8. Februar 2006:
Skandal bei
CDU-Ehrenfeld:
Gekaufte Stimmen und gefälschte Unterschriften?
Wie eine Bombe schlug
die Nachricht ein, daß sich die Staatsanwaltschaft Köln mit einer Strafanzeige
gegen kriminelle Machenschaften in der CDU Ehrenfeld auseinandersetzen muß. Die
eigene Kreispartei unter CDU-Chef Walter Reinarz hat Anzeige wegen des Verdachts
der Urkundenfälschung erstattet. Grund dafür sind massenhafte
Parteieintritte in Ehrenfeld, wobei anscheinend etliche „Neumitglieder“ gar
nichts von ihrem Glück wußten oder nur als Phantom existierten! Unterschriften
sollen gefälscht worden sein, und es wurden von Unbekannten Bareinzahlungen für
die Mitgliedsbeiträge der nicht existenten Personen vorgenommen. Hintergrund
dieses offenbar kriminellen Treibens ist der Machtkampf innerhalb der Kölner
CDU. Die Mehrheitsverhältnisse in der CDU sollen wohl mit allen Mitteln geändert
werden. Der CDU-Ortsvorsitzende von Ehrenfeld, Jörg Uckermann, gilt als
Nutznießer der dubiosen Neumitgliederschwemme.
Uckermann schließt im
März auch eine Gegenkandidatur zum amtierenden CDU-Parteichef Walter Reinarz
nicht aus. Hinter Uckermann stehen nach Ansicht vieler Beobachter alte
Intimfeinde von Reinarz: Die Klüngel-Veteranen Rolf Bietmann und Richard Blömer.
Deren Bataillone versuchen seit Monaten auf allen Ebenen und in allen Kölner
CDU-Gliederungen Terrain gut zu machen. Höhepunkt dieser Generaloffensive soll
anscheinend die Vorstandswahl im März sein, bei der es voraussichtlich zum
Showdown zwischen dem Reinarz-Lager und den Blömer-Anhängern kommt.
Bei diesem Machtkampf
haben beide Seiten schon längst die Samthandschuhe ausgezogen. Die CDU Köln gilt
seit Jahren als wahres Haifischbecken, in dem sich die „christdemokratischen
Parteifreunde“ bis aufs Blut bekriegen. Neu ist allerdings die Dimension der
kriminellen Energie bei der Auseinandersetzung. Sollten sich die Vorwürfe
bestätigen, geht es hier um schwerwiegende Anschuldigungen, die mit erheblichen
Strafen geahndet werden können.
Die Vorsitzende der
Fraktion pro Köln, Rechtsanwältin Judith Wolter, meint dazu:
„Die
CDU-Anhänger in dieser Stadt haben wirklich nichts zu lachen. Zuerst wurden sie
inhaltlich von der Parteiführung verraten: Das konservative Element ist in der
Kölner CDU nicht mehr vorhanden. Die CDU betreibt hemmungslose
Multi-Kult-Propaganda und beschließt völlig unbefangen mit den Postkommunisten
der PDS gemeinsame Resolutionen. Die Kölner CDU ist linker als mancher
SPD-Verband im Bundesgebiet. Und jetzt zerfleischen sich die CDU-Funktionäre
auch noch gegenseitig in aller Öffentlichkeit. Offenbar werden immense Gelder
eingesetzt, um Mehrheiten zu erlangen, die den Zugang zu den öffentlichen
Fleischtöpfen bedeuten. Das ist keine Politik mehr, das ist skrupellose
Geschäftemacherei und pure Profitgier! Das müßte eigentlich den letzten
wertkonservativen CDU-Anhängern die Zornesröte ins Gesicht treiben! Die
Bürgerbewegung pro Köln wird diesen Menschen gerne eine politisch saubere und
engagierte neue Heimat sein!“
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