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28. März 2006:

Heftige Kritik an DITIB-Großmoschee

Auf großes Interesse stieß das „Montagsgespräch“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA) zum Thema „Eine Moschee für Köln“. Das Domforum war völlig überfüllt, als die BDA-Verantwortlichen, Frau Anne Luise Müller vom Stadtplanungsamt und Offizielle der türkisch-islamischen Union DITIB dem Publikum die Großmoschee in Ehrenfeld schmackhaft zu machen versuchten. Doch die Veranstaltung lief nicht ganz so ab, wie sich das die etablierte Einheitsfront der Moscheebau-Befürworter vorgestellt hatte. In der Diskussion kritisierten zahlreiche Besucher das Großprojekt – da half es auch nichts, daß der Diskussionsleiter geflissentlich und ausdauernd die Wortmeldungen der pro-Köln-Stadträte Judith Wolter und Manfred Rouhs „übersehen“ hatte.

Vor allem unmittelbare Anwohner des 18.000 Quadratmeter (Bruttogeschoßfläche) großen Islamisierungsprojektes, das auch Geschäfts-, Kultur- und Veranstaltungsräume umfaßt, äußerten ihren Unmut. Angefangen bei dem zu erwartenden Verkehrskollaps, über den drohenden Muezzinruf bis hin zu störenden Massenaufläufen reichten die eher praktischen Kritikpunkte. Aber auch Grundsätzliches wurde thematisiert, vor allem das Verhältnis der Moslems zu anderen Religionen und zu unseren deutschen Grundwerten.

Den Offiziellen auf dem Podium gefiel das alles gar nicht. Auch der geschmeidige Generalsekretär der DITIB, Mehmet Yildirim, konnte sein Publikum nicht wie gewohnt „einseifen“ und mit freundlichen Allgemeinplätzen ruhig stellen. Da mußte schon der DITIB-Vorsitzende Ridvan Cakir selbst in die Bütt, wobei sich der oberste Repräsentant der ach so integrierten DITIB-Muslime in Deutschland nur mithilfe eines Dolmetschers verständigen konnte. Ein Umstand, der im Publikum für große Verwunderung sorgte. „Sieht so die Integration der Türken in Deutschland aus?“

 

Zahlreiche Besucher wollten sich im Domforum zum Thema DITIB-Großmoschee in Ehrenfeld informieren und ihre eigene Meinung kundtun.

Aber gerade kritische Äußerungen stießen bei den offiziellen Podiumsteilnehmern auf wenig Gegenliebe.

Dessen ungeachtet wies Markus Wiener, pro-Köln-Vertreter im Finanzausschuß, auf die gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung bei der notwendigen Änderung des Bebauungsplanes hin.

Der grüne Bezirksvorsteher der Innenstadt, Andreas Hupke, empörte sich besonders über die Kritik an der Großmoschee und warnte vor den geschickt platzierten pro-Köln-Vertretern.

Abgesehen von parteipolitischen Auseinandersetzungen dürften die meisten Besucher vor allem eine Erkenntnis mit nach Hause genommen haben: Der Bau der Großmoschee ist keineswegs so sicher, wie das bestimmte Kreise gerne glauben machen wollen.

Bei der Frage nach der notwendigen Änderung des Bebauungsplanes in Ehrenfeld verplapperte sich anscheinend die Leiterin des Stadtplanungsamtes, Anne Luise Müller. Sie verriet, daß die gesetzlich vorgeschriebene Bürgerbeteiligung eventuell schon mit der städtischen Bürgerversammlung im April abgewickelt werden soll. Im Klartext: Falls sich dort kein nennenswerter Widerstand regt, könnte die Stadt damit die Bürgerbeteiligung für erledigt erklären. Doch dazu wird es angesichts der brodelnden Stimmung in Ehrenfeld garantiert nicht kommen.

Schon gestern zeigte sich auf der BDA-Veranstaltung, daß das Moscheeprojekt keineswegs so reibungslos über die Bühne gehen wird, wie es sich die heimischen Multikulti-Apostel wünschen würden. Diesen Eindruck dürften auch die DITIB-Verantwortlichen mit nach Hause genommen haben, nicht ganz ohne Zutun der Bürgerbewegung pro Köln. Denn pro Köln hat sich als einzige der im Rat vertretenen Parteien die Sache der Moscheebau-Gegner zu eigen gemacht. Sowohl im Stadtrat als auch in der Bezirksvertretung Ehrenfeld bezog pro Köln gegen die Großmoschee Stellung. Zusätzlich führte sie drei Flugblattaktionen im Veedel durch, so wie auch im Vorfeld der gestrigen BDA-Veranstaltung. Deshalb war bereits zu Beginn des „Montagsgespräches“ das Getuschel groß: Im ganzen Saal kursierten die pro-Köln-Petitionen gegen die DITIB-Großmoschee – eine gute Einstimmung auf die folgende Debatte.

Der Ausgang des ganzen Verfahrens ist weiterhin offen. Wesentlich werden der Bürgerprotest der Ehrenfelder und die Widersprüche der Anwohner sein. Pro Köln wird dazu auch in Zukunft einen wichtigen Beitrag in Form von politischer und organisatorischer Unterstützung leisten.

     

 
 
 

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