9. November 2006:
Alles in Ordnung?
Die kommunale Aufsichtsbehörde scheint
sich anscheinend nicht an dem umstrittenen Kölner Messegeschäft mit dem
Oppenheim-Esch-Fonds zu stören. Regierungspräsident Hans Peter Lindlar (CDU)
bestätigte Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU), daß mit dem städtischen
Wirtschaftlichkeitsgutachten in eigener Sache alle kommunalaufsichtlichen
Bedenken ausgeräumt wären. Keine Nachfragen hinsichtlich der nichtgeprüften
Konkurrenzangebote, keine Nachfragen zur Angemessenheit der Mietzahlungen im
Verhältnis zum tatsächlichen Wert der neuen Messehallen, keine Nachfragen zu den
offensichtlich völlig überteuerten Mietkosten und den damit verbundenen
Mehrbelastungen für die öffentliche Hand.
Stattdessen wird das im städtischen Auftrag
erstellte Wirtschaftlichkeitsgutachten, das – welch Überraschung! – die Stadt
auf ganzer Linie entlastet, kritiklos für in Ordnung befunden. Dabei haben sogar
die wenig aufklärungsbemühten DuMont-Tageszeitungen zahlreiche Unterlassungen in
dem Gutachten festgestellt. Man könnte sogar sagen, daß sich das städtische
Wirtschaftlichkeitsgutachten vor allem dadurch auszeichnet, daß wesentliche
Aspekte eben nicht geprüft wurden! Doch das stört die Harmonie zwischen den
beiden Christdemokraten Lindlar und Schramma in keiner Weise. Pünktlich zum
11.11. heißt es wieder mal: „Echte Fründe stonn zesamme …“
Aber die Fraktion pro Köln wird gegen jedwede
Verschleierung und Vertuschung beim Messeskandal weiter massiv Front machen. In
den städtischen Kontrollgremien wird pro Köln auch in Zukunft unangenehme Fragen
stellen und die Verantwortlichen mit unbequemen Anträgen konfrontieren. Zudem
wird die Fraktion pro Köln im Rahmen ihrer Möglichkeiten direkt die Kölner
Öffentlichkeit über diese skandalösen Vorgänge informieren. Unter anderem wird
der nächsten Fraktionszeitung ein Sonderblatt zum Messeskandal und der
diesbezüglichen Aufklärungsarbeit von pro Köln beigelegt werden.
Dies ist um so wichtiger, da die Kölner
DuMont-Zeitungen alle Initiativen der Bürgerbewegung pro Köln in Sachen
Messeskandal totgeschwiegen haben. Mediale Opposition sollen ausgerechnet jene
Parteien spielen dürfen, die im Gegensatz zu pro Köln dem Messedeal im Rat
selbst zugestimmt haben! Aber das ist ja die alte Strategie von „Stadt-Anzeiger“
und Co.: Alles was nicht geeignet ist, pro Köln in einem rechtsextremen oder
sonstwie negativem Licht erscheinen zu lassen, wird tunlichst unter den Teppich
gekehrt und konsequent verschwiegen. Diese Form der Presseberichterstattung ist
ungefähr genauso in Ordnung wie der Aufklärungswille des Regierungspräsidenten
beim Messeskandal …
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