1. Dezember 2005:
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Geld für Spitzenbeamte
Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken. Wie so oft hat der Volksmund auch hier
wieder recht. Zu beobachten ist diese alte Erkenntnis sehr gut am Kölner
Beispiel. Obwohl die Stadt vollkommen verschuldet ist und das Nothaushaltsrecht
droht, stopfen sich die oberen Zehntausend auf Kosten der Steuerzahler weiter
fleißig die Taschen voll. Angefangen von millionenschweren
Klüngel-Geschäften, wie beim Messeskandal, über bestens bezahlte
Versorgungsposten für Politiker bis hin zu den Spitzenbeamten der öffentlichen
Verwaltung. Denn die städtischen Beamten des höheren Dienstes sollen trotz einer
Beförderungssperre ab 1. Januar 2006 mehr Geld bekommen. Während also sowohl bei den
Kölner Bürgern wie auch bei den kleinen Beamten und Angestellten eifrig gespart
wird, soll ausgerechnet für die gut bezahlten Spitzenbeamten der Stadtverwaltung
eine Ausnahme gemacht werden!
Diese Dreistigkeit ist typisch für die Selbstbereicherungsmentalität der Kölner
Klüngel-Gesellschaft. Da hat sich die Verwaltungsspitze gut angepaßt: Wenn schon
ihre Dienstherren, die Politiker der Kölner Altparteien, hemmungslos in die
eigene Tasche wirtschaften, dann wollen auch sie nicht abseits stehen! Allen
voran hochgestellte Beamte mit dem richtigen Parteibuch sollen laut
„Stadt-Anzeiger“ von dem Geldsegen profitieren. So wie zum Beispiel der Leiter
des Oberbürgermeister-Amtes, Manfred Kaune (CDU), und der Kämmerei-Chef Hans
Dieter Körber (SPD).
Von
ihren vorgesetzten Politikern in CDU und SPD ist anscheinend schon alles für den
Coup vorbereitet worden, der Rechtsausschuß soll nächsten Montag nur noch alles
abnicken. Schließlich sollen brave Parteigänger wie Kaune und Körber nicht
darben, halten sie doch ihren vorgesetzten Politikern auch bei den größten
Unsinnigkeiten die Stange. Diese Nibelungentreue muß belohnt werden! Gespart
werden kann dafür ja bei Streifenpolizisten oder Krankenschwestern!
In
der Tat, der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken. Die skrupellose
Selbstbedienungsmentalität der Nutznießer des kölschen Klüngels in Politik und
Wirtschaft wirkt sich natürlich auch auf ihre direkten Untergeben aus. Wenn
positive Vorbilder in der Gesellschaft fehlen, braucht man sich über
Geschmacklosigkeiten in den niederen Rängen nicht wundern. Raffkes sind derzeit
„in“, bescheidene Arbeiter für das Gemeinwohl werden dagegen eher zur seltenen
Spezies. Deswegen muß es ein Hauptanliegen jeder Oppositionsarbeit in Köln sein,
diese Entwicklung aufzuhalten und umzukehren!
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