Nach Medienberichten soll ein Drogenabhängiger einen 8jährigen Jungen auf dem
Spielplatz Burgenlandpark in Humboldt-Gremberg mit einer Spitze verletzt haben.
Der Junge wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Der Tatort befindet sich in der
Nähe des umstrittenen Ladenlokals des Junkie-Bundes in der Taunusstraße, dessen
Schließung die Bürgerbewegung pro Köln bereits seit dem Jahr 2003 fordert. Die
Sozialdezernentin Marlies Bredehorst wird nach dem Vorfall in den Medien mit der
Äußerung zitiert, die Verwaltung würde „mit Hochdruck“ an einer Verlagerung des
Ladenlokals arbeiten. Dabei bleibt allerdings unklar, wo diese Einrichtung
künftig ansässig werden soll und wann die Aktivitäten der Verwaltung zur
Schließung der umstrittenen Einrichtung führen.
Auch
in der Sitzung des Sozialausschusses am 24. Mai wurde das Thema angesprochen.
Frau Bredehorst äußerte sich dort weit weniger entschieden als gegenüber der
Presse. Sie sagte lediglich, daß sie in regelmäßigen Abständen mit den Bürgern
vor Ort Gespräche führen würde. Zu diesen Gesprächen sei auch die Polizei
hinzugezogen worden. Zusätzlich würde die Adler-Wache dort Streife fahren,
obwohl dazu keine Verpflichtung bestände.
Auf
die Frage, ob der Junkie-Bund in die Nähe des Kalk-Karree verlegt werden könnte,
gestand die Sozialdezernentin ein, daß dies schwierig sei, weil sich kein
Vermieter finde, der an den Junkie-Bund vermieten wolle. Auch sei die Situation
in anderen Stadtteilen ähnlich, z.B. zwischen Heumarkt und Neumarkt und in
Mülheim. Sie denke eventuell daran, den Junkie-Bund irgendwo in Container
einzuquartieren, und außerdem solle im Rechtsrheinischen noch ein zweites
derartiges Ladenlokal eingerichtet werden.
Für pro Köln regte Regina Wilden
in der Sitzung an:
„Frau
Bredehorst, wie wärs, wenn Sie das Ding einfach schließen würden? Seit vielen
Jahren trifft man allerlei Maßnahmen, aber alles ist nur noch schlimmer
geworden. Jeden Tag richten die Drogensüchtigen einen hohen Schaden in der Stadt
an, das stand doch dieser Tage erst in der Zeitung, und jetzt wollen Sie auch
noch einen zweiten Drogenkonsumraum im Rechtsrheinischen einrichten, da wird
alles nur noch schlimmer!“
Zudem setzt pro Köln das Thema erneut auf die Tagesordnung der Kalker
Bezirksvertretung, die das nächste Mal am 14. Juni tagt. In einer Anfrage will
die Bürgerbewegung wissen:
1.) Welche Erkenntnisse liegen der Verwaltung über Gewalttaten von
Drogenabhängigen in Humboldt-Gremberg in den letzten 12 Monaten vor?
2.) Wie lange wird das Ladenlokal des Junkie-Bundes voraussichtlich noch in der
Taunusstraße verbleiben?
3.) Welche alternativen Standorte prüft die Verwaltung derzeit für das Ladenlokal
des Junkie-Bundes?
Und pro Köln beantragt am 24. Juni:
1.) das Ladenlokal des Junkie-Bundes in der Taunusstraße möglichst umgehend zu
schließen und
2.) eine Verlagerung des Ladenlokals nicht innerhalb des Stadtbezirkes Kalk
vorzunehmen.
Der Bevölkerung im Stadtbezirk ist die weitere Präsenz des Ladenlokals nach den
jüngsten Ereignissen eindeutig nicht mehr länger zumutbar!