Es gibt zuweilen auch Amüsantes aus der
Bezirksvertretung Porz zu berichten. So scheinen Verwaltung und
Bezirksbürgermeister bei pro-Köln-Anträgen inzwischen zur „Strategie des
vorauseilenden Gehorsams“ übergegangen zu sein.
Besonders gute und sinnvolle Anträge der Porzer pro-Köln-Fraktion werden seit
neuestem in Windeseile noch vor den Sitzungen der Bezirksvertretung umgesetzt
und abgearbeitet, um nur ja nicht in die Verlegenheit zu kommen, den „bösen
Rechten“ zustimmen zu müssen. So auch im aktuellen Fall bei der von pro Köln
beantragten Instandhaltung der Grünfläche rund um das Kriegerdenkmal am
Rheinufer vor dem Bezirkrathaus.
Nachdem bei der letzten Bezirksvertretungssitzung ein dementsprechender
pro-Köln-Antrag rechtswidrig nicht in die Tagesordnung aufgenommen worden war,
sollte nach erneuter Einbringung des Antrages die peinliche Angelegenheit auf
andere Weise halbwegs elegant umschifft werden. Kurz nach der erneuten
Antragsstellung wurden flugs Gärtner mit der Aufarbeitung der Grünfläche rund um
das Denkmal für gefallene Soldaten des 1. Weltkriegs beauftragt. In der
aktuellen Sitzung der Bezirksvertretung wurde deshalb die pro-Köln-Fraktion
gebeten, ihren Antrag zurückziehen. Es wäre ja schon alles erledigt worden! Dazu
erklärte die pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Regina Wilden in der Sitzung:
"Ich will keineswegs widersprechen. Ich bin gestern zufällig mit Herrn Schaefers
am Rheinufer vorbeigegangen, da haben gerade städtische Arbeiter an dem
Blumenbeet gearbeitet. Das hat uns sehr gefreut und auf unsere Anfrage hin, wann
sie den Auftrag erhalten hätten, haben sie gesagt: letzte Woche, und da war auch
unser Antrag schon eingegangen. Es freut uns sehr, daß man unseren Anträgen
schon nachkommt, noch ehe sie hier behandelt werden und ehe hier darüber
abgestimmt wird. Ich darf Ihnen Lob und unseren Dank aussprechen, vielen Dank."
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Während vor der
pro-Köln-Initiative sich anscheinend kein Offizieller für das Kriegerdenkmal
am Rheinufer interessierte ... |
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... legten städtische Arbeiter nach der erneuten
Einbringung des Antrages großen Arbeitseifer an den Tag, um pro Köln nur ja
keine Angriffsfläche zu bieten.
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Abschließend sei noch eine ernsthafte Anmerkung erlaubt: Wenn die Etablierten
meinen, pro-Köln-Initiativen am besten dadurch torpedieren zu können, in dem sie
sie gleich selbst umsetzen, dann kann uns das nur recht sein. Es zeugt zwar von
einem kindischen Politikverständnis der Altparteien, nur ja nicht den Anträgen
einer unbequemen Oppositionsgruppe zustimmen zu wollen. Aber im Endeffekt kommt
es darauf an, was für die Bürger herum kommt. Und deshalb ist die „Strategie des
vorauseilenden Gehorsams“ immer noch tausendmal besser als stures Niederstimmen
und Abbügeln sinnvoller Anregungen.
P.S.: In ähnlicher Weise ist die
Bezirksvertretung einem Antrag von pro Köln schon vor der Sitzung gefolgt, in
dem es um die Absicherung einer Baustelle ging …
Wenn das mal keine Schule macht!