Die neu entflammte Debatte über die
Kölner Großmoschee hat ein bundesweites Medienecho ausgelöst: Die
„Welt“, der Berliner
„Tagesspiegel“, die
„Frankfurter
Allgemeine Zeitung“,
die
Süddeutsche Zeitung,
die Magdeburger
„Volksstimme“ und selbst der Schweizer
„Tagesanzeiger“ sind auf den immer schneller fahrenden Zug aufgesprungen.
Seit den öffentlichkeitswirksamen Äußerungen des Schriftstellers Ralph Giordano
gegen die Großmoschee wird in den verschiedensten Zeitungen über den
„Kulturkampf am Rhein“ berichtet. Stets wird dabei auch die Rolle der
Bürgerbewegung pro Köln als Speerspitze des Widerstandes gewürdigt, der jetzt
neue Nahrung gefunden hätte. Fehlen darf dabei freilich nie die Kritik, daß pro
Köln politisch rechts stehen würde, wobei die Bezeichnungen von
„Rechtspopulisten“ bis „Rechtextremisten“ reichen. Doch abgesehen von mancher
Schmähkritik an pro Köln kann die neue Entwicklung durchwegs positiv bewertet
werden: Der Moscheebau wird noch mehr zu einem politischen und medialen Thema,
nachdem er zuvor schon von der Bevölkerung in Ehrenfeld und im ganzen
Stadtgebiet seit Monaten heiß diskutiert wurde.
Jetzt scheint sich die Debatte
allerdings zuzuspitzen. Vor der großen Bürgeranhörung am kommenden Dienstag, zu
der sich schon zahlreiche Medienvertreter angekündigt haben, und der
Demonstration durch Ehrenfeld am 16. Juni, mobilisieren beide Lager ihre
Anhängerschaft. Für besondere Aufregung sorgte natürlich, daß in dieser Frage
pro Köln und Giordano plötzlich an einem Strang ziehen! „Kölner Rechtspopulisten
loben Ralph Giordano!“ betitelte dementsprechend die „Welt“ ihren großen
Hintergrundbericht:
„Das Bauprojekt spaltet die Stadt,
plötzlich tobt direkt am Rhein der Kampf der Kulturen ... Es ist einiges
durcheinander geraten in Köln, das politisch Korrekte mit dem Inkorrekten,
Wahrheit mit Propaganda, Integration mit Nationalismus. In der bundesweit
viertgrößten Stadt streitet man seit Monaten mal öffentlich, aber permanent
unterschwellig, um eine geplante Moschee im Stadtteil Ehrenfeld, so als verlaufe
dort im Westen der Rheinmetropole eine kulturell-religiöse Erdbebenspalte
zwischen Morgen- und Abendland.“
Und zu pro Köln heißt es:
„Ausgerechnet die rechtspopulistische
Ratsfraktion ‚pro Köln’ lobt nun ‚bei aller seit Jahren offensiv gepflegten,
profilierten Gegnerschaft’ den jüdischen Publizisten und frohlockt, ‚dass sich
unsere Aktivitäten hervorragend ergänzen.’ Es half Giordano nur wenig, sich
vorab von den Rechten zu distanzieren und sie als ‚lokale Variante des
zeitgenössischen Nationalsozialismus’ zu geißeln. Sie vereinnahmten den
Holocaust-Überlebenden trotzdem für ihren Kulturkampf.“
In der Tat sorgten natürlich auch
Giordanos unsägliche Äußerungen in Richtung pro Köln für viel Gesprächsstoff.
Denn obwohl man in Sachen Großmoschee ähnliche Ziele verfolgt, meinte Giordano,
seine „guten Ruf“ nur durch gleichzeitige Beleidigungen gegen die „bösen
Rechten“ retten zu können. Wörtlich erklärte Giordano mehrmals in den Medien,
u.a. in der Magdeburger „Volksstimme“:
„Diese Leute, die lokale Variante des
zeitgenössischen Nationalsozialismus, würden mich, wenn sie könnten, wie sie
wollen, in die Gaskammer stecken. Das habe ich öffentlich so gesagt und
daraufhin hat ‚Pro Köln’ Strafanzeige gegen mich gestellt.“
Völlig zurecht, denn natürlich kann pro
Köln es nicht unwidersprochen hinnehmen, daß ihren Mitgliedern und Unterstützern
derartig mörderische Absichten unterstellt werden! Und sicher werden die
diesbezüglichen straf- und zivilrechtlichen Auseinandersetzungen zwischen
Giordano und pro Köln ebenfalls noch viel Stoff für die Medien bieten ...