21. Dezember 2005:
Mehr Drogentote
Im laufenden Jahr gab es bereits 54
Drogentote in Köln. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen erschreckenden
Anstieg der Opfer illegaler Suchtstoffe. Im Gegensatz zu den übrigen
NRW-Städten, wo die Zahl der Drogentoten rückläufig ist, wie „Stadt-Anzeiger“
und „Rundschau“ übereinstimmend berichten. Köln geht also auch hier wieder einen
traurigen Sonderweg.
Auf der Suche nach den Ursachen dieser
negativen Entwicklung herrscht auf Seite der verantwortlichen Stellen pure
Ahnungslosigkeit und lebensgefährliche Ignoranz. Der Drogenbeauftragte der Stadt
Köln, Dr. Herbert Berger, legt im „Stadt-Anzeiger“ praktisch einen
drogenpolitischen Offenbarungseid ab: „Ich bin ratlos und habe keine wirkliche
Erklärung für diesen Anstieg. Unsere Drogenräume sind sehr gut ausgelastet,
unser mobiler Dienst arbeitet höchst effektiv, ist wirklich bemüht, die
Abhängigen zu versorgen, und trotzdem diese Zahlen.“
Trotzdem?
Wohl eher deswegen! Pro
Köln fordert seit Jahr und Tag eine radikale Umkehr bei der städtischen
Drogenpolitik. Nicht die Weiterführung der Sucht, sondern nur die konsequente
Hilfe zum Ausstieg muß oberstes Ziel sein! Nicht die schrittweise Legalisierung
und gesellschaftliche Akzeptanz illegaler Suchtstoffe können der richtige Weg
sein, sondern nur Aufklärung der Jugend, Ächtung von Drogen und härtestes
Vorgehen gegen den Drogenhandel.
Die etablierte Kölner
Politik ist aber seit Jahren in diesen Fragen uneinsichtig. Trotz vieler
Warnungen unterstützt sie Projekte wie den Junkiebund in Kalk. Im Ladenlokal des
Junkiebundes in der Taunusstraße, einem sogenannten „niedrigschwelligen
Angebot“, wird den Süchtigen ihre Abhängigkeit erleichtert. Es gibt frische
Spritzen, soziale Akzeptanz und Räumlichkeiten für den Drogenkonsum. Im Umfeld
der Einrichtung soll sich inzwischen eine offene Drogenszene entwickelt haben,
die Süchtigen werden aus dem ganzen Stadtgebiet angezogen. Pro Köln hat schon
frühzeitig mit einer Unterschriftenaktion gegen diese Einrichtung mobil gemacht
– leider vergebens. Ebenso kontraproduktiv sind Substitutionsprogramme mit
Methadon oder sogar die kontrollierte Heroinabgabe, wie bei einem neuen
städtischen Modellprojekt geplant. All diese Vorhaben haben nicht den Ausstieg
aus der Sucht zur Folge, sondern nur deren Fortführung.
Diese nachgiebige Haltung liegt deswegen weder im Interesse der Gesellschaft
noch der Abhängigen selbst. Zum einen zieht Kölns liberale Drogenpolitik
Süchtige geradezu magisch an, zum anderen gibt es für die Betroffenen sowieso
keine „erträgliche“ Heroinsucht, sondern nur ein kontrolliertes, langsameres
Sterben. Die Folgen dieser gescheiterten Politik kann man leider auch an der
gestiegenen Zahl der Drogentoten in Köln ablesen.
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