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8. November 2006:

Vorauseilender Gehorsam

Es gibt zuweilen auch Amüsantes aus der Bezirksvertretung Porz zu berichten. So scheinen Verwaltung und Bezirksbürgermeister bei pro-Köln-Anträgen inzwischen zur „Strategie des vorauseilenden Gehorsams“ übergegangen zu sein. Besonders gute und sinnvolle Anträge der Porzer pro-Köln-Fraktion werden seit neuestem in Windeseile noch vor den Sitzungen der Bezirksvertretung umgesetzt und abgearbeitet, um nur ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, den „bösen Rechten“ zustimmen zu müssen. So auch im aktuellen Fall bei der von pro Köln beantragten Instandhaltung der Grünfläche rund um das Kriegerdenkmal am Rheinufer vor dem Bezirkrathaus. 

Nachdem bei der letzten Bezirksvertretungssitzung ein dementsprechender pro-Köln-Antrag rechtswidrig nicht in die Tagesordnung aufgenommen worden war, sollte nach erneuter Einbringung des Antrages die peinliche Angelegenheit auf andere Weise halbwegs elegant umschifft werden. Kurz nach der erneuten Antragsstellung wurden flugs Gärtner mit der Aufarbeitung der Grünfläche rund um das Denkmal für gefallene Soldaten des 1. Weltkriegs beauftragt. In der aktuellen Sitzung der Bezirksvertretung wurde deshalb die pro-Köln-Fraktion gebeten, ihren Antrag zurückziehen. Es wäre ja schon alles erledigt worden! Dazu erklärte die pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Regina Wilden in der Sitzung:

"Ich will keineswegs widersprechen. Ich bin gestern zufällig mit Herrn Schaefers am Rheinufer vorbeigegangen, da haben gerade städtische Arbeiter an dem Blumenbeet gearbeitet. Das hat uns sehr gefreut und auf unsere Anfrage hin, wann sie den Auftrag erhalten hätten, haben sie gesagt: letzte Woche, und da war auch unser Antrag schon eingegangen. Es freut uns sehr, daß man unseren Anträgen schon nachkommt, noch ehe sie hier behandelt werden und ehe hier darüber abgestimmt wird. Ich darf Ihnen Lob und unseren Dank aussprechen, vielen Dank."

 

Während vor der pro-Köln-Initiative sich anscheinend kein Offizieller für das Kriegerdenkmal am Rheinufer interessierte ...

... legten städtische Arbeiter nach der erneuten Einbringung des Antrages großen Arbeitseifer an den Tag, um pro Köln nur ja keine Angriffsfläche zu bieten.

Abschließend sei noch eine ernsthafte Anmerkung erlaubt: Wenn die Etablierten meinen, pro-Köln-Initiativen am besten dadurch torpedieren zu können, in dem sie sie gleich selbst umsetzen, dann kann uns das nur recht sein. Es zeugt zwar von einem kindischen Politikverständnis der Altparteien, nur ja nicht den Anträgen einer unbequemen Oppositionsgruppe zustimmen zu wollen. Aber im Endeffekt kommt es darauf an, was für die Bürger herum kommt. Und deshalb ist die „Strategie des vorauseilenden Gehorsams“ immer noch tausendmal besser als stures Niederstimmen und Abbügeln sinnvoller Anregungen.

P.S.: In ähnlicher Weise ist die Bezirksvertretung einem Antrag von pro Köln schon vor der Sitzung gefolgt, in dem es um die Absicherung einer Baustelle ging …

Wenn das mal keine Schule macht!

 

 
 
 

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