14. November 2006:
Schwarzer Peter bleibt bei öffentlicher Hand
Als Erfolgsmeldung verkauft die „Rundschau“ heute eine
Erklärung der Sparkasse KölnBonn zum Rückkaufrecht für die neuen Messehallen.
Die Sparkasse garantiert demnach ein Rückkaufrecht für die Hallen zu einem Preis
von 70 Millionen Euro nach Ablauf der 30jährigen Mietzeit.
Bekanntlich hatte der Oppenheim-Esch-Fonds als Vermieter der Messehallen diese
Garantie an die Messegesellschaft nicht geben wollen. Nun also wird die
Sparkasse für etwaige finanzielle Nachteile der Messegesellschaft gerade stehen
müssen, falls der geplante Rückkauf in obiger Form nicht zustande kommen sollte.
Mit anderen Worten: Die Stadtsparkasse übernimmt eine finanzielle Garantie für
die städtische Messegesellschaft. Das Risiko bleibt auf jeden Fall bei der
öffentlichen Hand – also bei den steuerzahlenden Kölner Bürgern, während der
Oppenheim-Esch-Fonds und seine ausgewählten Investoren aus Deutschlands Geldadel
auf jeden Fall Kasse machen werden.
Von den Machern des im städtischen Auftrag
erstellten Wirtschaftlichkeitsgutachtens zum Messegeschäft wurde übrigens
inzwischen bekannt, daß sie auch anderweitig in den Diensten der Stadt stehen
würden. Im Klartext heißt das, daß der Oberbürgermeister zur Rechtfertigung des
anrüchigen Messedeals selbst ein Gutachten in Auftrag gegeben hat, das dann
ausgerechnet auch noch von einer wirtschaftlich von der Stadt abhängigen
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erstellt worden ist!
Zu diesen neuesten Entwicklungen in Sachen
Messeskandal erklärt der stellvertretende pro-Köln-Vorsitzende und
finanzpolitische Sprecher der Ratsfraktion, Markus Wiener:
„Der schwarze Peter wurde nun von der
Messegesellschaft an die Sparkasse KölnBonn weitergegeben. Diesen Kunstgriff
auch noch als großen Erfolg für die Stadt Köln zu vermarkten, grenzt an
Zynismus. Solche Tricksereien zu Lasten des Gemeinwohls haben in Köln leider
Schule gemacht. Mithilfe des kölschen Klüngels kassieren in der Domstadt einige
Großinvestoren und die Vertreter der politischen Klasse schamlos ab, während die
Stadt Köln ungebremst auf den Nothaushalt zusteuert. Unsere Forderung lautet
deshalb: Mehr Transparenz bei allen Geschäften der öffentlichen Hand! Politiker,
die dagegen verstoßen und der Stadt finanziell schaden, müssen zivilrechtlich in
Regreß genommen werden! Denn wer im Extremfall mit seinem Privatvermögen haften
muß, wird in Zukunft sicher mehr ‚Verhandlungsgeschick’ bei städtischen
Geschäften zeigen!“
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