10. Oktober 2006:
Der pro-Köln-Effekt
Die Stadt Köln ist bekanntlich oft sehr träge. Gerade wenn es
um die Probleme der „kleinen Leute“ geht, herrscht kaum große Eile beim Finden
von Lösungen. Erst recht nicht, wenn die Bürger so „unverschämt“ sind, sich über
Tabuthemen wie Ausländerkriminalität oder Überfremdung zu beschweren.
Das mußte auch ein angesehener Geschäftsmann und braver
Steuerzahler aus Köln-Bickendorf erleben. Sein Vergehen: Er beschwerte sich
detailliert und ausdauernd über unhaltbare Zustände rund um den sogenannten
„MK-Palast“, eine Großraumdisco hauptsächlich für junge Gäste mit türkischem „Migrationshintergrund“,
bei der oft schon nachmittags „die Post abgeht“.
Unerträgliche Lärm- und Geruchsbelästigung,
Vermüllung, Beschädigung von parkenden Autos der Anwohner, Belästigungen der
Anwohner selbst, Alkoholmißbrauch auf der Straße, offener Drogenhandel, etc. Die
Liste der Beschwerden ließe sich fast beliebig lange fortführen. Das Problem der
Anwohner: Geschädigte sind zumeist alteingesessene, deutschstämmige
Bickendorfer, die Übeltäter überwiegend junge Türken oder türkischstämmige
Personen. Das paßt nicht ins politisch-korrekte Bild, erst recht in das der
selbsternannten Multikulti-Stadt Köln.
Was also tun?
Die Verwaltung und die politische Stadtspitze
verlegten sich wieder mal aufs Mauern. Da halfen keine Schreiben und noch so
viele Nachfragen: außer nichtssagenden Beschwichtigungen bekam der
Beschwerdesteller keine Auskünfte. Bis dem bedrängten Geschäftsmann - der
inzwischen schon überlegt „unsere Mitarbeiter zum Arbeitsamt zu schicken und den
Laden zu schließen, weil es einfach nur noch ankotzt, selbst von den Kindern der
Gäste des MK-Palastes angepöbelt zu werden“ - der Kragen platzte. Am 1. Oktober
2006 richtete er ein erneutes Schreiben an die Stadtverwaltung.
„Leider habe ich bisher weder von der Stadt
noch vom Ordnungsamt oder sonstwo eine Reaktion auf meine Beschwerden erhalten …
Sollten wir uns evtl. an die Bürgerbewegung pro Köln wenden, um uns Gehör zu
verschaffen?“
Daraufhin wurden die Offiziellen der Stadt
plötzlich hektisch. Bereits am 2. Oktober wurde umgehend der Eingang der
Nachfrage bestätigt und für die nächsten Tage eine ausführliche Stellungnahme
angekündigt. Diese ging dem geplagten Anwohner dann am 5. Oktober direkt vom
Bürgerbüro des Oberbürgermeisters zu, wobei tatsächlich detailliert auf die
Beschwerden eingegangen wurde. Allerdings für die Anwohner in einer inhaltlich
nicht zufriedenstellenden Art und Weise. Der abschließende Kommentar des
Geschäftsmannes zu der die Probleme verharmlosenden Stellungnahme:
„Ich hatte genau mit dieser Art Schreiben
gerechnet. Wie könnte die Stadt Köln etwas für seine deutschen Bewohner und
gegen Ausländer tun … Ich werde jedenfalls meine Schlüsse ziehen und mir nichts
mehr gefallen lassen. Hört sich keiner bei den Bürgern um? Die Stimmung kocht
langsam über. Ich kann diesen Trend bei Kunden wie Bekannten feststellen … Als
erstes werde ich alle meine Schreiben der Bürgerbewegung Pro Köln zusenden. Ich
freue mich schon auf die nächste Wahl in Köln, sofern ich dann noch Kölner bin.“
Und was lernen wir daraus?
Um den Verantwortlichen der Stadt Köln mal
Beine zu machen, reicht die „Drohung“ mit pro Köln. Selbst wenn dann noch keine
wirklich zufriedenstellende Politik betrieben werden sollte, können so bestimmte
Dinge ins Rollen gebracht werden. Weiter anschieben kann man dann mit dem
Hinweis auf die nächste Wahl, endgültig das Ruder herumreißen schließlich in der
Wahlkabine. Den ganzen Vorgang nennt man dann den „pro-Köln-Effekt“ …
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