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13. Dezember 2005:

Spielbank zur Haushaltssanierung?

Der Kölner Stadtspitze hat es aber auch nicht leicht. An allen Ecken und Enden fehlt das Geld und keine Aussicht auf Besserung! Die Steuereinnahmen reichen bei weitem nicht aus und das letzte Tafelsilber in Form von städtischen Immobilien und Unternehmensbeteiligungen wird bald verkauft sein. Was bleiben Schramma und Co. dann noch für Möglichkeiten, die selbstverschuldete Finanzkrise zu meistern?

Zumindest in dieser Zwangslage entwickeln die etablierten Ratsfraktionen etwas Einfallsreichtum. Neue Einnahmequellen müssen her, egal auf welchem Weg! Wie wäre es da mit einem Spielcasino, mit dem den Kölner Bürgern noch mehr Geld aus der Tasche gezogen werden kann – und das ganz freiwillig! Einmal von dieser Idee beseelt, legten die Kölner Altparteien eine ungewohnte Dynamik an den Tag. Die „Köln-Fraktion“ im Düsseldorfer Landtag solle tätig werden, damit durch eine Novellierung des NRW-Spielbankengesetzes ein neues Casino in Köln möglich werden könnte. Schließlich würden die bisherigen vier NRW-Casinostädte Hoyensyburg, Bad Oeynhausen, Aachen und Duisburg Abgaben in Millionenhöhe erhalten. Das wäre doch auch was für Köln!

In diesem Sinne beantragten die etablierten Ratsfraktionen gemeinsam für die nächste Ratssitzung, daß die Verwaltung „unverzüglich alle notwendigen Schritte zur Erlangung einer Zulassung für eine öffentliche Spielbank im Bereich der Stadt Köln gegenüber dem Land NRW“ einleiten soll. Als möglicher Standort ist bereits die noble Flora-Villa im Gespräch.

Die Bürgerbewegung pro Köln kann sich dem allgemeinen Jubelgeschrei für eine Kölner Spielbank leider nicht anschließen. Denn es ist ein Armutszeugnis für die städtische Haushaltspolitik, wenn den Verantwortlichen nichts anderes mehr zur Sanierung einfällt. Schließlich produziert der „Dukatenesel“ Spielcasino das Geld ja nicht im luftleeren Raum. Vielmehr werden die Kölner Bürger über Umwege noch mehr Geld bei der Stadt abliefern. Teils aus harmloser Spielfreude, teils aber auch aus existenzgefährdender Spielsucht. Dies sollte zumindest erwähnt werden dürfen, ohne gleich als Moralapostel abgestempelt zu werden.

Pro Köln meint deshalb: Die Stadt soll lieber an den richtigen Stellen sparen, anstatt nach immer mehr Einnahmen zu schielen. Allein die Kosten der multikulturellen Gesellschaft und die Ausgaben für dubiose öffentliche Klüngel-Geschäfte schädigen die Stadt Köln in einem Ausmaß, welches die Spielbank-Abgaben um ein Vielfaches übersteigt!

 

 
 
 

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