28. April 2006:
Bürgeranhörung der Fraktion pro Köln zur
Großmoschee:
Ehrenfelder wollen klagen
Über 100 Ehrenfelder
Bürger und pro-Köln-Mandatsträger kamen gestern zu einer Bürgeranhörung der
Fraktion pro Köln zum Thema Großmoscheebau an der Venloer Straße/Ecke Innere
Kanalstraße. Dabei wurde noch einmal die klare
Ablehnung gegen das Islamisierungsprojekt im Veedel deutlich. Spontan
entschlossen sich etwa ein Dutzend Anwohner, Rechtsmittel gegen das
Mammutprojekt einzulegen.
Vorausgegangen war der
Bürgeranhörung in der Kölner Traditionsgaststätte „Früh“ ein handfester Skandal.
Die ursprünglich für das Rathaus vorgesehene Veranstaltung konnte dort nicht
stattfinden, weil Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) mit einer hanebüchenen
Begründung die Nutzung der Räume verweigerte. Es würde beim Thema Großmoscheebau
kein Bezug zur kommunalpolitischen Arbeit der Fraktion pro Köln bestehen! Dabei
konnte pro Köln vor allem mit diesem Thema im Jahr 2004 einen fulminanten
Wahlsieg erzielen.
Doch die Ehrenfelder
Bürger ließen sich von solchen obrigkeitlichen Schikanen nicht davon abhalten,
mit ihrem einzigen echten politischen Verbündeten in dieser Frage das weitere
Vorgehen abzuklären. Über 100 Bürger und Mandatsträger kamen trotz der medialen
Anfeindungen zum Rathaus, von wo sie dann kurzfristig zur Kölner
Traditionswirtschaft „Früh“ umgeleitet wurden. Dort konnte man dann zu Füßen des
Doms im „Wappensaal“ standesgemäß tagen. Ein Umstand, der den Kölner Politikern
der Altparteien sicher nicht gefallen haben dürfte.
Während der Veranstaltung
machte der Vorsitzende der Bürgerbewegung pro Köln, Rechtsanwalt Markus Beisicht,
deutlich, daß pro Köln bisher eine Großmoschee mit der Unterstützung der
Bevölkerung verhindern konnte. Wenn jetzt Teile der CDU ebenfalls zur Vernunft
kommen würden, wäre das begrüßenswert. „Allerdings müßten dann die CDU-Vertreter
in den maßgeblichen Gremien endlich auch einmal gegen die Großmoschee stimmen!“
Anschließend klärte
Beisicht die Ehrenfelder Bürger und die pro-Köln-Mandatsträger über die
rechtlichen Widerspruchsmöglichkeiten gegen die Großmoschee auf. „Nachdem sowohl
im Rat als auch im Stadtentwicklungsausschuß bereits Entscheidungen zum Bau der
Großmoschee gefällt wurden, sind jetzt die rechtlichen Widerspruchsmöglichkeiten
der Anwohner unser stärkster Trumph.“ Auch eine Normenkontrollklage hinsichtlich
der Einhaltung der formalen bzw. materiell-rechtlichen Kriterien der
Bebauungsplanänderung käme in Frage. Von den anwesenden Ehrenfeldern erklärten
sich daraufhin rund ein Dutzend Anwohner bereit, Rechtsmittel gegen die geplante
Großmoschee einzulegen!
Der Geschäftsführer der
Fraktion pro Köln, Manfred Rouhs, erläuterte die verbleibenden politischen
Möglichkeiten zur Verhinderung des Islamisierungsprojektes. „Vor allem auf der
städtischen Podiumsdiskussion am kommenden Dienstag im Berufskolleg Ehrenfeld
müssen die Moscheebaukritiker unübersehbar Flagge zeigen. Besonders weil die
Verwaltung bereits angekündigt hat, daß fehlender Protest als Zustimmung bei der
gesetzlich vorgeschriebenen Öffentlichkeitsbeteiligung gewertet werden würde.“
Die
betroffenen Anwohner nutzten im Anschluß die Möglichkeit, die
pro-Köln-Fraktionsmitglieder über weitere Details von den Örtlichkeiten und über
die Stimmung im Veedel zu informieren. Gemeinsam wurde das künftige Vorgehen
beraten und abgestimmt – sowohl in den städtischen Gremien als auch in der
öffentlichen Auseinandersetzung. „Die heiße Phase des Kampfes gegen die
Großmoschee hat gerade erst begonnen“ gab Rouhs die allgemeine Einschätzung auf
der Bürgeranhörung wieder. Dabei dürften ihm nicht nur die anwesenden
Ehrenfelder Recht gegeben haben.
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