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5. April 2007:

Angst vor dem Volk

„Stadt-Anzeiger“ und „Kölnische Rundschau“ überbieten sich heute mit Jubel-Artikeln über den geplanten Bau der Groß-Moschee in Ehrenfeld – und im Schulterklopfen für den Moscheebau-Befürworter Oberbürgermeister Fritz Schramma. Der ist laut Gemeindeordnung für die Annahme eines Bürgerbegehrens zuständig, mag aber die Unterschriften, die pro Köln und die Ehrenfelder Anwohnerinitiative gegen den Großmoschee-Bau gesammelt haben, nicht persönlich in Empfang nehmen. Die daraus resultierende Verzögerung gibt dem „Stadt-Anzeiger“ Gelegenheit zur Kolportage von Gerüchten, die Marge von 20.000 sei womöglich noch nicht erreicht.

Den Tag gestern haben die Unterstützer des Bürgerbegehrens noch einmal für eine genaue Durchsicht der Unterschriften genutzt und für einen allgemeinen Appell, alle vorhandenen Unterschriften jetzt bei der Sprecherin der Anwohnerinitiative, Marylin Anderegg, abzugeben. Dabei hat sich ergeben, daß bis gestern bereits 22.900 Unterschriften vorgelegen haben! Zusammen mit den über Ostern noch hereinkommenden Listen dürften eindeutig mehr als 23.000 Unterschriften zusammen kommen. Ein großartiger Erfolg!

Die „Rundschau“ gibt Schramma Gelegenheit zur Beschwichtigung. Das Problem des Vertriebs von Büchern auf dem Gelände des Moscheebau-Trägers DITIB, deren Autoren Männern gegenüber ihren Ehefrauen ein Recht auf körperliche Züchtigung einräumen, müsse gelöst werden, darf der Oberbürgermeister erklären. Und dann werden die Ehefrauen nicht mehr geschlagen? Glaubt Schramma das wirklich? Die Texte kann man sich auch im Internet herunterladen! Und der Muezzin-Ruf soll nur innerhalb der Groß-Moschee zu hören sein, nicht aber in halb Ehrenfeld und der Innenstadt. Wie aber wäre es, wenn die 55 Meter hohen Minarette erst einmal dastehen würden und die DITIB einen entsprechenden Antrag auf Beschallung ihrer Umgebung stellt? Da würde uns dann der Vergleich mit dem Läuten der Domglocken zugemutet werden, und die Genehmigung wäre wahrscheinlich eine reine Formsache.

Schramma und die politische Klasse in Köln haben offenbar Angst vor dem Volk. Sie wissen, daß CDU, SPD, FDP, Grüne und der Oberbürgermeister an ihrer Spitze im Falle der DITIB-Groß-Moschee eine einsame Entscheidung gegen den Mehrheitswillen der Kölner getroffen haben. Die erste Antwort darauf bekommen sie am Donnerstag nach Ostern in Gestalt der weit mehr als 20.000 Unterschriften für das von pro Köln unterstützte Bürgerbegehren – und die zweite, entscheidende Reaktion wird das Wahlergebnis der Bürgerbewegung pro Köln bei der Kommunalwahl 2009 sein!

 
 
 

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