In der letzten Sitzung der
Bezirksvertretung Porz wurde ein mittlerweile altbekanntes Ritual wiederholt:
Die Fraktion pro Köln stellte einen Antrag, ein Verwaltungsvertreter erklärte
das Problem für gelöst und die Mehrheitsfraktionen beschlossen daraufhin den
„Übergang zum nächsten Tagesordnungspunkt“. Diesmal ging es um wildes
Plakatieren im Stadtbezirk. Monatelang verschandelten unzählige illegal geklebte
Plakate alle Porzer Bezirke – rechtzeitig zur Bezirksvertretungssitzung wurden
viele von unsichtbarer Hand entfernt. Ein Verwaltungsvertreter erklärte, der
diesbezügliche pro-Köln-Antrag sei überflüssig, weil die Verwaltung mit
Jugendgruppen im Kontakt stünde, die auf ehrenamtlicher Basis für die
Beseitigung illegal geklebter Plakate sorgen würden.
Bezweifelt werden darf
allerdings, daß derart emsig gegen illegale Plakate vorgegangen worden wäre,
falls pro Köln das Thema nicht auf die Tagesordnung der
Bezirksvertretungssitzung gebracht hätte. Durch eine solche schnelle Reaktion
versuchen die alten politischen Kräfte oftmals, pro Köln den Wind aus den Segeln
zu geben. Der „Übergang zum nächsten Tagesordnungspunkt“ ist bei einem solchen
Versteckspiel nur konsequent, wenn auch eklatant undemokratisch – pro Köln soll
in der Öffentlichkeit als „überflüssig“ erscheinen, trotz der guten Sacharbeit
der Mandatsträger der Bürgerbewegung.
Anhand des aktuellen Beispiels
ist leicht vorstellbar, wie sich Köln vor der Kommunalwahl 2009 verändern
könnte: die Stadt wird Blitzsauber, ohne Graffitis und wilde Plakate, alle
Klau-Kids werden abgeschoben und sämtliche Moscheebau-Projekte auf Eis gelegt –
bis nach der Kommunalwahl. Dann würde mit CDU, SPD, Grünen und FDP der alte
Schlendrian weitergehen. Wenn da nicht pro Köln vor wäre …