23. Oktober 2006:
Deutschpflicht an Kölner
Kindergärten
Die Stadt Dietzenbach
hat es erfolgreich vorgemacht, wie man mehr Integration von den in Deutschland
lebenden Ausländern einfordern kann. Schon im
Kindergarten soll Deutsch - gerade auch in Multikulti-Stadtteilen - als
verbindliche Umgangssprache durchgesetzt werden, die heimischen Feiertage sollen
als Teil der deutschen Leitkultur den Kindern offensiv nähergebracht und erklärt
werden. Diese durchwegs positiven Ansätze hat die Fraktion pro Köln nun
aufgegriffen und einen dementsprechenden
Antrag für die November-Sitzung des
Rates eingebracht.
Denn auch ein erheblicher Teil der Kinder,
die städtische Kölner Kindergärten besuchen, spricht nicht mehr Deutsch als
Muttersprache. Dies betrifft vor allem Kinder mit einem türkischen
Migrationshintergrund. Zwar geben rund 70 Prozent der in Deutschland lebenden
Türken an, nicht in ihre Heimat zurückkehren zu wollen. Aber nur jeder fünfte
von ihnen hat sich für Deutsch als Umgangssprache entschieden, Tendenz fallend.
Die Sprache ist
wesentlicher Indikator für die kulturelle Zugehörigkeit eines Menschen. Wer in
Deutschland kaum Deutsch spricht, minimiert seine Bildungschancen und die seiner
Kinder. Er findet Arbeit bestenfalls im Niedriglohnbereich und trägt ein sehr
hohes Risiko, in die Sozialsysteme abzurutschen. Jeder Dritte Zuwanderer aus der
Türkei nimmt folgerichtig nicht am Erwerbsleben teil. Viele „Migrantenkinder“
besuchen den Kindergarten, ohne dort gute Deutschkenntnisse zu erwerben - und
können dann bereits in der Grundschule dem Unterricht kaum folgen. Sie drücken
das Leistungsniveau jener Schüler, die in deutschsprachigen Haushalten leben.
Der Anteil von Schülern mit mangelhaften Kenntnissen insbesondere der deutschen
Schriftsprache macht an vielen Grund- und Hauptschulen 80 Prozent oder mehr aus.
Der „Datenreport 2006“ der Bundeszentrale für politische Bildung führt dazu
hinsichtlich der bundesweiten Entwicklung aus:
„In der
aktuellen Bildungsdebatte werden ethnische Differenzierung im Bildungssystem und
die Anbindung von Bildungschancen an den Migrationsstatus als zunehmend wichtige
Ungleichheitsdimensionen angesehen. Trotz vielfältiger bildungs- und
schulpolitischer Bemühungen und auch angesichts gestiegener Bildungsbeteiligung
und einiger Bildungserfolge bestehen immer noch deutliche und weiterhin
zunehmende Bildungsungleichheiten zu Ungunsten der Migrantenkinder. Nicht
zuletzt haben Ergebnisse von PISA 2000 für Deutschland wieder in Erinnerung
gerufen, daß sowohl Kinder aus jüngst zugewanderten Migrantengruppen als auch
Kinder von Migranten aus der zweiten und dritten Generation in der Regel nicht
nur schlechtere Lesekompetenzen als einheimische Jugendliche aufweisen, sondern
auch – mit großen Variationen zwischen den fremdsprachigen Ausländern – im
bundesdeutschen Bildungssystem benachteiligt sind. Die Geburt in Deutschland ist
kein Garant für vorteilhafte Schulbildung.“
Deutschland ist ein
rohstoffarmes Land. Die Allgemeinbildung und die berufliche Ausbildung der hier
lebenden und arbeitenden Menschen ist das einzige Pfund, mit dem wir Deutschen
im Globalisierungsprozeß wuchern können. Unser Bildungsniveau aber sinkt von
Jahr zu Jahr. Infolge dessen wird auch die Bedeutung der deutschen
Wirtschaftskraft im internationalen Vergleich immer weiter absinken.
Wer diesen Verfallsprozeß
zum Stehen bringen, ihn gar umkehren will, muß dafür sorgen, daß die Quote der
in Deutschland lebenden Menschen, die Deutsch als Umgangssprache sprechen,
möglichst nahe an 99 Prozent liegt. In klassischen Einwanderungsländern wie
Neuseeland oder Australien und übrigens auch in unserer unmittelbaren
Nachbarschaft, in der Schweiz, weiß man das: Wer als Zuwanderer dort keine
ausreichenden Sprachkenntnisse erwirbt, wird nach Hause geschickt. Und zwar
nicht im Rahmen einer brachialen, menschenverachtenden „Ausländer-raus-Politik“,
sondern nach einem geordneten, rechtsstaatlichen Verfahren. Australien,
Neuseeland und die Schweiz weisen weniger Demokratie-Defizite auf als die
Bundesrepublik Deutschland. Die Integrationspolitik dieser Länder sollten wir
Deutschen uns zum Vorbild nehmen. Und damit dort anfangen, in den Kindergärten,
wo unter städtischer Verantwortung die ersten Weichen für den späteren Lebensweg
junger Menschen gestellt werden.
|