Der ehemalige Vorstandschef
der Sparkasse KölnBonn, Gustav Adolf Schröder (SPD), hat kürzlich ungebetenen
Besuch von der Polizei bekommen. Die Beamten durchsuchten seine Privatvilla und
nahmen Dokumente mit. Zudem wurden sie auch bei der Sparkasse vorstellig,
„um weitere Beweismittel in einem Verfahren aufzufinden, das im privaten Bereich
des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden liegt“, wie der Sparkassen-Sprecher Norbert
Minwegen von der „Kölnischen Rundschau“ zitiert wird.
Gustav Adolf Schröder ist zwar
dem Parteibuch nach Sozialdemokrat, kann aber offensichtlich einem
proletarischen Lebensstil wenig abgewinnen. Er wohnt nobel in Junkersdorf, sein
Grundstück soll 700 Quadratmeter messen. Auslöser der jetzt erfolgten
Durchsuchungen war ein Hinweis aus dem Finanzamt, nach dem Schröder dieses
Anwesen im Jahre 2004 von der Campus Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH
Köln zu einem auffallend günstigen Preis erworben haben soll. Die Sparkasse, bei
der er zum damaligen Zeitpunkt den Vorsitz im Vorstand innehatte, ist an der
Campus GmbH mit 86,5 Prozent beteiligt. „Der übliche Preis soll bei 700 Euro pro
Quadratmeter gelegen haben, der Ex-Sparkassenchef, so Brancheninsider, soll das
Grundstück 40 Prozent unter dem Marktwert erworben haben“, schreibt die
„Kölnische Rundschau“ vom 15. November 2007.
In Zusammenhang mit Schröders
Junkersdorfer Domizil läuft bereits seit 2006 ein für kölsche
Klüngelverhältnisse wenig spektakuläres Strafverfahren. Die Anlage des Gartens
soll nicht voll bezahlt worden sein, lauten die Vorwürfe. Statt dessen seien dem
Gartenbauer Aufträge von „mit der Sparkasse verbundenen Unternehmen“
zugeschustert worden. Wie das eben so ist in Köln: Man kennt sich, man hilft
sich. Und wer ohnehin schon gut fährt, kommt im gut geölten Kölner Filzmobil
erst so richtig in Fahrt!
Nebenbei haben die Ermittler bei
Herrn Schröder auch Ausschau nach Papieren gehalten, die Licht ins Dunkel von
Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem Bau des Coloneums in Ossendorf bringen
sollen. Da waren Unternehmen von Verpflichtungen zur Mietzahlung freigestellt
worden, als das Projekt ökonomisch ins Trudeln geriet. In Köln fällt man eben
weich, auch wenn man unternehmerisch Mist baut – vorausgesetzt, man kennt die
richtigen Leute.
Das einzig Dumme an der Sache
ist: Bezahlt werden solche Eskapaden letzten Endes von stadtnahen Unternehmen
wie der Sparkasse, deren Gewinne dadurch abschmelzen. Was diese Unternehmen
weniger in der Kasse haben, kann nicht als Ertrag an die Stadt abgeführt werden.
Das ökonomische perpetuum mobile ist also leider auch in Köln noch nicht
erfunden worden: Wir alle, die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger, müssen
für die Zeche geradestehen!