„Stadt-Anzeiger“ und
„Kölnische Rundschau“ überbieten sich heute mit Jubel-Artikeln über den
geplanten Bau der Groß-Moschee in Ehrenfeld – und im Schulterklopfen für den
Moscheebau-Befürworter Oberbürgermeister Fritz Schramma. Der ist laut
Gemeindeordnung für die Annahme eines Bürgerbegehrens zuständig, mag aber die
Unterschriften, die pro Köln und die Ehrenfelder Anwohnerinitiative gegen den
Großmoschee-Bau gesammelt haben, nicht persönlich in Empfang nehmen. Die daraus
resultierende Verzögerung gibt dem „Stadt-Anzeiger“ Gelegenheit zur
Kolportage von Gerüchten, die Marge von 20.000 sei womöglich noch nicht
erreicht.
Den Tag gestern haben die
Unterstützer des Bürgerbegehrens noch einmal für eine genaue Durchsicht der
Unterschriften genutzt und für einen allgemeinen Appell, alle vorhandenen
Unterschriften jetzt bei der Sprecherin der Anwohnerinitiative, Marylin Anderegg,
abzugeben. Dabei hat sich ergeben, daß bis gestern bereits 22.900 Unterschriften
vorgelegen haben! Zusammen mit den über Ostern noch hereinkommenden Listen
dürften eindeutig mehr als 23.000 Unterschriften zusammen kommen. Ein
großartiger Erfolg!
Die „Rundschau“ gibt Schramma
Gelegenheit zur Beschwichtigung. Das Problem des Vertriebs von Büchern auf
dem Gelände des Moscheebau-Trägers DITIB, deren Autoren Männern gegenüber ihren
Ehefrauen ein Recht auf körperliche Züchtigung einräumen, müsse gelöst werden,
darf der Oberbürgermeister erklären. Und dann werden die Ehefrauen nicht mehr
geschlagen? Glaubt Schramma das wirklich? Die Texte kann man sich auch im
Internet herunterladen! Und der Muezzin-Ruf soll nur innerhalb der Groß-Moschee
zu hören sein, nicht aber in halb Ehrenfeld und der Innenstadt. Wie aber wäre
es, wenn die 55 Meter hohen Minarette erst einmal dastehen würden und die DITIB
einen entsprechenden Antrag auf Beschallung ihrer Umgebung stellt? Da würde uns
dann der Vergleich mit dem Läuten der Domglocken zugemutet werden, und die
Genehmigung wäre wahrscheinlich eine reine Formsache.
Schramma und die politische Klasse in Köln haben
offenbar Angst vor dem Volk. Sie wissen, daß CDU, SPD, FDP, Grüne und der
Oberbürgermeister an ihrer Spitze im Falle der DITIB-Groß-Moschee eine einsame
Entscheidung gegen den Mehrheitswillen der Kölner getroffen haben. Die erste
Antwort darauf bekommen sie am Donnerstag nach Ostern in Gestalt der weit mehr
als 20.000 Unterschriften für das von pro Köln unterstützte Bürgerbegehren – und
die zweite, entscheidende Reaktion wird das Wahlergebnis der Bürgerbewegung pro
Köln bei der Kommunalwahl 2009 sein!