23. Dezember 2005:
„Beglückungen“ der EU-Osterweiterung erreichen Köln
Seit der
EU-Osterweiterung wird Deutschland mit scheinselbständigen Ausländern
überschwemmt, die weit unter deutschen Lohnverhältnissen arbeiten – sei es in
Schlachthäusern, am Bau oder im Handwerk. Möglich wurde dies durch die neue
grenzüberschreitende Freizügigkeit für Dienstleistungen. So können zum Beispiel
„selbstständige“ polnische Fliesenleger zu tausenden hierzulande ihre Dienste zu
polnischen Konditionen anbieten, sowohl hinsichtlich des Lohns als auch der
Lohnnebenkosten (Kranken- und Rentenkasse) und sonstiger arbeitsrechtlicher
Bestimmungen (Unfallschutz etc.). Einheimische Betriebe mit regulär angestellten
Arbeitnehmern können da natürlich nicht mithalten, tausende Deutsche verlieren
ihren Job und viele Firmen gehen kaputt – auch in Köln.
Diese Entwicklung war mit der
EU-Osterweiterung vorprogrammiert, jeder der verantwortlichen Politiker und
Wirtschaftslenker wußte das. Doch nur der Öffentlichkeit wurde ständig erzählt,
das es keinerlei Probleme geben würde. Die unausweichlichen Realitäten haben
inzwischen auch die Kölner Kommunalpolitik erreicht. Der Obermeister der
BaugewerksInnung, Thomas Freericks, beklagte im „Stadt-Anzeiger“ die Zuwanderung
von billigen Fliesen- und Estrichlegern. Dadurch müßten bei den einheimischen
Betrieben massiv sozialversicherungspflichtige Stellen abgebaut werden, um
konkurrenzfähig zu bleiben. „Wir sitzen auf einer Zeitbombe“, so die
Einschätzung des Bauexperten. Der Vorsitzende des Kölner Bauindustrieverbandes
forderte deshalb sogar die Kommunalpolitik auf, bei der Auftragsvergabe wieder
mehr auf die Qualität als nur auf den reinen Preis zu achten.
Doch warum sollten CDU, SPD und Co. die
Entscheidungen ihrer Bundesparteien auf kommunaler Ebene unterlaufen? Die
etablierte Politik – und auch die großen Wirtschaftsverbände – wollten die
EU-Osterweiterung mit all ihren Konsequenzen. Billigkonkurrenz auf dem
Arbeitsmarkt gehört dazu wie das Amen in der Kirche. Umso verwerflicher deshalb,
daß auch die Gewerkschaften aus ideologischen Gründen für die Erweiterung
Stimmung gemacht haben! Von der etablierten Politik jedenfalls ist keinerlei
Abhilfe zu erwarten, weder auf Bundesebene noch vor Ort hier in Köln. Diese
leider wenig erbauliche Wahrheit muß auch kurz vorm Weihnachtsfest ausgesprochen
werden dürfen!
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