Ein Tiefpunkt in der
demokratischen Diskussionskultur dieser Stadt wurde am Samstag am Barthonia-Forum in Ehrenfeld erreicht.
Im Anschluß an eine öffentliche Diskussion über die Großmoschee soll
Oberbürgermeister Fritz Schramma laut „Welt online“ die anwesenden Moscheegegner
u.a. als „Geisteskranke“ beschimpft haben. „Welt online“ wörtlich:
„Doch an diesem
Mittag lässt sich kaum ein Befürworter blicken, zumindest kein deutscher.
Präsent sind die
Anhänger der ‚Bürgerbewegung Pro Köln’, eine Wählergemeinschaft, die vom
Verfassungsschutz beobachtet wird. Nach der Diskussion wird Schramma sagen, er
kenne einige der Gesichter schon. Die seien fast immer da, wenn es um die
Moschee gehe. ‚Darunter sind bestimmt auch einige Geisteskranke’.“
Ähnlich wie Schramma
soll sich laut dem unabhängigen Medienbericht auch Mehmet Günet von der
türkisch-islamischen Union DITIB geäußert haben: „… die öffentlichen
Diskussionen laufen meistens so ab. Da sind einige Irre, die wollen eben alles
zerstören."
Geisteskranke, Irre –
ist das die neue politisch korrekte Wortwahl für die Großmoscheegegner, nachdem
alle Kritiker zuvor erfolglos als „Rassisten“ und „Ausländerfeinde“ gebrandmarkt
werden sollten? Manch ein älterer Mitbürger fühlt sich da an die untergegangene
DDR und andere kommunistische Unrechtsstaaten erinnert, in denen politisch
Andersdenkende zur „Heilung“ in Psychiatrische Klinken eingewiesen worden sind.
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Oberbürgermeister Fritz Schramma
beschimpfte am Samstag anläßlich einer öffentlichen Diskussion am
Barthonia-Forum in Ehrenfeld die Großmoschee-Gegner u.a. als
"Geisteskranke".
Foto:
koelnermedienfabrik, Stadt Köln
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Schockierend ist
freilich, daß sich im Jahr 2007 der oberste Repräsentant Kölns,
Oberbürgermeister Fritz Schramma, zu solchen Äußerungen versteigt! Hat Schramma
vergessen, daß laut repräsentativer Umfrage des „Stadt-Anzeigers“ rund zwei
Drittel aller Kölner Bürger – Einheimische wie Ausländer – die aktuellen
Großmoscheepläne ablehnen?
Wohl kaum. Die
öffentliche Diskussion am Barthonia-Forum dürfte ihm die Mehrheitsverhältnisse
erneut ins Gedächtnis gerufen haben. Lassen wir noch einmal „Welt online“ zu
Wort kommen, das im Gegensatz zu den Multikulti-Jubelberichten in der Kölner
Neven-DuMont-Presse ein wohltuend objektives Bild der Veranstaltung liefert. Zu
den Reaktionen auf die üblichen Phrasen von Schramma und Bezirksvorsteher Wirges
heißt es da zum Beispiel:
„Auf dem Podium
philosophieren Schramma und Wirges unterdessen über Integration. ‚Die Moschee
soll zeigen, dass die Muslime in der Gesellschaft angekommen sind’, sagt
Schramma. Der Ober- und der Bezirksbürgermeister reden über den Rechtsstaat und
darüber, dass die Religionsfreiheit auch den Bau von Moscheen garantiert. Doch
Gewissheit, dass überhaupt noch jemand zuhört, gibt es erst wieder, als Wirges
gehässig ausgelacht wird: Zuvor hatte er gesagt, er träume von einer
Gesellschaft, in der Muslime in den Vorständen von Karnevals-Vereinen sitzen.
Wirges sieht schon ein bisschen verzweifelt aus, seine Stimme rutscht manchmal
ins Piepsige. Applaus bekommt er fast nur von den Türken.“
Vielleicht ist das
auch der entscheidende Grund für Schrammas skandalösen Aussetzer. Er und die
politische Klasse dieser Stadt erkennen immer deutlicher, daß die Bürgerbewegung
pro Köln im Großmoschee-Streit die Mehrheitsmeinung in der einheimischen
Bevölkerung vertritt. Schrammas Publikumsbeschimpfung könnte so als ein Akt der
Verzweifelung verstanden werden. Dem sozialen Frieden in der Stadt hat der
Oberbürgermeister „aller Kölner“ damit einen Bärendienst erwiesen. Wer derartig
rüpelhaft Gräben aufreist, der muß sich nicht wundern, wenn die Konflikte sich
zuspitzen. Eine Entschuldigung Schrammas wäre das mindeste, was er jetzt zur
Entschärfung der Situation tun müßte!
Email an Fritz
Schramma:
oberbuergermeister@stadt-koeln.de