Der geplante Bau einer
Groß-Moschee der türkisch-islamischen Union DITIB in Ehrenfeld wird sich wohl
verzögern – mit etwas Glück auf St. Nimmerlein. Selbst Helmut Frangenberg vom
„Kölner Stadt-Anzeiger“, der zu den aggressivsten Befürwortern des
Mega-Bauprojektes gehört, verbreitet plötzlich Pessimismus. Im
„Stadt-Anzeiger“ vom 19. November 2007 teilt er mit:
„Der für diesen Winter geplante
Abriß der alten Moschee in Ehrenfeld wird sich um einige Monate verzögern. Damit
scheint offen, ob es der türkisch-islamischen Union DITIB gelingen kann, die
neue Moschee bis 2009 zu bauen. DITIB und Stadt hatten die Jahresmitte 2009 als
Ziel genannt - auch, um den Moscheebau aus dem Kommunalwahlkampf
herauszuhalten.“
Offenbar sitzt bei jeder
Verhandlung der Stadtspitze mit der DITIB die Bürgerbewegung pro Köln unsichtbar
mit am Tisch. Und aus Sicht der Mehrheitsfraktionen im Stadtrat liegt es nahe,
das Thema Groß-Moschee aus dem Kommunalwahlkampf 2009 heraus zu halten: Zwei
Drittel der Kölner lehnen die Baupläne in der aktuellen Fassung ab, und nur pro
Köln vertritt im Rat die Mehrheitsmeinung der Bevölkerung – mithin ergibt sich
bei der Kommunalwahl ein gewaltiges Potential für eine politische Veränderung,
für einen durchschlagenden Erfolg der Bürgerbewegung pro Köln!
Für Schramma & Co. schließt sich
in diesem Winter das Zeitfenster für die erste Phase des Großmoschee-Baus. Sie
laufen ansonsten Gefahr, vom Wähler gestoppt zu werden. Damit wäre das Projekt
auf unbestimmte Zeit verschoben – jedenfalls hinter den Termin der Wahlen im
Herbst 2009.
Bislang hat die DITIB weder
einen Bauantrag gestellt, noch ein schlüssiges Konzept für die Gewerbenutzung
innerhalb des auf 10.000 Quadratmetern weitläufig geplanten Areals des
islamischen Großprojektes vorgelegt. Zudem gab es immer wieder Anlaß für
Spekulationen über die Finanzierung des DITIB-Bauvorhabens. Die Islamkritikerin
Nekla Kelek hatte Vermutungen geäußert, für bestimmte Teile der Anlage sowie für
Integrations- und Sprachkurse könnte die DITIB Fördermittel des Bundes und der
Europäischen Union beantragen. Die der türkischen Regierung nahestehende
Organisation bestreitet zwar solche Pläne, will aber auch nicht im einzelnen
offenlegen, wie die Groß-Moschee finanziert werden soll. Es sei derzeit nicht
möglich, „diesbezüglich konkrete Zahlen zu nennen“, zitiert der
„Stadt-Anzeiger“.
Dazu erklärt die Vorsitzende der
Fraktion pro Köln im Rat der Stadt Köln, Rechtsanwältin Judith Wolter:
„Wir haben schon mehrfach darauf
hingewiesen: Die Groß-Moschee steht noch lange nicht! Jetzt muß sich die Stadt
Köln erst einmal mit zahlreichen Einwänden gegen die vom Rat beabsichtigte
Änderung des Bebauungsplans auseinandersetzen. Und wer weiß, wie viele Nachbarn
gegen eine solche Änderung, falls sie denn beschlossen werden würde, das
Verwaltungsgericht anrufen werden? – Wir stehen mit mehreren potentiellen
Klägern im engen Kontakt.
Dann muß die DITIB ihr altes
Gebäude abreißen und vorher die Frage klären, wo ihre Anhänger zwischenzeitlich
beten sollen. Darüber ist offenbar zwischen der türkisch-islamischen
Organisation und der Stadt Köln noch kein Einvernehmen erzielt worden. Ein Abriß
des alten Gebäudes wird damit für die DITIB zum unkalkulierbaren Risiko.
Ursächlich für die jetzt
eingetretenen Verzögerungen ist offenbar der politische Druck, den pro Köln und
die Anwohner in Ehrenfeld aufgebaut haben. Gerade jetzt werden wir am Ball
bleiben und den Baubeginn weiter verschieben – am besten auf unbestimmte Zeit!“