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3. Mai 2007:

Kampf gegen imaginäre Gewalt

Nachdem an Chorweiler Schulen Veranstaltungen gegen rechtsradikale Gewalt durchgeführt worden sind, wollte die Fraktion pro Köln der Sache auf den Grund gehen und wissen, ob es dabei nur um politische Stimmungsmache geht oder ob wirklich etwas dran ist an der Vorstellung, Gewalttäter von rechtsaußen würden den Kölner Norden unsicher machen – und deshalb müßten nun öffentliche Mittel zur „Aufklärung“ locker gemacht werden. Also fragte pro Köln bei der Verwaltung an:

„Wie viele Fälle von rechtsradikaler Gewalt sind der Verwaltung im Stadtbezirk Chorweiler im Jahr 2006 bekannt geworden? Bitte stellen Sie die Vorfälle und insbesondere deren politischen Hintergrund im Einzelnen dar.“

Ehrlicherweise hätte die Verwaltung antworten müssen, daß es keinen einzigen Fall von rechtsradikaler Gewalt gegeben hat. Daraus ließe sich dann schließen, daß die einschlägigen Schulprogramme Formen von Gewalt zum Thema haben, die sich deren Auftraggeber offenbar herbeiwünschen, um sich dagegen – in dialektischer Einfalt – als Gutmenschen in Szene setzen zu können. Statt dessen antwortet die Verwaltung umständlich:

„Die Verfolgung und Registrierung von rechtsradikalen Übergriffen liegt ausschließlich in der Zuständigkeit der Polizei. Dort gehen die Anzeigen ein, sie ermittelt, verfolgt und erfaßt die Delikte statistisch. Die Verwaltung erhält nur sporadisch Kenntnis und kann daher keine Aussage über den Umfang treffen.“

Aha – „die Verwaltung erhält nur sporadisch Kenntnis“. Das heißt auf gut deutsch: Die Verwaltung  nimmt nur zur Kenntnis, was sie zur Kenntnis nehmen will. Selektive Wahrnehmung nennt man so etwas. Und wenn es Gewalttaten, die benötigt werden, um über das damit verbundene Risikopotential aufzuklären, einfach nicht gibt, wird auch der objektive Ausfall dieser Taten einfach nicht zur Kenntnis genommen.

Als nächstes war zu klären, ob die Träger der einschlägigen „Informationsveranstaltungen“ auf einem Auge blind oder gegen jede Form von politisch motivierter Gewalt vorzugehen bereit sind. Deshalb hat pro Köln angefragt:

„Welche Veranstaltungen sind an den Schulen im Stadtbezirk zur Aufklärung über linksradikale Gewalt geplant?“

Darauf hätte die ehrliche Antwort gelautet: Gar keine, Gewalt interessiert nur, wenn sie von rechts kommt. Aber das kann die Verwaltung so natürlich nicht einfach zugeben. Was aber erklärt der Beamte, wenn er nichts sagen und erst recht nichts tun will? Nun, er gibt sich unwissend, siehe die Antwort oben. Oder er sieht sich als nicht zuständig an:

„Die Zuständigkeit der Schulverwaltung erstreckt sich auf die äußeren Schulangelegenheiten, somit nicht auf die Unterrichtsinhalte. Über Veranstaltungen zur Aufklärung über linksradikale Gewalt an den Schulen liegen der Verwaltung keine Kenntnisse vor. Auf der Ebene des Schulamtes existiert allerdings das Netzwerk ‚Erziehung an Schulen’, das sich insbesondere mit der Gewaltprävention an Schulen beschäftigt.“

Zunächst wird hier so getan, als sei die Frage nicht verstanden worden. Denn gefragt wurde ja gar nicht nach den Unterrichtsinhalten, für die die Verwaltung zweifellos nicht zuständig ist, sondern nach Veranstaltungen an Schulen. Die Verwaltung legt sich die Frage gezielt so zurecht, daß sie sich für unzuständig erklären kann.

Dann wird verschleiert: Keineswegs wird eingestanden, daß es keine Veranstaltungen gegen linksradikale Gewalt gegeben hat, sondern nur, daß darüber „keine Kenntnisse“ vorliegen.

Zum Schluß bekommen wir Antwort auf eine Frage, die wir gar nicht gestellt haben. Denn es ging ja durchaus nicht um allgemeine Erziehungsfragen, auch nicht um „Erziehung an Schulen“, sondern um Veranstaltungen im Zusammenhang mit gerade politisch motivierter Gewalt.

So drehen und winden sie sich und verschleiern den Unsinn, der hier mit Steuergeldern betrieben wird. Und so wird wohl auch künftig an Schulen über „rechtsradikale Gewalt aufgeklärt“ werden, zu der, wenn man genauer nachfragt, „keine Aussage über den Umfang“ möglich ist, weil es sie schlicht nicht gibt. Aldous Huxleys „schöne neue Welt“ läßt grüßen!

 

 
 
 

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