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15. November 2007:

Hausdurchsuchung bei Gustav Adolf Schröder

Der ehemalige Vorstandschef der Sparkasse KölnBonn, Gustav Adolf Schröder (SPD), hat kürzlich ungebetenen Besuch von der Polizei bekommen. Die Beamten durchsuchten seine Privatvilla und nahmen Dokumente mit. Zudem wurden sie auch bei der Sparkasse vorstellig, „um weitere Beweismittel in einem Verfahren aufzufinden, das im privaten Bereich des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden liegt“, wie der Sparkassen-Sprecher Norbert Minwegen von der „Kölnischen Rundschau“ zitiert wird.

Gustav Adolf Schröder ist zwar dem Parteibuch nach Sozialdemokrat, kann aber offensichtlich einem proletarischen Lebensstil wenig abgewinnen. Er wohnt nobel in Junkersdorf, sein Grundstück soll 700 Quadratmeter messen. Auslöser der jetzt erfolgten Durchsuchungen war ein Hinweis aus dem Finanzamt, nach dem Schröder dieses Anwesen im Jahre 2004 von der Campus Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH Köln zu einem auffallend günstigen Preis erworben haben soll. Die Sparkasse, bei der er zum damaligen Zeitpunkt den Vorsitz im Vorstand innehatte, ist an der Campus GmbH mit 86,5 Prozent beteiligt. „Der übliche Preis soll bei 700 Euro pro Quadratmeter gelegen haben, der Ex-Sparkassenchef, so Brancheninsider, soll das Grundstück 40 Prozent unter dem Marktwert erworben haben“, schreibt die „Kölnische Rundschau“ vom 15. November 2007.

In Zusammenhang mit Schröders Junkersdorfer Domizil läuft bereits seit 2006 ein für kölsche Klüngelverhältnisse wenig spektakuläres Strafverfahren. Die Anlage des Gartens soll nicht voll bezahlt worden sein, lauten die Vorwürfe. Statt dessen seien dem Gartenbauer Aufträge von „mit der Sparkasse verbundenen Unternehmen“ zugeschustert worden. Wie das eben so ist in Köln: Man kennt sich, man hilft sich. Und wer ohnehin schon gut fährt, kommt im gut geölten Kölner Filzmobil erst so richtig in Fahrt!

Nebenbei haben die Ermittler bei Herrn Schröder auch Ausschau nach Papieren gehalten, die Licht ins Dunkel von Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem Bau des Coloneums in Ossendorf bringen sollen. Da waren Unternehmen von Verpflichtungen zur Mietzahlung freigestellt worden, als das Projekt ökonomisch ins Trudeln geriet. In Köln fällt man eben weich, auch wenn man unternehmerisch Mist baut – vorausgesetzt, man kennt die richtigen Leute.

Das einzig Dumme an der Sache ist: Bezahlt werden solche Eskapaden letzten Endes von stadtnahen Unternehmen wie der Sparkasse, deren Gewinne dadurch abschmelzen. Was diese Unternehmen weniger in der Kasse haben, kann nicht als Ertrag an die Stadt abgeführt werden. Das ökonomische perpetuum mobile ist also leider auch in Köln noch nicht erfunden worden: Wir alle, die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger, müssen für die Zeche geradestehen!

   

 
 
 

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