19. Dezember 2006:
Kienbaum-Sparvorschläge:
Pro Köln für genaue Prüfung
Die vom Rat beauftragten
Unternehmensprüfer der Firma Kienbaum halten beim städtischen Haushalt
Einsparungen in Höhe von 90 Millionen Euro für möglich. Angefangen bei den
Dienstlimousinen für Ratspolitiker der Altparteien, über die Stellen der
Bürgeramtsleiter bis hin zum arbeitsfreien Rosenmontag für die städtischen
Bediensteten – die externen Prüfer nehmen auch „heilige Kühe“ ins Visier.
Klar ist, daß aufgrund der katastrophalen Finanz- und Haushaltspolitik von CDU,
SPD und Co. die Stadt so gut wie pleite ist; nach wie vor droht die Verhängung
des Nothaushaltes. Deshalb sollten alle Vorschläge der Experten von Kienbaum
zumindest einer genauen Betrachtung unterzogen werden, bevor in einer
Sondersitzung des Finanzausschusses Mitte Januar über deren Umsetzung verhandelt
werden wird.
Die Fraktion pro Köln hält einige der
Sparvorschläge durchaus für gelungen, einige andere zumindest für bedenkenswert, einige
wenige aber auch für undurchführbar bzw. unzumutbar. „Die Streichung des
dienstfreien Rosenmontags ist zum Beispiel absolut realitätsfern. Und im Bereich
der Personalkosten muß auch die Motivation der Angestellten berücksichtigt
werden. Deshalb wird dieser Angriff auf die kölsche Lebensart kaum zur
Überwindung der Haushaltskrise beitragen“, so der finanzpolitische Sprecher von
pro Köln, Markus Wiener. Ebenso seien
Streichungen bei den Zuschüssen für die offenen Ganztagsschulen, höhere
Elternbeiträge für das Mittagessen in Kindertagesstätten und höhere
Eintrittspreise in öffentlichen Bädern strikt abzulehnen.
Bedenkenswert sei dagegen zum Beispiel der
Vorschlag, die Verkehrsampeln von Privatunternehmen betreiben zu lassen, wodurch
bis zu 1,7 Millionen Euro eingespart werden könnten. Ebenso sei zu prüfen, ob
befristete Stellen nach der Beendigung besonderer Projekte unbedingt weiter
verlängert werden müßten. „Diesen Luxus kann sich die Stadt leider nicht mehr
immer leisten, so traurig die Konsequenzen für die Betroffenen auch sein mögen.
Denn Köln hat wirklich nur noch Geld für das unbedingt benötigte Personal über.“
Aus diesem Grund sollten laut Wiener auch die
Amtsleiterstellen in den Bürgerämtern ersatzlos gestrichen werden. „Hier liegt
Kienbaum mit seinen Einsparvorschlägen auf Bezirksebene goldrichtig.“ Absolut
unterstützenswert sei die Anregung, die Fahrbereitschaften für Bürgermeister und
Ratsfraktionen mit weniger Chauffeuren auszustatten. „Wenn es nach der Fraktion
pro Köln ginge, könnten zum Beispiel die Dienstlimousinen für die
Fraktionsvorsitzenden komplett gestrichen werden. Er ist nicht einzusehen, warum
sich ein Herr Granitzka oder ein Herr Börschel auf Steuerzahlerkosten mit dicken
Schlitten durch die Gegend fahren lassen“. Weiter betont Wiener, daß die
Fraktion pro Köln im Gegensatz zu CDU, SPD und Co. keinerlei Dienste der
Fahrbereitschaft in Anspruch nehmen würde.
Viele andere Vorschläge aus der
Kienbaum-Liste müßten noch bis zur Sondersitzung des Finanzausschusses eingehend
geprüft werden. Doch schon jetzt stünde fest: „Im Gegensatz zu der
wahrscheinlichen Steuergeldverschwendung beim Messeskandal oder anderen
Klüngelaffären sind selbst die von Kienbaum anvisierten 90 Millionen Euro nur
Peanuts. Wenn die etablierte Politik bei den großen Entscheidungen richtig
gehandelt hätte, müßte sie jetzt nicht buchstäblich jeden Pfennig dreimal
umdrehen und zum Beispiel überlegen, ob der Blumenschmuck im Rathaus in Zukunft
von den Pförtnern und Sekretärinnen anstatt externen Kräften übernommen werden
sollte.“
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