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3. Mai 2006:

Groß-Moschee trifft auf massive Ablehnung

Die ursprünglich als Bürgeranhörung deklarierte Beschwichtigungsversammlung der Stadtspitze zum geplanten Großmoschee-Bau in Ehrenfeld wurde für ihre Veranstalter – DITIB, Volkshochschule und Stadt Köln – zu einem Reinfall. Die meisten der fast 500 Ehrenfelder Bürger, die in die Aula der Berufsschule an der Weinsbergstraße gekommen waren, machten deutlich, daß sie dieses nach der Einschätzung des CDU-Ratspolitikers Klipper „wichtigste städtebauliche Projekt in dieser Dekade“ nachhaltig ablehnen.

Drinnen saßen am Podium zwei Repräsentanten der DITIB, eine Angehörige des Preisgerichtes, das fünf Entwürfe für den Sakralbau prämiert hatte, ein Verkehrsexperte aus Düsseldorf, der vorgab, sich in Köln auszukennen, sowie der SPD-Bezirksbürgermeister Josef Wirges und als Moderator Helmut Frangenberg vom „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sie alle waren redlich bemüht, jeden Ansatz einer Diskussion abzuwürgen. Draußen zerstachen fanatische Moscheebau-Befürworter Andersdenkenden die Autoreifen. Die Polizei hatte zwar ein halbes Dutzend Mannschaftswagen mit etlichen Beamten aufgeboten, konnte aber nicht einmal während der städtischen Bürgerversammlung im unmittelbaren Nahbereich der Berufsschule den Vandalismus der Multi-Kulti-Anhänger verhindern. Das läßt für die Zukunft dieses Projektes wenig Gutes erwarten. Den Anwohnern stehen offenbar schwere Zeiten bevor.

 

Die Befürworter der Groß-Moschee waren nicht zimperlich mit ihren Parolen - und mit ihren Methoden auch nicht. Die eingesetzten Polizeikräfte erwiesen sich als völlig überfordert.

Selbst ältere Menschen ließ der SPD-Bezirksbürgermeister Wirges zum Teil länger als eine Stunde vor der Berufsschule auf der Straße stehen. Zur Verbesserung der Stimmung bei der Veranstaltung trug diese Maßnahme nicht bei.

Der in der Mitte stehende ältere Herr aus der unmittelbaren Nachbarschaft der geplanten Groß-Moschee wollte den hohen Damen und Herren am Podium seine Erfahrungen mitteilen, wurde aber knallhart abgewürgt.

Bezirksbürgermeister Wirges (stehend) am Ende. Gegen 21.30 Uhr schloß er entnervt die Versammlung. Er hatte sich das Durchpeitschen der von ihm mitgetragenen Entscheidung für den Großmoschee-Bau wohl einfacher vorgestellt.

Eine volle Stunde langweilten die Damen und Herren vorne am Podium das Publikum mit endlosen Monologen über die angeblich zahlreichen Vorzüge der geplanten Groß-Moschee. Aus der Bürgerschaft durfte sich niemand zu Wort melden. Stattdessen wurden vorbereitete Zettel mit Fragen an die Moschee-Befürworter eingesammelt. Nach einer Vorzensur verlas Helmut Frangenberg einige dieser Fragen, die der Obrigkeit als genehm erschienen und die dementsprechend „großzügig“ beantwortet wurden. Daß es dabei Tumulte im Publikum gab - dem im Vorfeld erst erzählt worden war, das Ganze sei eine Bürgeranhörung, dann, es würde eine Podiumsdiskussion stattfinden -, lag auf der Hand. Die Menschen erkannten rasch, worum es sich bei dieser Veranstaltung in Wahrheit handelte, nämliche um eine Farce, in deren Rahmen die politische Klasse ihr „Vermittlungsproblem“ gegenüber der Ehrenfelder Bevölkerung lösen wollte.

Dies indessen ist am 2. Mai nicht gelungen. Die Versammlung trug vielmehr wesentlich zur Klärung der Fronten bei. So äußerte der evangelische Kirchen-Vertreter, die moscheebau-kritischen Bürger – ihr Anteil im Saal mochte bei etwa 250 bis 300 gelegen haben - seien „brauner Pöbel“, mit dem man sich gar nicht erst auseinandersetzen müßte. Das rief nicht nur Entsetzen und Buh-Rufe bei den Betroffenen hervor, sondern ging auch Moderator Frangenberg zu weit, der mit der Zurückweisung dieser Entgleisung bei den Ehrenfeldern Pluspunkte sammelte. Prälat Bastgen vom Generalvikariat der Katholischen Kirche, der sich ursprünglich in die Farce einbinden lassen sollte, war gar nicht erst erschienen. Damit ließ er sich allerdings auch die Möglichkeit entgehen, eine seriöse Gegenposition zu beziehen. Was statt dessen als Vertreter beider Konfessionen am Podium saß, wäre in Zeiten, in denen die Christenheit ihre Interessen vitaler wahrgenommen hat als heute, mindestens exkommuniziert worden. So behauptete Bastgens Vertreterin allen ernstes, den Christen würde es in der Türkei gut gehen, und deshalb würden wir Kölner bei den Moslems in der Pflicht stehen. „Heilige Einfalt“, kann man da nur sagen! Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte e.V. berichtet dagegen von Enteignungen, rechtlichen Benachteiligungen und zahlreichen Schikanen gegen die christliche Minderheit in der Türkei, die offenbar nicht mehr uneingeschränkt von der hiesigen Amtskirche unterstützt wird. Das dreiste Leugnen solcher Fakten ausgerechnet durch eine Vertreterin der katholischen Kirche kann nur als skandalöser Ausdruck von Opportunismus bezeichnet werden.

Nur der Düsseldorfer Verkehrsexperte vermochte diese Peinlichkeit noch zu übertreffen. Behauptete er doch allen ernstes, es gäbe im Bereich Venloer Straße Ecke Innere Kanalstraße zwar einige belanglose Verkehrsprobleme (in seinen Grafiken wurde allerdings bereits die aktuelle Verkehrssituation an sämtliche Kreuzungen in diesem Bereich mit „mangelhaft“ bis „ungenügend“ benotet), aber trotzdem seien künftig Freitags ein- bis zweitausend Moscheebesucher leicht zu verkraften, soweit ein paar verkehrstechnische Änderungen durchgeführt werden würden (Zwischenruf aus dem Publikum: „Warum machen Sie das nicht jetzt schon?“), weil ja unter der Groß-Moschee 120 (!) Tiefgaragenplätze geschaffen werden würden und die Gläubigen zudem bei einer Befragung angegeben hätten, sie würden künftig größtenteils öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Rufe wie „Wer soll denn das glauben?“ wurden da natürlich als störend empfunden.

Josef Wirges, der zunächst von 18.00 bis 19.15 Uhr erst etwa 20, zum Schluß mehr als 200 Ehrenfelder Bürger, darunter viele ältere Menschen, vor dem Gelände der Berufsschule auf der Straße warten ließ, bevor er ihnen Einlaß gewährte, wirkte zerknirscht, als er die Versammlung gegen 21.30 Uhr beendete. Das hatte er sich wohl alles irgendwie anders vorgestellt. Widerspruch aus der Bevölkerung gegen ihre multi-kulturellen Prestige-Projekte sind Leute seines Schlages nicht gewohnt.

Nun wartet Ehrenfeld gespannt auf die Bekanntgabe des Termins der offiziellen Bürgeranhörung, die das Baurecht vorsieht. Dabei ist es schon aus formalen Gründen nicht zulässig, den Anwohnern – wie am 2. Mai geschehen - den Mund zu verbieten. Vielmehr sieht das Gesetz ausdrücklich die Möglichkeit vor, öffentlich Einwände gegen die beabsichtigte Änderung des Bebauungsplans, durch die der Weg für den Großmoschee-Bau freigemacht werden soll, vorzutragen. Davon werden sich die Ehrenfelder, die selbst am gestrigen Abend des verlorenen „Schicksalsspiels“ des 1. FC Köln gegen den HSV große Kampfbereitschaft gezeigt haben, weder von demokratiefeindlichen Politikern, noch von multi-kulti-begeisterten Reifenstechern abhalten lassen. Mehrere Nachbarn der geplanten Moschee-Baustelle haben bereits angekündigt, auf jeden Fall das Verwaltungsgericht gegen die beabsichtigte Bebauungsplan-Änderung anrufen zu wollen.

Das letzte Wort über die Ehrenfelder Groß-Moschee ist noch nicht gesprochen!

     

 
 
 

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