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2. Oktober 2007:

Kampf gegen Ausbau des Godorfer Hafens

Der politische Kampf der Bürgerbewegung pro Köln gegen den Ausbau des Godorfer Hafens geht weiter. Zwei von drei Anträgen, die Bernd M. Schöppe für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Rodenkirchen am 15. Oktober 2007 gestellt hat, nehmen auf dieses für die Zukunft der Godorfer wichtige Thema Bezug: Zum einen will Schöppe den Ratsbeschluß für den Hafenausbau aufheben lassen, zum anderen beantragt er Unterstützung für das Bürgerbegehren gegen den Hafen-Ausbau.

Als der Rat am 30. August über den Hafenausbau abgestimmt hat, redete Schöppe den Vertretern der Mehrheitsfraktionen noch einmal ins Gewissen:

Herr Oberbürgermeister! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebes Publikum!

Herr Granitzka, ich konnte es gar nicht fassen. Ich dachte eben, ich wäre in der Bezirksvertretung. Dort hat Herr von Dreusche, Fraktionsvorsitzender der SPD, ein ähnlich trauriges Bild abgegeben. Er äußerte sich in etwa so: Ich sehe ja ein; das ist alles schade, aber, wir stimmen doch dafür; denn der Hafen muss ja unbedingt sein.

Sie haben einen schönen Satz gesagt, Herr Granitzka: Es ist immer leicht, ein passendes Gutachten zu finden beziehungsweise zu bekommen. Die Aussage stimmt – wunderbar. Die kann man aber auch auf Sie beziehungsweise auf die CDU münzen. Sie haben Ihre Entscheidung von dem Gutachten abhängig gemacht. Jetzt haben Sie ein Gutachten, das Ihnen passt. Nun kommt ein weiteres, ein fünftes - Sie sprachen ja immer nur von vier Gutachten -, und dieses fünfte Gutachten passt Ihnen nicht. Deswegen nennen Sie es unseriös. Aufgrund dessen gilt es für Sie nicht, sondern es zählt lediglich das vierte Gutachten.

Was zum Beispiel in dem Gutachten nicht berücksichtigt wird, ist, dass in diese Nutzenrechnung - der Nutzen der Hafenerweiterung soll groß sein - zum Beispiel auch die Lkw-Bahnverladungen einfließen. Das sind Lkw-Bahnverladungen, die man auch am Eifeltor machen könnte, die aber nicht unbedingt in der Sürther Aue stattfinden müssen.

Zur Beschäftigung, die daraus so schönerweise entstehen soll. Wer sagt Ihnen denn, dass die Beschäftigung unbedingt hier geschaffen wird? Der Hafenausbau wird womöglich europaweit ausgeschrieben werden müssen. Wer weiß, wer diese Ausschreibung gewinnt? Wenn eine holländische Firma oder wer auch immer den Auftrag erhält, dann hat diese die Beschäftigung, was ja schön für die wäre. Aber wir können dann doch nicht sagen, wir brauchen den Hafen der Beschäftigung wegen.

(Winrich Granitzka [CDU]: Godorf liegt in Deutschland und nicht in Holland!)

- Wenn es europaweit ausgeschrieben werden muss, Herr Granitzka, kann den Auftrag auch eine holländische Firma bekommen. Sie dürften wissen: Holland gehört zu Europa.

Zu Ihrer Zerrissenheit kann ich Ihnen empfehlen, zu dieser Gelegenheit wieder einen Sonderparteitag durchzuführen, wie Sie es auch zur Moscheefrage gemacht haben. Wer weiß, vielleicht entscheidet dieser Sonderparteitag dann auch anders - in der Moscheefrage ist ja auch anders entschieden worden, als Sie ursprünglich dachten -, sodass wir zu guter Letzt keinen Hafenausbau in Godorf bekämen.

Zur Frage des Bedarfs: Der Ausbau muss Ihren Aussagen zufolge unbedingt sein, weil der Bedarf im Kölner Süden da ist. Aber: Die direkt anliegende chemische Industrie will nichts von der Hafenerweiterung wissen, ganz im Gegenteil: Sie sieht sich durch die Hafenerweiterung gefährdet.

Was mich natürlich auch irritiert, Herr Waschek, ist, wenn Sie erklären, Verständnis zu haben für den Widerstand der Bürger und auch dafür, dass diese dagegen klagen wollen. Ich bitte Sie, das sind ganz normale rechtsstaatliche Selbstverständlichkeiten. Man muss nicht unsere Zeit rauben, indem man Verständnis für Selbstverständlichkeiten zeigt; das muss nicht sein.

(Zuruf von Johannes Waschek [SPD])

Es war hier von Bürgerbegehren die Rede. Ich kann den Bürgern versprechen: Damit haben wir Erfahrung. Ich biete Ihnen gerne meine Unterstützung an; da sind wir mit dabei. Wir stimmen natürlich gegen die Erweiterung des Godorfer Hafens und für die Sürther Aue.

(Beifall bei pro Köln)

   

 
 
 

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