Die türkisch-islamische
Union DITIB hat mittels einer Presseerklärung ihr Gesprächsangebot an pro Köln
überraschend zurückgezogen: „Die DITIB hat den aktiven Dialog gesucht,
Toleranz, Offenheit und gesellschaftliche Mitarbeit gezeigt und mußte leider
feststellen, daß die Gegenseite die Einladung zwar angenommen hat, eine
Dialogbereitschaft jedoch ablehnt. Unter diesen Umständen laden wir die
‚Bürgerbewegung pro Köln e.V.’ aus.“ Die von DITIB angestrebte „Aufklärung der
‚Bürgerbewegung pro Köln e.V.’“ fällt demnach ersatzlos aus, statt dessen werden
wohl weiter „die Ehrenfelder und Kölner mit der präsentierten Unwissenheit von
der ‚Bürgerbewegung pro Köln e.V.’ verunsichert.“
„Völlig überraschend haben
wir auf dem Wege einer Pressemitteilung vom plötzlichen Sinneswandel der
DITIB-Verantwortlichen erfahren, während wir noch telefonisch über den genauen
Termin des Besuches verhandelt haben“, zeigt sich die Vorsitzende der Fraktion
pro Köln, Judith Wolter, erstaunt. „Die türkischen Verbandsfunktionäre scheinen
hinsichtlich zivilisierter, demokratischer Umgangsformen noch nicht ganz in
Mitteleuropa angekommen zu sein.“
Auch über den Sinn und
Zweck kontroverser politischer Gespräche scheint es auf Seiten der DITIB
Mißverständnisse zu geben: „DITIB versteht unter Dialogbereitschaft
offensichtlich, daß man sich von ihr bei einem Täßchen türkischen Tee
‚aufklären’ läßt und anschließend ihre Vorstellungen einfach so abnickt. Diese
Taktik mag bei CDU, SPD und Co. funktionieren, bei uns sicher nicht! Das haben
wir – trotz unserer grundsätzlichen Gesprächsbereitschaft – auch im Vorfeld
deutlich gemacht, und dies scheint wohl der Grund dafür gewesen zu sein, warum
die DITIB-Leute doch noch kalte Füße bekommen haben“, so Wolter weiter.
„Aber auf der städtischen
Bürgeranhörung am kommenden Dienstag kann die DITIB unliebsamen Meinungen nicht
mehr aus dem Weg gehen. Die Kölner Moscheegegner können sie dort nicht einfach
ausladen, hier wird die DITIB noch eine Lektion in Sachen Demokratie und
Meinungsfreiheit lernen müssen. Schließlich sind wir in Deutschland und nicht in
der Türkei, wo in der Auseinandersetzung zwischen Militärs und Islamisten noch
nie Platz war für echte demokratische Verhältnisse!“