15. Juni 2006:
Albern
und schäbig!
Es hat sich inzwischen
schon herumgesprochen, daß die pro-Köln-Mandatsträger die lieben Politiker der
Kölner Altparteien immer wieder mit guten Vorschlägen und Anträgen nerven. Der
grüne Ratsherr Andreas Wolter hatte sich kürzlich sogar im „Stadt-Anzeiger“
darüber beschwert, daß im Jahr 2005 rund ein Drittel aller Anträge von pro Köln
gekommen wären.
Ähnlich „schlimm“ ist die Lage in der Porzer Bezirksvertretung. Die dortige
pro-Köln-Fraktion mit Regina Wilden und Rudolf Schaefers plagt die anderen
Bezirksvertreter ständig mit konstruktiven Anträgen. Dabei ist es
verständlicherweise sehr peinlich für die Bezirksvertreter von CDU, SPD und Co.,
daß ausgerechnet die „bösen Rechten“ gute Vorschläge bringen, auf die man selbst
nicht gekommen ist. So geschehen auch auf der gestrigen Sitzung, in der pro Köln
zum wiederholten Male die katastrophale Parkplatzsituation am S-Bahnhof
Porz-Wahn auf die Tagesordnung brachte.
Pro Köln beantragte
gestern schon zum zweiten Mal, unverzüglich Maßnahmen zur Entschärfung der
Situation am S-Bahnhof prüfen zu lassen, zur Not auch provisorische. Nachdem die
etablierten Parteien vor einem halben Jahr noch versucht hatten, das Problem
einfach zu ignorieren, war ihnen das jetzt aufgrund zahlreicher Bürgerproteste
und Medienberichte nicht mehr möglich. Was also tun, wenn man aus sachlichen
Erwägungen auf jeden Fall einem pro-Köln-Antrag zustimmen müßte? Man nutzt
einfach seine Mehrheit aus und fabriziert kurzfristig einen „Ersetzungsantrag“,
in dem praktisch das gleiche gefordert wird, allerdings dann nicht mehr von pro
Köln! Für dieses kindische Spiel gab sich gestern ausgerechnet die CDU-Fraktion
als Antragssteller her, was Regina Wilden zur folgenden Stellungnahme veranlaßte:
„Meine
Damen und Herren von der CDU: Sie hätten Ihren Antrag ohne unseren Antrag ja gar
nicht gestellt. In Ihrem Antrag steht exakt das mit anderen Worten drin, was in
unserem Antrag steht! Einen solchen Antrag als Ersatzantrag zu stellen finde ich
- und Sie werden mir es nicht verübeln können - albern und schäbig, und es ist
auch in gewisser Weise eine Charaktersache. Gleichwohl werden Sie Ihre Mehrheit
dazu benutzen, unseren Antrag abzulehnen und Ihren Antrag einzubringen. Aber da
es uns um die Sache geht, werden wir selbstverständlich Ihrem Antrag - der in
Wirklichkeit der unsere in einem anderen Gewand ist - zustimmen. Vielen Dank."
Etwas
ernster wurde es bei einem weiteren pro-Köln-Antrag auf Schließung des äußerst
problematischen Asylantenwohnheimes am Poller Damm. Die Altparteien weigerten
sich bei diesem Thema sogar, nur darüber zu diskutieren und beschlossen
stattdessen den „Übergang zum nächsten Tagesordnungspunkt“. Inhaltlich schickten
sie die Verwaltung vor, die die Probleme mit zahlreichen Bewohnern dieser
Einrichtung herunterspielte und die berechtigten Beschwerden der geplagten
Anwohner weitgehend ignorierte. Die Verwaltungsmitteilung schloß mit der
Feststellung: „Die Aufgabe des Wohnheimes Poller Damm ist nicht vorgesehen. Der
Standort wird weiterhin zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigt.“
Die
pro-Köln-Fraktionsvorsitzende Regina Wilden versprach deshalb im Anschluß an die
Sitzung:
„Wir werden
die Anwohner am Poller Damm nicht im Stich lassen. Wenn Verwaltung und Politik
auf Anträge nicht reagieren, müssen wir andere Formen des Protests überdenken.
Schon einmal haben in Poll engagierte Bürger bewiesen, was organisierter,
basisdemokratischer Widerstand zu leisten vermag!“
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