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19. Oktober 2006:

Schizophrene FDP?

Der wackere FDP-Stadtrat Marco Mendorf ist zu einem aufrechten Kämpfer gegen die Drogenhölle in Köln-Humboldt mutiert. Das Drogenlokal des „Junkiebundes“ am Taunusplatz müsse weg, Polizei und Ordnungsamt gegen die Drogenszene hart durchgreifen, wettert der frühere Vorzeigeliberale voll heiligen Zorns auf der FDP-Internetseite. Doch etwas irritiert den aufmerksamen Beobachter: Direkt daneben prangt ein Aufruf zur Unterstützung der Aktion „Klarer Kopf – Argumente gegen rechte Parolen“. Dabei lobt die FDP-Fraktion 200 Euro Prämie für den besten Kölner Beitrag bei einem Schülerwettbewerb „gegen rechts“ aus. Nun fragen sich nicht nur spitzfindige Zeitgenossen: Kann Marco Mendorf die 200 Euro gleich für seine eigenen Aussagen in Sachen „Junkiebund“ auszahlen? Oder gibt es die FDP-Kohle nur für „rechte Parolen“ von der unliebsamen politischen Konkurrenz, wie etwa der Bürgerbewegung pro Köln?

Pro Köln war es ja auch, die die unhaltbaren Zustände rund um den Taunusplatz auf die politische Tagesordnung brachte. Pro Köln forderte schon vor über einem Jahr die Schließung des Drogenlokals des „Junkiebundes“. Zu einem Zeitpunkt also, wo die etablierte Politik und die Medien dieses Projekt noch in den höchsten Tönen lobten und jede Kritik daran als „rechtsextreme Hetze gegen Minderheiten“ – „rechte Parolen“ also – diffamierten. Und pro Köln war es schließlich, die als erste auf den Brandbrief des Bürgervereins Humboldt-Gremberg reagierte und zur Unterstützung der Bürgerdemo am morgigen Freitag aufrief. Aber vielleicht kann ja auf dieser morgigen Demonstration das alte Kriegsbeil zwischen FDP und pro Köln begraben werden, wenn Marco Mendorf und die pro-Köln-Ratsmitglieder Seit an Seit für die Schließung des Junkiebundes marschieren werden? Es sei denn, der FDP ginge es gar nicht wirklich um die Sorgen der Bürger, sondern lediglich um eine Umleitung des vorhandenen Protestpotentials weg von pro Köln, während auf der anderen Seite per 200-Euro-Steckbrief weiter Jagd auf „rechte Parolen“ gemacht wird …

 

Marco Mendorf vertritt als wackerer Kämpfer gegen das Drogenlokal am Taunusplatz fleißig pro-Köln-Forderungen, während seine FDP-Freunde auf der gleichen Internetseite Argumente gegen rechte Parolen mit 200 Euro belohnen wollen. Wie das zusammenpassen soll, bleibt wohl ein Geheimnis der Kölner FDP-Fraktion ...

 

 
 
 

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