden wird. Alle Versprechungen an die Merkenicher Bürger sind nach diesem Abend nur noch Schall und Rauch. Die Forderung des Bürgervereinsvorsitzenden Alfred Becker auf Schließung des „Übergangsheimes“ in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Fritz Schramma erwies sich als glatte Lüge! Dementsprechend groß waren Wut und Enttäuschung auf den Gesichtern vieler Demonstrationsteilnehmer. In Sachen Glaubwürdigkeit der Altparteien dürften jetzt auch wohl die letzten Merkenicher Bürger aufgewacht sein.

Trotz dieser verharmlosenden Aussagen der etablierten Politiker, die klar für den Fortbestand des Skandal-Heimes eintraten, ließen es sich einige linksextreme Chaoten nicht nehmen, die Redner bei ihren Vorträgen zu stören. Bezirksvorsteher Lierenfeld, Alfred Becker und Jochen Ott hatten ihre liebe Mühe, nicht restlos von den Autonomen umringt und mundtot gemacht zu werden. Damit traf es einmal genau jene Politiker, die sonst jeden linken Extremisten als Verbündeten im „Kampf gegen Rechts“ begrüßen – frei nach Goethe: „Die Geister, die ich rief ...“ Aber auch die anständigen, normalen Bürger von Merkenich waren Objekt des linken Hasses: Aus dem Halbdunkel wurden sie von etwa einem Dutzend Autonomen lautstark als „Rassisten“ und „Nazis“ beschimpft.

Für pro Köln waren die Stadträte Manfred Rouhs und Bernd M. Schöppe sowie der Chorweiler Bezirksvertreter Martin Schöppe zu der Kundgebung der Merkenicher gekommen. Ungeachtet der hohlen Phrasen der etablierten Heimbefürworter auf der Rednertribüne führten sie zahlreiche Gespräche mit den enttäuschten Merkenicher Bürgern. Dabei wurde klar, daß einzig und allein pro Köln weiter für die unverzügliche Schließung des „Übergangsheimes“ Causemannstraße eintritt. Viele Anwesende kündigten deshalb an, die morgige Ratssitzung zu besuchen, bei der ein pro-Köln-Antrag auf Schließung des Merkenicher Skandal-Heimes behandelt werden wird. Die Bürgerbewegung pro Köln wird dabei als einzige den erklärten Willen der Merkenicher klar und deutlich artikulieren und für die Interessen des kleinen Stadtteils eintreten. Beginn der Sitzung ist am Donnerstag um 15.30 Uhr im Spanischen Bau des Rathauses.

Mehr als hundert Merkenicher Bürger zogen vor das Rathaus, um die Politiker wachzurütteln. Sie folgten einem Aufruf des Merkenicher Bürgervereins für die Schließung des Übergangsheims Causemannstraße.

Bernd M. Schöppe, Martin Schöppe und Manfred Rouhs (v.l.n.r.) nahmen für pro Köln an der Versammlung teil.

Eingekeilt von linken Demonstranten war der CDU-Bezirksbürgermeister Hans Heinrich Lierenfeld nicht in der Lage, eindeutig Stellung zu beziehen. Von der geforderten Schließung des Heims war bei ihm keine Rede.

Die Sozialdezernentin Bredehorst verzichtete darauf, irgend welche Versprechungen zu machen. Nur eine genaue Beobachtung der Entwicklung sagte sie zu.

Der Kölner SPD-Vorsitzende Jochen Ott ging zwar mit den linken Gegendemonstranten hart ins Gericht und erntete dafür Beifall. Aber er machte auch klar, daß aus Sicht der Stadtspitze, die von einer CDU-SPD-Koalition getragen wird, die Schließung des „Übergangsheimes“ nicht in Frage kommt.

Die linke Szene bot nur rund 20 Gegendemonstranten auf, die von den Merkenicher Bürgern ein hohes Maß an Toleranz erfuhren, das sie selbst gegenüber Andersdenkenden typischerweise nicht an den Tag legen.

 

 
 
 

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